Dem heiligen Joseph Verehrung erweisen

Der heilige Joseph sitzt auf einem Thron, das Jesuskind steht links und wird vom heiligen Joseph gehalten, in der Hand hält er einen Lilienzweig; vor ihnen knien rechts ein Mann in päpstlicher Kleidung und links ein Priester

Am dritten Mittwoch nach Ostern – Hochfest des hl. Joseph,
Bräutigams der allerseligsten Jungfrau Maria, Patron der ganzen Kirche

Von Papst Pius IX. wurde der hl. Joseph im Jahre 1870 feierlich zum „Patron der ganzen Kirche“ erklärt. Schon im Jahre 1847 hatte derselbe Papst das „Schutzfest“ des hl. Joseph auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Dem heiligen Joseph Andacht und Verehrung erweisen

Einen besonders teuren Beweis unserer kindlichen Liebe und Andacht können wir nun Maria, der allerseligsten Jungfrau, noch darin geben, daß wir ihren jungfräulichen Gemahl, den heiligen Joseph, ihren vorzüglichsten Verehrer, Schützer und Ernährer, zu einem besonderen Gegenstand unserer Verehrung machen und demselben recht oft die Verehrung zu erweisen suchen. Maria würde dies als eine wahrhaft kostbare Blume in dem Kranz unserer Andachten zu ihr ansehen und um so wohlgefälliger darauf hernieder schauen.

Und wer wollte auch den heiligen Joseph nicht gerne verehren, wenn er bedenkt, wie Gott der Allerhöchste selbst diesen Heiligen so hoch geehrt hat, daß Gott die zwei teuersten Pfänder seiner Liebe, Jesus, Seinen eingebornen Sohn, und Maria, dessen hoch gebenedeite Mutter, seiner Sorge, seiner Obhut, und seinem Schutz anvertraute? – Dies haben auch von je an alle frommen Gläubigen erkannt und dem heiligen Joseph vor allen andern Heiligen eine ausgezeichnete Andacht und Verehrung erwiesen, so daß sie kaum die Namen Jesus und Maria ohne den Namen Joseph auszusprechen vermochten, und diese drei Namen, Jesus, Maria, Joseph, ihnen der mächtigste Hilferuf in Gefahr, Not und Tod war.

O mein Christ, schließe dich dieser altehrwürdigen Sitte an und verbinde mit deiner Andacht zu Jesu und Maria auch eine innige Andacht zum heiligen Joseph. Erwähle ihn dir zum besonderen Schutzpatron und rufe ihn oft, wenn auch nur durch einen andächtigen Seufzer, um seine Fürsprache an; sei versichert, daß du dadurch leichter die göttliche Hilfe erlangen und mächtiger an Tugend und Verdienst vor Gott zunehmen wirst. Sieh, mein Christ, wer könnte dich auch als Schutzpatron wohl besser beschützen und vor Gefahr und Unheil bewahren, als Joseph, der sogar gewürdigt ward, Jesus und Maria zu beschützen und sie nach Gottes Anordnung aus den größten Gefahren heraus zu führen? –

Wer könnte nach Maria am kräftigsten dein Fürsprecher sein, wenn nicht Joseph, dem der Sohn Gottes gehorsam war und alle seine Wünsche und Bitten als väterliche Vorschriften befolgte? –

Wer könnte gerne ein schöneres Muster des Lebens für dich sein, als der heilige Joseph, dessen Leben so ganz ein Leben der Liebe zu Jesu und Maria war, und der rein wie ein Engel voll himmlischer Anmut mit Jesus und Maria im sterblichen Fleisch wandelte? –

Wo endlich könntest du ein freundlicheres Bild eines guten Todes finden, als bei Joseph, der in den Armen Jesu und Mariä selig verschied und wahrhaft den Tod eines Gerechten gestorben ist? (Siehe auch den Beitrag: Hl. Joseph Patron der Sterbenden)

Responsorium

So gehe denn hin, mein Christ, zu Joseph und weihe dich ihm als Schützling in wahrer Andacht und Liebe für Leben und Tod. Vernimm, was die heilige Kirche in einem alten Responsorium von ihm sagt:

Wer gern im Heil hienieden lebt, * Und selig einst zu schließen strebt *
Des Erdenlebens Pilgerbahn, * Der rufe Joseph’s Fürbitt‘ an!

Er war der Jungfrau keusch vermählt, * Zum Pfleger Jesu auserwählt, *
Gerecht und treu; – was er begehrt, * Wird seiner Fürsprach‘ stets gewährt.

Als er zuerst das Kindlein sah * Im Stall den armen Tieren nah, *
Da schaut‘ in Ihm er Gottes Sohn * Und betet an – am Krippenthron!

Vor dem Herodes musst‘ er flieh’n * Und fern hin anch Ägypten zieh’n; +
Treu schützte er das Gottesskind, * deß‘ mächtig Heer die Engel sind!

Zur Prüfung seiner Treu‘ entschwind’t * Ihm späterhin das teure Kind; *
Drei Tage sucht er Es mit schmerz; * Er findet Es, – da jauchzt sein Herz!

Dann zieht er froh nach Nazareth, * Wo jene arme Hütte steht; *
Mit Jesus und Maria hier * Lebt er im Frieden für und für!

Den Herrn und schöpfer aller Welt* Er hier durch Arbeit unterhält; *
Ja ihm, dem braven Gottesmann * Ist Gottes Sohn hier untertan!

Hier trug er gern der Armut Not * Für Jesus treu bis in den Tod; *
In Jesu und Mariä Händ‘ * Hat er sein Leben hier vollend’t.

Jetzt ist die hehre Gottesbraut, * die heil’ge Kirch‘ ihm anvertraut: *
O, fleh’n wir drum zu ihm recht treu, * Daß er ihr mächt’ger Schützer sei!

Ehr‘ sei dem Vater und dem Sohn, * Mitsamt dem Geist auf einem Thron; *
Und Joseph bitte für und für * Für uns im Tränentale hier! Amen.

Bittseufzer

Jesus, Maria und Joseph! steht mir bei im Leben.
Jesus, Maria und Joseph! steht mir bei im Sterben.
Jesus, Maria und Joseph! helft mir die ewige Glückseligkeit erwerben! Amen.

aus: Joseph Kremer, Eucharistische Liebesblumen mit Marianischen Rosen, 1900, S. 166 – S. 169

siehe auch den Beitrag: Litanei und Hymnus zum hl. Joseph

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