Sodomie im Alten Testament

Die Verurteilung der Sodomie als Gräuel vor dem Herrn in der Hl. Schrift

Teil 1: Sodomie im Alten Testament

Lot flieht mit seinen Töchtern aus dem lasterhaften Sodoma, die Strafe ist zu sehen durch schwarze Wolken und Unwetter

Anmerkung: Im Alten Testament finden sich neben der allgemein anerkannten biblischen Verurteilung sodomitischer Handlungen im Buch Genesis noch weitere Beispiel. In Genesis wird über die Zerstörung von Sodoma und Gomorrha und anderen Städten der Ebene durch Gott berichtet. Weitere Hinweise auf Sodomie und unnatürliche Lust finden sich in den Büchern Levitikus, Deuteronomium, Richter, Könige und Weisheit. Nachfolgend eine Auswahl.

Aus 1. Mose 19: 1-13, 24-25

1 Und zwei Engel kamen gen Sodoma Abends, da Lot im Tor der Stadt saß. Und als er sie sah, stand er auf und ging ihnen entgegen und bückte sich nieder zur Erde,

2 und sprach: O Herren! ich bitte, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibet daselbst. Waschet eure Füße, und morgen zieht eures Weges. Sie sprachen: Nein! sondern auf der Gasse wollen wir bleiben.

3 Da drang er gar sehr drängte in sie, dass sie einkehrten zu ihm: und sie gingen in sein Haus, und er machte ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen, und sie aßen.

4 Aber ehe sie sich legten, umgaben die Männer der Stadt das Haus vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk zusammen.

5 Und sie riefen den Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, so zu dir gekommen diese Nacht? Führe sie heraus, daß wir sie erkennen.

6 Und Lot ging hinaus zu ihnen, schloss die Tür hinter sich zu und sprach:

7 O meine Brüder, ich bitte, tut doch dieses Übel nicht!

8 Ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt, ich will sie herausführen zu euch, und missbraucht sie, wie es euch gut dünkt, nur diesen Männern fügt kein Leid zu; denn sie sind eingegangen unter den Schatten meines Daches.

9 Sie aber sprachen: Komm hierher! Und wieder sagten sie: Als ein Fremdling kamst du zu uns, etwa um den Richter zu machen? So wollen wir es dir noch ärger als jenen machen. Und sie drangen auf Lot sehr heftig ein, und schon war es nahe, daß sie die Türe erbrachen.

10 Und siehe, die Männer streckten ihre Hand heraus und zogen Lot zu sich hinein und verschlossen die Türe.

11 Und die, welche draußen waren, schlugen sie mit Blindheit vom Kleinsten bis zum Größesten, so dass sie die Türe nicht finden konnten.

12 Zu Lot aber sagten sie: Hast du hier noch jemanden von den Deinen? Einen Eidam (Schwiegersohn), oder Söhne oder Töchter; alle, die dein sind, führe aus dieser Stadt:

13 denn wir wollen diesen Ort vertilgen, weil sein Geschrei ist groß geworden vor dem Herrn, der uns gesandt hat, sie zu verderben.

24 Also regnete der Herr über Sodoma und Gomorrha Schwefel und Feuer vom Herrn vom Himmel herab.

25 Und kehrte diese Städte um und die ganze Umgegend, alle Bewohner der Städte und alles, was grünte auf Erden.

Aus Levitikus: 18, 22-25

22 Du sollst nicht bei einem Manne dich vermischen, wie mit einem Weibe, weil das ein Gräuel ist.

23 Du sollst dich mit keinem Tier vermischen, und dich nicht verunreinigen damit. Ein Weib soll keinem Tier sich hingeben, und sich nicht vermischen damit; denn das ist eine Schandtat.

24 Ihr sollt euch durch keines von diesen verunreinigen; denn damit haben sich alle die Völker verunreinigt, die ich hinauswerfen will vor eurem Angesicht:

25 wodurch das Land verunreinigt ward, dessen Laster ich heimsuchen will, auf daß es ausspeie seine Einwohner.

Aus Levitikus: 20,13

13 Wenn jemand bei einem Manne schläft, als wie bei einem Weibe, die haben beide einen Gräuel getan: sie sollen des Todes sterben: ihr Blut sei auf ihnen.

Aus Deuteronomium: 23,17

17 Unter den Töchtern Israels soll es keine Hure und unter den Söhnen Israels keinen Hurenbock [Sodomit, männliche Prostituierte] geben.

Aus dem Buch der Richter: 19,1, 14-16, 20, 22-25

1 Und es war ein Mann, ein Levit, der wohnte an der Seite des Gebirges Ephraim, und nahm ein Weib von Bethlehem Juda:

14 Also zogen sie vorüber bei Jebus und reisten weiter, und die Sonne ging ihnen unter bei Gabaa, das im Stamm Benjamin liegt.

15 Und sie kehrten daselbst ein, um da zu bleiben. Und als sie darin waren, blieben sie sich auf der Straße der Stadt; denn niemand wollte sie aufnehmen in die Herberge.

16 Und siehe, da kam ein alter Mann, der von seiner Arbeit vom Felde zurückkehrte des Abends; und auch vom Gebirge Ephraim war, und als Fremdling in Gabaa wohnte; die Leute dieser Landschaft aber waren Söhne Benjamins.

20 Und der alte Mann antwortete ihm: Friede sei mit dir! Ich will dir alles reichen, was notwendig ist: nur bitte ich dich, bleib nicht auf der Straße.

22 Und da sie über Tisch waren und aßen und tranken, und nach beschwerlicher Reise sich erquickten, da kamen die Leute dieser Stadt, Belialskinder, das ist zügellose Leute, und umgaben das Haus des Alten, und pochten an die Türe und riefen dem Herrn des Hauses und sprachen: Bringt den Mann heraus, der in dein Haus eingegangen, damit wir ihn missbrauchen.

23 Und der alte Mann ging zu ihnen hinaus und sprach: nicht doch, meine Brüder! tut doch dieses Übel nicht! denn der Mann ist eingegangen in meine Herberge, lasset ab von dieser Torheit!

24 Ich habe eine Tochter, die noch Jungfrau ist, und dieser Mann hat eine Kebsweib; die will ich herausführen zu euch, dass ihr sie schändet und eure Lust an ihnen stillt: aber ich bitte, tut doch dieses widernatürliche Laster an dem Mann nicht!

25 Aber sie wollten seinen Worten nicht gehorchen. Da das der Mann sah, brachte er heraus zu ihnen sein Kebsweib und überließ sie ihrem Mutwillen: und sie missbrauchten sie die ganze Nacht und ließen sie gehen am Morgen.

Wegen dieser Schandtat wurde fast der gesamte Stamm Benjamin vernichtet (vgl. Das Buch der Richter Kap. 19-20). Siehe den Beitrag: Sünde und Strafe des Stammes Benjamin.

Aus dem dritten Buch der Könige: 14, 21-24

21 Aber Roboam, der Sohn Salomons, regierte in Juda. Ein und vierzig Jahre war Roboam alt da er zu regieren begann: und siebzehn Jahre regierte er in Jerusalem, derStadt, welche der Herr erwählt hat aus allen Stämmen Israels, dass er seinen Namen dahin stellte. Und der Name seiner Mutter war Naama, eine Ammonitin.

22 Und Juda tat Böses vor dem Herrn, und sie reizten ihn mehr als alles, was ihre Väter getan mit ihren Sünden, die sie gesündigt:

23 Denn auch sie bauten sich Altäre und Säulen und Haine auf jeglichem hohen Hügel und unter jeglichem grünen Baum:

24 Und auch Hurer (*) waren im Lande, und taten alle Gräuel der Völker, welche der Herr aufrieb vor den Söhnen Israels.

(*) zur Unzucht feile Männer im Dienst einer Gottheit

Aus dem dritten Buch der Könige: 15, 9-12

9 Im zwanzigsten Jahr Jeroboams, des Königs von Israel, regierte Asa, der König von Juda,

10 und ein und vierzig Jahre regierte er zu Jerusalem. Der Name seiner Mutter war Maacha, die Tochter Abessaloms.

11 Und Asa tat, was recht war in den Augen des Herrn, wie David sein Vater,

12 und schaffte die Hurer (siehe oben) aus dem Lande, und reinigte es von allem Unflat der Götzen, die seine Väter gemacht hatten.

Aus dem vierten Buch der Könige: 23,7

7 Er riss auch die Häuslein der Hurer nieder, welche im Haus des Herrn waren, wofür Weiber Hain-Zelte (*) webten. kleine Behausungen für den Hain gewebt hatten.

(*) Venus-Zelte, in denen zu Ehren der Göttin Unzucht getrieben wurde.

Aus dem Buch der Weisheit: 14, 9-10; 26-27

9 Denn Gott sind beide gleich verhasst, der Gottlose und sein gottloses Wesen:

10 und das Werk muss mit dem Künstler zugleich gestraft werden.

25 Alles geht bei ihnen vermischt durcheinander: Blut, Mord, Diebstahl und Betrug, Verführung und Untreue, Aufruhr und Meineid, Beunruhigung der Guten,

26 Gottvergessenheit, Befleckung der Seelen, Verwechslung des Geschlechts, Unbestand der Ehen, Unordnung, Ehebruch und Unzucht.

27 Denn schändlicher Götzendienst ist aller Übel Ursache, Anfang und Ende. –
aus: Joseph Franz Allioli, Die Heilige Schrift des alten und neuen Testamentes. Aus der Vulgata, 1838

siehe auch den Beitrag: Warnung vor dem Laster der Unkeuschheit

sowie: Deharbes Katechismuserklärung – Die stumme Sünde ist die Sünde von Sodoma

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