Papst Klemens II. (1046-1047)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Freiheit und Knechtschaft

Papst Klemens II. (regierte von 1046 bis 1047)

Zweiter deutscher Papst

Dieser zweite deutsche Papst war der Sohn eines gewissen Konrad von Morsleben, dem heutigen Meindorf bei Magdeburg. Seine Mutter war eine Schwester des Erzbischofs Hermann von Magdeburg. Seine geistliche Laufbahn begann er als Kaplan in Hamburg, von wo er als Kanonikus an die Stephanskirche in Halberstadt kam, und später Bischof von Bamberg wurde. (Stangl, S. 383)

Nachdem Gregor VI. auf den päpstlichen Stuhl Verzicht geleistet hatte, stellte Heinrich III. an die Römer die Aufforderung, einen neuen Papst zu wählen. „Römische Herren“, sprach er zu den Versammelten, „wie sinnlos immer euer Tun bisher gewesen sein mag, so gebe ich euch doch die Papstwahl nach altem Brauch frei. Nehmt euch aus dieser Versammlung zum Papst,, welchen ihr wollt.“ Die unterwürfigen Römer übertrugen dem Kaiser die Wahl und dieser ging auf Suidger, den Bischof von Bamberg zu, berührte ihn mit seiner Rechten und führte ihn als den würdigsten auf den päpstlichen Thron. Vergeblich widerstrebte der demütige Bischof, er musste dem freudigen Zuruf aller gehorchen und nahm den Namen Klemens II. an. Klemens stammte aus Sachsen und war der zweite deutsche Papst. Am Tage nach seiner Wahl, am Weihnachtsfest, krönte er Heinrich zum Kaiser und seine Gemahlin Agnes als Kaiserin. (Hamerle, S. 332)

Wie alle seine Vorgänger, legte auch König Heinrich das übliche Versprechen ab, dem regierenden Papst und allen seinen rechtmäßigen Nachfolgern treu zu sein und die römische Kirche nach Kräften zu verteidigen und zu schützen. Nach dieser feierlichen Krönung weihte Papst Klemens den Abt von Fulda, bestätigte die Vorrechte dieses deutschen Klosters und schenkte dem Abt noch ein Kloster in Rom. Außerdem weihte er vier Bischöfe für Ravenna, Konstanz, Verdun und Straßburg. Endlich erklärte er eine fromme Klosterfrau Wiborada von St. Gallen, die im Jahr 925 als Märtyrerin gestorben war, als Heilige.

Allein noch bestand das Hauptübel in der Kirche. Noch war jene Quelle nicht verstopft, aus der, wie aus einem stinkenden Pfuhl, unendlich viel Unheil floss. Die Simonie war noch nicht ausgerottet. Wer nämlich Geld hatte, konnte sich Bistümer und andere einträgliche geistliche Stellen erhandeln. Um diese beklagenswerte Unordnung zu beseitigen, berief Papst Klemens im Januar des Jahres 1047 eine Kirchenversammlung nach Rom. Auf derselben wurde in Gegenwart des Kaisers bestimmt: „Jeder, der eine kirchliche Würde kauft oder verkauft, soll aus der katholischen Kirche ausgeschlossen sein. Auch muss ein Priester oder ein Diakon, der von einem simonistischen Bischof die Weihen sich erteilen lässt, vierzig Tage lang Buße tun.“

Klemens suchte den Bestimmungen der Kirchenversammlung mit Nachdruck Achtung zu verschaffen. Er bestätigte keinen Bischof, bevor er sich nicht überzeugt hatte, daß der Gewählte frei von Simonie war. So gab er z.B. zu der Wahl des Erzbischofs Johannes von Salermo nicht eher seine Zustimmung, als bis er gewiss war, daß dabei keinerlei Geldversprechungen gemacht wurden. (Stangl, S. 383 – S. 384)

Kaiser Heinrich selbst eiferte mit allem Nachdruck gegen die Simonie. Auf einer Versammlung warf er den Bischöfen diesen ungerechten Pfründenschacher vor und erklärte, daß leider sein eigener Vater, Kaiser Konrad, sich des Handels mit geistlichen Gütern nicht ganz enthalten habe. Er verbot darauf durch ein allgemeines Gesetz die Simonie für den Umfang seiner Staaten und sagte zu den Bischöfen: „Wie ich die Krone meines Reiches umsonst vom Herrn empfangen so werde ich auch die kirchlichen Würden umsonst bestätigen.“ Der Kaiser hatte ein aufrichtiges Verlangen, die Kirche zu reformieren (1), … –
aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, II. Band, 1907, S. 332 – S. 333

(1) Während so Papst Klemens bemüht war, die alte kirchliche Ordnung wieder herzustellen, ordnete der neue Kaiser die weltlichen Angelegenheiten der Stadt und Umgebung. Um dem Papst in Italien selbst Freunde zu erwerben, überließ er als Lehen jene Länder in Unteritalien, welche einst den Griechen gehört hatten, den Normannen. Dieses Verfahren trug viel dazu bei, den Papst gegen die Gewalttätigkeiten der römischen Großen zu sichern. (Stangl, S. 384)

Wie aufrichtig Papst und Kaiser das Wohl und Gedeihen der Kirche anstrebten, geht daraus hervor, daß Kaiser Heinrich den heiligen Petrus Damiani bat, den Papst in seinem Wirken mit seinen Ratschlägen zu unterstützen, und daß der Papst den Wünschen dieses heiligen Mannes jederzeit nachkam. Der heilige Vater machte auch in Begleitung des Kaisers mehrere Reisen, so nach Unteritalien und besonders nach Deutschland, kehrte wieder nach Italien zurück und begann selbst jene Kirchen zu besuchen, von denen ihm der heilige Lehrer ein recht trauriges Bild entworfen hatte. Die Sehnsucht, zu helfen und zu bessern, trieb den heiligen Vater an, in der heißen Sommerszeit die Reise durch Italien zu unternehmen. Das ungewohnte Klima ertrug aber sein Körper nicht. Schwer krank kam der Papst in das Kloster des heiligen Thomas in Aposella. Am 9. Oktober des Jahres 1047 gab er dort seinen Geist auf, um in einer besseren Welt die unvergängliche Krone zu erhalten. Seine sterblichen Überreste ruhten kurze Zeit in Aposella, von wo sie Papst Leo IX. später nach Bamberg überführen und dort bestatten ließ.

In Rom kam es dem ausgezeichneten Papst schwer an, sich heimisch zu fühlen. Darum fand er großen Trost in der Ankunft seines Freundes, des Abtes Odilo von Clugny, der bereits neun Päpste überlebt hatte und nun auch noch das Grab des zehnten sehen sollte. Odilo kam nach Rom, um als hoch betagter Greis an den Gräbern der Apostel die letzten Tage seines Lebens in ernster Vorbereitung auf den Tod zuzubringen; denn Odilo kehrte bald wieder in seine Heimat zurück und starb in Clugny. Papst Klemens nahm von der Anwesenheit des Abtes Veranlassung, das berühmteste Kloster in Frankreich dem besonderen Schutz und Wohlwollen der Großen des Reiches und den Bischöfen zu empfehlen. Den Bischof Adalbert von Hamburg, wo der Papst einst als Kaplan gewirkt hatte, bestimmte er zum Erzbischof für Bremen und für die Bistümer von Dänemark und Schweden.

Kaum war die Kunde vom Ableben des Papstes nach Rom gekommen, so ging eine Gesandtschaft der römischen Geistlichkeit und des Volkes nach Deutschland ab, um dem Kaiser den Tod seines Freundes zu melden und ihn um einen neuen Papst zu bitten. Diese Handlungsweise zeigt von der guten Gesinnung der Römer. Sie wollten so den Streitigkeiten ein Ende machen; denn die Unordnung hatte ohnehin schon einen hohen Grad erreicht. Sie erkannten, daß die deutschen Päpste weniger von Parteien sich beherrschen lassen und sich des Schutzes der mächtigen deutschen Kaiser erfreuen würden. Zudem hatten die Kaiser ein Interesse daran, edle Päpste nach Rom zu schicken, weil nur sie imstande waren, Italien zu beruhigen und sich Achtung und Ansehen zu verschaffen.

Es war gerade Weihnachten, als die römischen Gesandten am Hoflager des Kaisers ankamen, wo sie durch die Trauerbotschaft große Betrübnis hervorriefen. Der Kaiser selbst war unschlüssig, wen er als den Würdigsten für den päpstlichen Thron vorschlagen sollte. Die Unzufriedenen unter dem römischen Volk benützten die Verzögerung, um Unruhen zu stiften und stellten sogar eigenmächtig einen Papst auf. Es war dies der unrühmlich bekannte Benedikt IX., der sich am 8. November des Jahres 1047 abermals des päpstlichen Stuhles bemächtigte und ihn unter dem Schutz der tusculanischen Familie acht Monate lang behauptete. Da erinnerte sich der Kaiser an seinen Freund, den Bischof Poppo von Brixen in Tirol, einem Bayern von Geburt und empfahl diesen zur Wahl. Der Bischof nahm die Wahl zum Papst an und bestieg am 17. Juli des Jahres 1048 als Damasus II. und als dritter deutscher Papst. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 384 – S. 386

Category: Papsttum, Stangl
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