Heiliger Kaspar del Bufalo Missionar

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

28. Dezember

Heiliger Kaspar del Bufalo, Gründer der „Missionare des kostbaren Blutes“

Ein Herold des Kostbaren Blutes

Heilig gesprochen am 12. Juni 1954

Kaspar (italienisch Gaspare) Del Bufalo war der Sproß einer adeligen, aber verarmten Familie. Sein Vater war Koch im Palazzo Altieri, ganz nahe bei der Kirche „Il Gesù“ in Rom. Da er am Fest Epiphanie (des Jahres 1786) geboren war, gab man ihm bei der Taufe die Namen der drei weisen Kaspar, Melchior und Balthasar, wobei Kaspar sein Rufname blieb. Etwa ein Jahr alt, wurde er schwer krank; da flehte seine Mutter den heiligen Franz Xaver an, dessen Grab sich in der nahen Jesuitenkirche befindet – wenn auch die Gesellschaft Jesu damals aufgehoben war. Kaspar wurde, wie durch ein Wunder, wieder gesund und zeigte später in seinem ganzen Leben eine besondere Verehrung zum heiligen Apostel von Indien und Japan. Selbst noch Schüler, hielt er schon Katechismus-Unterricht und betätigte sich als Apostel unter seinen Kameraden. Im Jahre 1808 erhielt er ein Kanonikat an der Kirche San Marco in Rom. Seine Bedenken, die hohe Würde des Priestertums auf sich zu nehmen, überwand er schließlich mit Hilfe des (im Jahre 1950 heilig gesprochenen) Vinzenz Maria Strambi und wurde am 31. Juli 1808 zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr gewann ihn Kanonikus Francesco Albertini, der später Bischof von Terracina wurde, für die besondere Verehrung des kostbaren Blutes Christi und für die fromme Vereinigung, die er zu diesem Zweck gründete.

Prophetische Worte über del Bufalo

Schon am 2. Februar 1808 waren aber französische Truppen nach Rom gekommen und hatten Castel Sant`Angelo und den Platz vor dem Quirinal, der damaligen Wohnung des Papstes, besetzt. Im ferneren Verlauf kamen die Dinge so weit, daß Papst Pius VII. Gefangener Napoleons in Fontainebleau wurde. Von den Priestern in Rom verlangte man einen Treueid für Napoleon, den aber Papst Pius VII. verboten hatte. Da sich infolgedessen Kanonikus Del Bufalo weigerte, den Eid zu leisten, wurde er, zusammen mit einigen anderen Priestern, in die Verbannung, zunächst nach Piacenza, geschickt. Auf den Tod erkrankt, wurde er dort mit den heiligen Sakramenten versehen. Doch in einer ruhigen Stunde erzählte ihm Prälat Albertini, der Seelenführer des Kranken und Genosse seiner Verbannung, von der nicht lange vorher, im März 1810, verstorbenen Schwester Agnes vom menschgewordenen Wort (sie hieß Barbara Schiavi) aus dem Kloster der Paulusschwestern in Rom. Die Heiligen Vinzenz Strambi und Josef Pignatelli und andere hatten sie hoch geschätzt und zuweilen besucht. Diese Schwester hatte dem Prälaten Albertini einmal gesagt: „In den Bedrängnissen der Kirche werden Sie einen jungen Priester kennen lernen, mit ihm Freundschaft schließen und sein Seelenführer. Eines seiner Kennzeichen wird seine Andacht zum heiligen Franz Xaver sein. Er wird Missionar sein und eine Priesterkongregation gründen, die … im Zeichen des göttlichen Blutes an der Erneuerung der Sitten arbeiten und die Gleichgültigen wieder auf den Gekreuzigten hinweisen wird. Er soll der Herold des Kostbaren Blutes sein. – Es werden dann auch Schwestern vom Kostbaren Blut kommen, aber jener Priester wird nicht mehr selbst deren Leitung übernehmen.“

Arbeit in der Volksmission

Wider Erwarten wurde Del Bufalo wieder gesund und wurde zuerst nach Bologna und dann in das Gefängnis von San Giovanni in Monte gebracht. Endes des Jahres 1813 sollte er nach Korsika deportiert werden. Doch da sah sich Napoleon zur Abdankung gezwungen, und im Januar 1814 verordnete Murat, einst Günstling und nunmehr Gegner Napoleons, die Befreiung der gefangenen Priester und deren Rückkehr an die Stätte ihres Wirkens. Del Bufalo machte sich nun, nach der jahrelangen Behinderung, mit neuem Eifer an die apostolische Arbeit. Bei Exerzitien, die er im April 1814 den Advokaten der Kurie in Rom gab, lernte er den Prälaten Bellisario Cristaldi kennen, der später Kardinal und zeitlebens ein Beschützer des Heiligen wurde. Nachdem am 7. August jenes Jahres 1814 die Gesellschaft Jesu durch Papst Pius VII. wieder hergestellt war, bat auch Del Bufalo, der große Verehrer des heiligen Franz Xaver, um die Aufnahme. Doch der Papst hörte davon und sagte ihm, sowie dem Prälaten Carlo Odescalchi, sie sollten ihre Arbeit in den Volksmissionen und im Dienst der Kurie fortsetzen. Dies tat denn auch der Heilige und noch im gleichen Jahr 1814 fand er bei einer Mission, die er in Giano (in Umbrien) hielt, ein altes Kloster, San Felice, das zuerst Benediktinern, dann Augustinern und schließlich Passionisten gedient hatte und damals leer stand. Durch Vermittlung seines Freundes, des Prälaten Cristaldi, erhielt Del Bufalo dieses Kloster am 30. November 1814 von Papst Pius VII. zugewiesen.

Doch die ersten Gefährten des Heiligen und selbst der heiligmäßige Gaetano Bonanni fanden Gründe und Vorwände, um nicht nach San Felice zu gehen, und der Gründer sah sich von allen verlassen. Wie es in solchen Lagen zu gehen pflegt, gab es nun viele, die den anscheinend Unterlegenen anklagen und gleichsam mit Steinen bewerfen zu müssen glaubten. Man spottete über den erst dreißig-jährigen Kanonikus, der da eine Kongregation gründen wollte, und alle, außer Cristaldi und Albertini, sagten sich von ihm los. Was tat Del Bufalo? Wenn alle sich zurück zogen, so wollte wenigstens er „Missionar des Kostbaren Blutes“ sein. Unentwegt hielt er Volksmissionen selbst in Rom, und sie waren trotz aller Anfeindungen und Schwierigkeiten so gesegnet, daß guter Wille den Finder Gottes nicht länger mehr verkennen konnte. Nach einem umfangreichen Briefwechsel mit Del Bufalo und Cristaldi entschloss sich dann Bonanni, der spätere Bischof von Norcia, das Kloster San Felice doch zu übernehmen, und andere Priester folgten seinem Beispiel. So wurde der 15. August 1815, an dem das Haus in Giano eröffnet wurde, der Gründungstag der Kongregation der „Missionare vom Kostbaren Blut“.

Widerwärtigkeiten und Anfeindungen

Die folgenden Jahre des Heiligen sind ausgefüllt mit unermüdlicher und von Gott außergewöhnlich gesegneter Arbeit in Volksmissionen und Exerzitien, aber auch mit Widerwärtigkeiten aller Art, die nicht bloß von Kirchenfeinden, sondern auch von geistlichen Mitbrüdern verursacht wurden und selbst an höchster Stelle in Rom ein Echo fanden. So kam es, um nur ein Beispiel anzuführen, daß Kardinal Odescalchi einmal dem heiligen folgendes mitteilte: „Vor acht Tagen habe ich mit dem Papst Gregor XVI. über Ihr Institut gesprochen und zu meinem Bedauern muss ich Ihnen sagen, daß er sehr dagegen eingenommen ist. Wenn Pius VIII. die Sache (das heißt die Anklagen) scherzhaft nahm, zeigt Gregor XVI. ein ernstes Mißfallen. Er versicherte mir, daß auch Leo XII., ein solches, ungünstiges Urteil hatte. Es wäre also der dritte Papst, der ablehnend urteilt. Das würde mich sehr entmutigen, wenn es sich um meine Sache handelte…“ Tatsächlich wurde die Regel des Instituts vom Kostbaren Blut noch von Papst Gregor XVI. bestätigt, aber erst vier Jahre nach dem Tod des Gründers.

Dieser ertrug alle Verdächtigungen und Verleumdungen schweigend, ohne sich von seiner unermüdlichen Arbeit abhalten zu lassen, ebenso wie er schweigend die Verehrung über sich ergehen ließ, die ihm das gute, unvoreingenommene Volk bezeugte. Schon sein Temperament war ja eher schüchtern und nachgiebig als kampfeslustig; doch Gott der Herr trat nicht selten auch in wunderbarer Weise für seinen Diener ein, der nichts anderes suchte, als mit Hilfe Mariens die heilende und heiligende Kraft des Erlöserblutes den Seelen wieder reichlicher zuzuwenden. Das Kostbare Blut und Maria waren die beiden Quellen seines Vertrauens, und sein gewöhnlicher Gruß war: „Gelobt sei Jesus und Maria!“ Er hatte ein Marienbild malen lassen, das man früher die „Madonna mit dem Kelch“ nannte und das heute „Königin des Kostbaren Blutes“ heißt. Es stellt die seligste Jungfrau mit dem Kinde dar, das mit seiner Rechten auf einen Kelch hinweist. Dieses Bild begleitete Del Bufalo bei all seinen Predigten und Missionen. Er segnete damit die Städte und Dörfer und das Volk, zuweilen mit geradezu wunderbarer Wirkung.

Von besonderer Bedeutung wurde eine Mission, die der Heilige im Jahre 1822 im Gebiet von Acuto und Vallecorsa, südöstlich von Rom, hielt. Damals war unter seinen Zuhörern die siebzehnjährige Maria de Mattias, die, ergriffen durch seine Predigt, sich ihm eröffnete und dann die Gründerin der weiblichen Kongregation vom Kostbaren Blut wurde. Sie ist am 1. Oktober 1950 selig gesprochen worden.

Ein Heiliger hat sein Werk vollendet

Der heilige Del Bufalo hatte seine fast ununterbrochenen Missionsarbeiten schon immer einer an sich zarten und schwachen Gesundheit abgerungen. Er setzte auch nicht aus, als in den letzten Jahren seines Lebens seine Kräfte zusehends erschöpft schienen. Noch im Jahre 1837, als rings um Rom die Cholera ausgebrochen war, beteiligte er sich an der Volksmission, die von Papst Gregor XVI. (1831-1846) für die Ewige Stadt angeordnet worden war. Nochmals wurde er von allen bewundert, aber nach den Predigten hatte er zuweilen nicht mehr die Kraft, um sich auf sein Zimmer zu begeben. So ordnete der Arzt an, daß er sich nach Albano zurück ziehe. Als aber die Epidemie auch auf Rom selbst übergriff, da ließ er sich nicht abhalten, in die Stadt zu eilen, aus der so viele flohen und in der er noch bei vielen priesterlich wirken und die Verehrung des Kostbaren Blutes des Erlösers fördern konnten. An Weihnachten 1837 zeigte es sich, daß er selbst dem Ende nahe war. Der selige Vinzenz Pallotti, der damals sein Beichtvater war, bezeugte später im Prozess, er habe an dem Kranken eine solide Tugend und eine Seele von großer Heiligkeit bewundert. Am Abend des 28. Dezember kam Pallotti nochmals an das Bett des Sterbenden. „In dessen Antlitz“, so sagte er später, „leuchteten so viel Ruhe, Heiterkeit und solche Zeichen des Friedens, daß man, wenn man alles im christlichen Geist betrachtete, sozusagen Verlangen bekam, in Agonie zu sein.“ In dem Augenblick, als Del Buflao verschied, war der selige Pallotti ganz ergriffen, da er aus dem noch warmen Leichnam einen leuchtenden Stern aufsteigen sah. Es war die Schau, die ein Heiliger, wie es auch Pallotti war, von der Seele eines anderen Heiligen hatte.

Im fünfzigsten Gedächtnisjahr der Verkündigung des Dogmas der Immakulata, im Jahre 1904, wurde Del Bufalo selig gesprochen, und er war der erste, den der heilige Papst Pius X. zur Ehre der Altäre erhob. So scheint es kein zufälliges Zusammentreffen, daß der glühende Apostel Mariens und des Kostbaren Blutes im gleichen Jahre wie Pius X., im Marianischen Jahr 1954, durch die feierliche Heiligsprechung der ganzen Kirche als Helfer und Vorbild gegeben wurde. –
aus: Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 159 – S. 162

Bildquellen

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