Der heilige Bauersmann Isidor von Madrid

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

10. Mai

Der heilige Bauersmann Isidor und seine selige Gattin Maria

Zu Madrid in Spanien geboren, ward er schon als Kind von seinen frommen Eltern an strengen Gehorsam und an Arbeit gewöhnt. Seine liebste Belohnung dafür war ihm, wenn er der heiligen Messe beiwohnen und das Wort Gottes hören durfte. – Als Jüngling zeichnete er sich besonders durchs eine herzliche Liebe gegen Jedermann, durch seine Ausdauer auch in den härtesten Arbeiten und durch seinen fröhlichen Mut in Trübsalen aus. Ein Edelmann, Johann von Vargas, nahm ihn in den Dienst und schickte ihn auf sein Landgut, wo er in größter Treue seine Arbeiten verrichtete. In aller Frühe ging er an seine Arbeit, aber nie ohne Gebet, ohne Aufopferung aller seiner Mühen. Mit Erlaubnis seines Herrn durfte er alle Tage der heiligen Messe beiwohnen, was ihm die größte Wonne war. – Des frommen und treuen Knechtes Isidor wegen segnete Gott auch das Haus seines Herrn so reichlich, daß der Edelmann die die größte Hochachtung vor seiner Frömmigkeit hatte, und ihn wie einen Bruder liebte. Mit Freuden gab er die Erlaubnis, eine gottesfürchtige Jungfrau zu ehelichen, Namens Maria Torribia. Gott segnete auch diese Ehe mit einem Kind, das aber bald starb. Nun entschlossen sich beide Ehegatten, aus Liebe zu Gott und Maria in Enthaltsamkeit zu leben, und ungeteilt sich dem Dienst Gottes und seiner göttlichen Mutter hinzugeben.

Isidor, der die Mutter Gottes echt vom Herzen liebte, machte mit seiner Gattin, welche die gleiche Liebe mit ihm teilte, häufige fromme Wallfahrten. So pilgerte er gerne zu U. L. Frau von Atocha bei Madrid, einem der größten Heiligtümer der Spanier. Ebenso zu U. L. Frau von Almuda und Belvis, von Castello und Pennehora. – Dort verrichteten sie ihre Andacht so glühend, daß noch die Erinnerung an diese beiden heiligen Eheleute unter den Bewohnern dieser Orte lebte. – Maria, die Gattin Isidors, hatte die fromme Gewohnheit, ohne ihren Mann die Einsiedelei der heiligen Jungfrau, welche am andern Ufer des Xaramaflusses liegt, zu besuchen, und dort in der Lampe vor dem Gnadenbild das Licht zu unterhalten. –

Verleumdung der seligen Ehegattin Maria

Böswillige Menschen, denen die Eintracht und die Frömmigkeit der beiden heiligen Eheleute schon lange ein Dorn im Auge war, verklagten Maria bei ihrem Mann, als führte sie unter dem Schein der Andacht einen sündhaften Umgang mit den Hirten, welche in der Nähe der Einsiedelei die Rinder weideten. Isidor wollte sich selbst überzeugen, und verbarg sich an einem Ort des Flusses. – Maria, seine Gattin, kam an das Ufer des Flusses, der gerade damals von vielen Regen so angeschwollen war, daß sie ihn nicht übersetzen konnte. Wie erstaunte nun Isidor, als seine Gattin ihren Mantel herab nimmt, ihn auf das Wasser breitet, sich und das Wasser mit dem heiligen Kreuz bezeichnet und auf dem Mantel stehend, über den Fluss setzt! Isidor hatte genug gesehen; er ging, Gott die heilige Jungfrau preisend, nach Hause.

Augenzeugen versicherten noch, daß sie Maria öfters auf solche Weise über den Fluss setzen sahen, in der einen Hand das Ölgefäß haltend, und in de anderen eine Fackel, welche nicht erlosch. Auf einem Bild in der Kirche Unserer Lieben Frau zu Atocha ist dies wunderbare Ereignis zu sehen. – Maria überlebte ihren heiligen Ehegatten noch fünf Jahre; beide entschliefen selig im Herrn, Isidor im Jahre 1170 am 15. Mai und Maria im Jahre 1175. –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 1176 – Sp. 1178

Verleumdung des heiligen Isidor

Einige andere Knechte, welche auf dem Feld arbeiteten, wurden ihm sehr gehässig, weil er mit ihnen zwar freundlich redete, sich mit ihnen aber in keine vertrauliche Gemeinschaft bei ihren leichtsinnigen Vergnügungen einließ. Sie kamen deswegen zu seinem Herrn und klagten ihn an, daß er zu spät zu der ihm aufgetragenen Arbeit komme und zum Schaden des Herrn vieles versäume. Der Herr begab sich selbst heimlich auf das Feld und sah wirklich, daß Isidor später als andere zu arbeiten anfing. Da er ihm einen Verweis geben wollte, sah er, daß neben Isidor noch zwei andere Jünglinge von schöner Gestalt mit einem Gespann weißer Ochsen pflügten. Vargas glaubte, Isidor hätte solche bestellt, um die Arbeit, welche er durch sein langes Ausbleiben versäumt hatte, wieder herein zu bringen. Er ging daher näher zu ihm, bemerkte aber im Hingehen, daß die gesehenen Ochsen und Arbeiter verschwanden. Hierüber verwunderte er sich sehr und fragte den Isidor ernstlich, was das für Ochsen und Arbeiter gewesen wären, die mit ihm geackert hätten. Isidor antwortete: „Ich habe niemand zu Hilfe gerufen, niemand gesehen. Meinen Gott rufe ich täglich des Morgens an, daß er mein Helfer sei und meine Arbeit segnen wolle. Meinem Schutzengel empfehle ich mich und meine Arbeit.“ Vargas schloss hieraus, daß Isidor bei Gott in großer Gnade stehe und durch sein Gebet an der Arbeit nichts versäume, weil die heiligen Engel sich würdigten, seine Stelle zu vertreten; er ermunterte ihn deswegen, in seiner Frömmigkeit beständig fortzufahren; denn so hoffte er, den göttlichen Segen auch über seine Felder zu erlangen. Und man beobachtete wirklich, daß die von Isidor angebauten Felder mehrere und bessere Früchte trugen, als die anderen.

St. Isidor und seine heilige Frau Maria sind Vorbilder und Schutzpatrone der Landleute. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 347/349

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