Die Macht der Frau in Bezug des Irrtums

Die katholische Frau

Welche Macht die Frau in Bezug des Irrtums hat

Notwendigkeit, das Frauengeschlecht nach katholischem Gesichtspunkte zu betrachten.

Macht der Frau bezüglich des Irrtums. — Der Mann erzeugt ihn, aber die Frau empfängt ihn, zieht ihn groß. — Alle falschen Religionen und Häresien sind nur unter Beihilfe des Weibes entstanden, — Die Ausbreitung und Befestigung des Protestantismus und des modernen Unglaubens ist ihr Werk.

Die Entstehung der Irrtümer ist ohne Zweifel das Werk des Mannes; aber sie haben nur insoweit Aussicht auf Erfolg und Dauer, als die Weiber ins Mittel treten; nur insoweit als sie durch ihren Übertritt aus der Schule in die Familie von den Büchern in das Leben übergehen; und dieser Übergang ist die Arbeit, das Werk der Frauen.

In der physischen Ordnung bewirkt der Mann nur den Übergangsakt aus der Zeugung in die Geburt des Menschen. Die Frau empfängt ihn und trägt ihn neun Monate lang unter ihrem Herzen, gestaltet ihn mit ihrem Blut, gebiert ihn aus ihrem Schoß, nährt ihn mit ihrer Milch, zieht ihn groß mit ihrer Sorgfalt. So verhält es sich auch mit dem Irrtum.

Der Irrtum ist nur der Gedanke des Mannes, der seine Vernunft mißbraucht und behauptet, er mache sich seinen Glauben und sein Gesetz selber. Hat er sich einmal diesen Gedanken geschaffen, so sucht er ihn auch dem Geiste des Weibes einzuflößen. Dies ist eine Art geistiger Zeugung; denn der Geist zeugt ebenso gut als der Leib; jeder Geist reproduziert sich gewissermaßen selber in einem andern Geist durch Mitteilung der Gedanken und Ideen, gleichwie sich jeder lebendige Körper durch Mitteilung seiner Substanz in einem andern lebendigen Körper reproduziert. Ist nun das Weib so unglücklich, daß sie dieser geistigen Zeugung ihre Zustimmung erteilt, d. h. ist sie so unglücklich, daß sie den Irrtum des Geistes ihres Mannes in ihren Geist aufnimmt, so empfängt sie ihn wahrhaft in sich selber; hat sie ihm dann durch die Stärke ihrer Einbildungskraft eine ihr beliebige Gestalt und durch die Bestimmtheit ihrer Sprache einen Ausdruck gegeben, so gebiert sie ihn aus sich heraus, sie schleudert das Ungeheuer in die Familie, gibt ihm Nahrung und Leben; er entfaltet sich unter ihrer Hand und steht bald fest und aufrecht da. Wenn der Irrtum auf solche Weise durch den Einfluß des Weibes in die Familien verpflanzt ist, so wird er sozial, er wird öffentlich; vom Gebiet der Sitten geht er in die Gesetze über, die ihn auch nur aufrecht halten, weil die Gesetze hin wiederum durch die häuslichen Sitten, durch den geheimen, aber allmächtigen Einfluß der Weiber aufrecht erhalten werden.

Der alte Epikurismus z. B., welcher von Athen nach Rom gebracht wurde, hatte Anfangs unter den Männern nur wenige Anhänger, und erst später huldigten ihm auch die Weiber und zwar viel gieriger als die Männer, so daß es nicht ein einziges angesehenes Weib gab, das nicht das Bildnis Epikurs an der Halskette oder an den Armspangen trug; daß der Epikurismus für das Weib Mode wurde, und daß die Weiber, welche alle Jahre ihre Männer wechselten, ihre Lebensjahre nur mehr nach der Zahl ihrer Männer berechneten. So lange nun die Philosophie Epikurs zu Rom die Schwelle der Akademie nicht überschritt und nur ein Gegenstand der Untersuchung und Besprechung für die Männer war, richtete sie daselbst kein großes Unheil an. Als aber diese Lehre der Wollust, wie eine Pest, unter den Weibern um sich griff, beim Weibe in Fleisch und Blut überging und durch das Weib in die Familie gebracht wurde, dann und erst dann verbreitete sie sich überall im Staate, dann beschmutzte und verpestete sie alles, dann brachte sie jenes schauerliche Sittenverderbnis hervor, welches die wahre Ursache des Sturzes des Römerreichs wurde.

Alle falschen Religionen in früherer Zeit, wie alle Häresien und der Protestantismus und besonders die Philosophie in unseren Tagen haben sich durch dasselbe Mittel, nämlich durch Beihilfe der Weiber, in der Welt festgesetzt.

Es gibt keine Sekte von Häretikern, welche nicht darauf bedacht gewesen wäre, das Weib sich zur Bundesgenossin zu nehmen und in ihre Irrtümer einzuweihen.

Der hl. Paulus stellt uns die ersten Häretiker des Christentums dar, wie sie eitle, leichtfertige, schamlose, mit Sünden und Lastern befleckte Weiber an sich zu ziehen und an ihre Sekte zu fesseln suchten, um durch sie ihre unseligen Lehren in die Familien einzuführen und ihnen darin Fortdauer zu sichern: Die sich in die Häuser einschleichen und Weiblein gefangen führen, die, mit Sünden beladen, von allerlei Lüsten getrieben werden. Il. Tim. 3.

Der hl. Epiphanius berichtet, die Gnostiker hätten auf ihren Missionsreisen im Orient umher zum Nutzen Satans immer einen zahlreichen Haufen von Weibern vor sich hergehen lassen, die durch Schönheit und Anmut wie durch die Schamlosigkeit ihres Lebens und ihre Verführungs-Künste die Augen auf sich gezogen; diese hätten die Männer zur Schlechtigkeit verleitet, und sie dadurch auf den Abfall vom Glauben vorbereitet; er selber, der heilige Bischof, wäre fast in die Schlingen dieser höllischen Sirenen gefallen. (Contr. haer.) |

Andere Häresien richteten nur dadurch im Morgenland solche Verheerungen an, weil sie sich der Gunst und des Schutzes der kaiserlichen Macht zu erfreuen hatten; und diese Gunst und diesen Schutz erlangten sie nur durch Weiber. Der Arianismus fand nur deswegen so viele Anhänger, weil er am kaiserlichen Hofe eine Stütze hatte durch Basilina, die Gemahlin des Julius Konstantius, ein Weib ohne Schamhaftigkeit, ohne Religion und Sitten, eine würdige Mutter Julians des Abtrünnigen. Durch sie setzten es die Arianer durch, daß der hl. Athanasius von seinem bischöflichen Stuhle in Alexandrien nebst zwei andern Bischöfen, Asclepas von Gaza und Eutropius von Adrianopel, vertrieben wurden. Als naher Verwandter dieser elenden Fürstin, der Gottlosigkeit und Lasterhaftigkeit wie dem Blute nach, besaß Eusebius von Nikomedien, die Seele und das Haupt dieser Häretiker, die Gewalt, seine abscheulichen Mitbrüder zu halten und die Katholiken zu verfolgen (Fleury, Xl). Später beschützte Eudoxia, ein Ungeheuer an Geiz und Ausschweifung, die unversöhnliche Feindin des Eifers und der Tugenden des hl. Johannes Chrysostomus, indem sie sich die Unfähigkeit ihres schwachen Gemahls zu Nutzen machte, im Geheimen die Partei des Nestorius; und Theodora, das Weib Justinians I., diese ausgeschämte Buhlerin, welche von Procopius die Geißel des menschlichen Geschlechtes genannt wurde, unterstützte die Sache der Eutychianer bei dem Kaiser.

Man kennt die traurige aber wichtige Rolle, welche das Weib bei den Montanisten, Priscillianisten, Donatisten, Arianern und in neuerer Zeit auch bei den Jansenisten spielte. Im Kloster der „Töchter der Kindheit“ ließ das Port-Royal unter der Leitung des Abbé von Saint-Cyran alle seine Bücher drucken; und durch diese Töchter machte es so viele Eroberungen unter den Müttern, und durch diese Mütter kam es so weit, daß viele Väter im Presbyterium, in der Akademie und im Parlamente dieser Sekte anhingen. (Gesch. der Töchter der Kindheit.)

Auch der Protestantismus, von welchem der Jansenismus nur ein Bastardsprößling war, hat sich nur durch Mithilfe der Weiber endgültig in der Hälfte Europas festgesetzt. Wenn Luther und seine Trabanten mit ihren zynischen Predigten Deutschland durchzogen, so wendeten sie sich vor allem an die Weiber und suchten allen Unrat im Herzen der Weiber aufzurühren; und nur da, wo die Weiber ohne Zittern und Beben die neuen Apostel anblicken konnten, die aus den Gärten Epikurs hervorgegangen waren und am Altar der Blutschande den Ehering des Gottesraubes und den Segen des Satan empfangen hatten; nur da, wo die Weiber, ohne zu erröten, die schamlosen Verteidigungsreden der Wollust hören konnten, nur da vermochte der Protestantismus festen Fuß zu fassen. Erst nachdem die Weiber ihn als dasjenige religiöse System angenommen hatten, welches ihren damaligen Sitten am angemessensten war, konnten gewissenlose Priester ihm die Form einer Religion geben und schamlose Regierungen ein Staatsgesetz daraus machen. Es war daher, wie der hl. Cyprian von den Abtrünnigen seiner Zeit sagte, nicht der Protestantimus, welcher so viele Gegenden Deutschlands zum Abfall brachte und dem Katholizismus entriß; der Protestantismus entdeckte und bewies nur, daß jene unglücklichen Länder schon lange aufgehört hatten, katholisch zu sein, – wegen der Schamlosigkeit und Schlechtigkeit der Weiber.

Ohne Zweifel war Heinrich VIII. ein Ungeheuer, von dem man sagte: „Es gibt keine Frauen, deren Ehre er nicht seiner Wollust, und keine Männer, die er nicht seiner Grausamkeit zum Opfer gebracht hätte.“ Aber die Ausschweifungen der Anna Boleyn und die Grausamkeit Elisabethens überstiegen die Verbrechen ihres Gatten und Vaters weit. Nie hat ein Tyrann so viele Menschen zu Märtyrer gemacht, als Elisabeth; nie wurde die Kirche grausamer verfolgt: dieses schreckliche Weib, ebenso heuchlerisch als lasterhaft, verfolgte die Kirche mit eisiger Kälte. Sie besaß den Geist eines Nero und eines Julian des Abtrünnigen zugleich, Heinrich führte den Protestantismus in England ein, um den Weibern zu gefallen und unter dem Einfluß der Weiber; Elisabeth aber befestigte ihn. Sie machte sich im Übermaß eines ebenso törichten als gottlosen Hochmutes zum Papst, und legte sich zuerst den Namen einer unumschränkten Beherrscherin der Kirche Englands in geistlichen und zeitlichen Dingen bei.

Das Weib der Aristokratie, das Weib des Bürgerstandes und das Weib des gemeinen Volkes waren damals in England ebenso nichtswürdig, wie das Weib des königlichen Hofes. Der Protestantismus breitete sich daher in jenem schönen Lande nur deswegen so schnell aus, weil die Ausgelassenheit der Sitten des weiblichen Geschlechtes aller Klassen im Weibe den Glauben geschwächt hatte, und es, mit wenigen Ausnahmen, in Folge davon, fast ohne Kampf, vor den brutalen Launen eines Heinrich VIII, vor der wilden Heuchelei einer Elisabeth und vor den sakrilegischen Possen eines Jakob I. beugte, und dadurch auch den Klerus in Masse zum Weichen brachte“ (1), den Klerus, sage ich, der da, wo das Weib ihm absteht, den Verheerungen des Irrtums keinen wirksamen Widerstand mehr zu leisten vermag. Der Protestantismus wurde, nachdem er einmal durch das Weib in die Familie Eingang gefunden, zuletzt auch von den Männern angenommen und bestieg den Thron, um den Staat zu regieren.

(1) Unter den 150 Bischöfen der damaligen Zeit in England blieben nur 4 treu und wurden Märtyrer; alle andern fielen ab. Im Jahr 1793 fielen von einer fast gleichen Anzahl Bischöfe in Frankreich nur 4 ab, alle andern wurden Märtyrer.

Die gleiche historische Erscheinung in der nämlichen Epoche wiederholte sich in der Schweiz, wo Calvin auftrat, in der einen Hand den Beschluß der Aufhebung des kirchlichen Zölibats und in der andern das Gesetz über die Ehescheidung. Die Sitten des weiblichen Geschlechtes und des Klerus gewisser Kantone waren abscheulich. Das Verderbnis, welches von allen Seiten hereinbrach, war in das Heiligtum eingedrungen. In der Welt gab es fast keine Mädchen mehr, die ohne Liebhaber gewesen, und sogar Klosterfrauen, welche Mutter geworden, zählte man noch Hunderten. So wurde das neue Evangelium, das ganz gelegen kam, um so viele sakrilegische Blutschändungen zu sanktionieren und den wildesten Leidenschaften die größte Freiheit zuzusichern, in solchen Kantonen mit offenen Armen aufgenommen; und wenn die wilde Reform Calvins ohne große Anstrengung dort zur Staatsreligion werden konnte, so kam dies daher, weil sie sich als geheime Religion, durch die Ausschweifung und Schamlosigkeit des weiblichen Geschlechtes, in der Familie schon vorfand.

Wenn der Calvinismus den Fuß auf den katholischen Boden Frankreichs setzte, so geschah dies durch die Gottlosigkeit und Schamlosigkeit der Johanna d’Albret, welche, die Schläfrigkeit und Untätigkeit ihres Mannes benützend, den Katholizismus abschwor, ihn aus Béarn verbannte und durch die unmenschlichste Intoleranz und durch die grausamsten Mittel die Religion Calvins an dessen Stelle setzte. Man weiß, daß die schauerlichen Hinrichtungen in Orthez und Pau ihr Werk waren.

Wenn endlich im letzten Jahrhundert die Afterphilosophie so großen Erfolg in Frankreich hatte, so liegt der Grund davon nur darin, daß das Weib aus dem Bürgerstand und aus den oberen Schichten der Gesellschaft auf den unseligen Gedanken kam, Theologie zu treiben wie Voltaire, und Philosophie wie Rousseau. Die hartnäckige und fanatische Anhänglichkeit der Weiber an diese zwei Männer traurigen Andenkens unterstützte die Verbreitung ihrer abscheulichen Lehren. Die Irreligiosität ging in jenem Jahrhundert nicht von den Schulen, sondern von den Salons aus. Die Männer brachten sie in ein System, aber die Weiber machten sie zur Mode und empfahlen sie allen Klassen, ja drangen sie sogar denselben auf.
Der Klub Holbach hielt seine Sitzungen nur in den Boudoirs, in Gegenwart der Weiber, nur unter dem Vorsitz der Weiber. Ja, die Weiber begnügten sich nicht damit, daß sie durch ihre Anhänglichkeit an diese Lehre und durch ihre Ohrenbläsereien sie verbreiteten und ermutigten, sie waren ihr auch eine Stütze selbst am Hof; und unter dem Schutze des Unterrocks konnte die Gottlosigkeit Frankreich und sogar Europa ungestraft mit ihren schrecklichen Fluten verheeren.

So wiederholte sich die traurige Geschichte des Sündenfalls im Paradies seit 6000 Jahren und wird sich immer in der Welt wiederholen. Satan in Gestalt einer Schlange oder eines Mannes erfindet den Irrtum; und Eva, das Weib, beredet dazu, pflanzt ihn fort und befestigt ihn.

Doch mögen die Frauen uns nicht böse werden, daß wir ihnen bei der Ausbreitung des Irrtums einen so großen Anteil zugeschrieben; im zweiten Teil dieser Schrift werden wir ihnen bei Ausbreitung der Wahrheit einen noch größeren zuschreiben. Hat uns die Betrachtung des Bösen, das vom Weib ausgegangen, mit Betrübnis erfüllt, so werden wir bei der Betrachtung des Guten, das vom Weibe ist gewirkt worden, uns freuen. Da wird man sehen, daß, wo der Irrtum herrscht, zwar jeder Irrtum durch das Weib Fuß gefaßt hat, aber auch, wo die Wahrheit sich findet, diese hauptsächlich durch das Weib erhalten wird. Übrigens haben wir dieses kleine Gemälde des Übels, das das Weib angestiftet hat und anstiften kann, nur in ihrem Interesse und im Interesse der Kirche entworfen, um diejenigen, welche es angeht, zu bewegen, daß sie den religiösen Unterricht des Weibes sich mehr angelegen sein lassen, und um zu zeigen, welch wachsames Auge zu ihrer Erziehung erforderlich sei, damit das Weib nicht zu einem unheilvollen Sauerteig werde, welcher die ganze menschliche Gesellschaft verderben kann. –
aus: Joachim Ventura, Die katholische Frau, Erster Band, 1863, S. 11-18

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