Der heilige Apollonius Märtyrer

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

Der heilige Apollonius, römischer Senator, steht vor dem Richter und bezeugt seinen christlichen Glauben

Heiliger Apollonius Märtyrer

Nach dem Tode des Kaisers Marcus Aurelius, unter dessen Regierung die Christenheit verfolgt wurde, bestieg sein Sohn Commodus den Thron, welcher die Christen in Ruhe und Frieden leben ließ, so daß er auf diese Weise auch zum Wachstum der wahren Religion beitrug. Es vermehrte sich täglich die Zahl der Gläubigen, unter denen auch nicht wenige aus dem Adel und aus den reichen Bürgern waren. Den Vorzug unter diesen hatte Apollonius, ein römischer Ratsherr (Senator), der wegen seiner Weisheit, Beredsamkeit und Geschicklichkeit bei allen Römern im größten Ansehen war. Das Lesen der heiligen Schrift und anderer katholischer Bücher, das Anhören der christlichen Unterweisungen, wie auch das öftere Gespräch mit dem heiligen Papst Eleutherius öffneten ihm die Augen, daß er seine heidnischen Irrtümer erkannte, ablegte und sich zur wahren Kirche bekehrte. Also gleich nach der heiligen Taufe war er bemüht, mit großem Eifer sich die christlichen Tugenden anzueignen, und wurde andern zu einem Spiegel derselben. Nebstdem beschützte er die Christen wider ihre Feinde. Die auffallende Bekehrung eines so angesehenen Ratsherrn und sein so heiliges Leben bewogen viele andere zur Nachfolge. Der neu bekehrte Apollonius benützte jede Gelegenheit, die noch Ungläubigen, die ihm geneigt waren, mit der Lehre der Christen bekannt zu machen und sie zur Annahme des allein selig machenden Glaubens zu ermahnen. Die Zahl derer, die durch ihn bekehrt wurden, war groß.

Dies erzürnte den Feind alles Guten, und er trieb den Soldaten Severus an, den Apollonius bei dem Richter Perennius wegen des angenommenen Christentums und wegen Verlassung des väterlichen Glaubens anzuklagen. Severus musste zwar seine Anklage mit dem Tode büßen, weil der Kaiser ein Gesetz gegeben hatte, bei Todesstrafe niemanden deswegen allein, weil er ein Christ wäre, anzuklagen. Da aber dennoch auch ein Gesetz bestand, keinen Christen, der wegen seines Glaubens bei dem Gericht angeklagt war, frei zu lassen, es wäre denn, daß er dasselbe wieder verleugnet, so redete der Richter Perennius dem angeklagten Apollonius eifrigst zu, den angenommenen Glauben wieder aufzugeben und hierdurch seine hohe Ehrenstelle, sein ansehen und Leben zu bewahren. Da sich aber Apollonius dessen weigerte, befahl Perennius, er solle vor dem ganzen Senat, dessen Mitglied er war, von seinem Glauben Rechenschaft geben. Nichts Angenehmeres konnte dem Apollonius befohlen werden. Er verfaßte eine sehr gelehrte und wohl begründete Schrift, worin er die Blindheit des Heidentums und die Wahrheit und Heiligkeit der christlichen Religion klar vor Augen stellte, zugleich die Falschheit der wider den christlichen Glauben ausgestreuten Verleumdungen einleuchtend aufdeckte und widerlegte. Mit dieser Schrift kam er in den hohen Rat (Senat); er las selbe langsam und mit solchem Nachdruck ab, daß alle Anwesenden, obwohl sie Feinde der Christen waren, nicht das mindeste dawider einwenden konnten. Allein Perennius fürchtete, es möchte die Sache böse Folgen nach sich ziehen, und fällte das Urteil, es könne Apollonius, weil er als ein Christ angeklagt sei, nicht frei gelassen werden, bevor er zu dem väterlichen Glauben zurückgekehrt wäre. Apollonius aber sprach frei und unerschrocken zu dem Richter: „Mich wundert es, daß du nach Anhörung meiner unwiderleglichen Schutzrede noch Meldung tun magst von der Verleugnung des christlichen Glaubens. Meinerseits“, setzte er hinzu, „habe ich schon längere Zeit nichts anderes gewünscht, als die Wahrheit desselben nicht nur mit Worten, sondern auch mit Blut und Leben zu beweisen.“

Hierauf ermahnte er mit den ernstlichsten Worten sowohl den Richter Perennius, als alle anderen Ratsherren, seinem Beispiel zu folgen und nach Abschwörung des heidnischen Aberglaubens das christliche Gesetz als den einzig sicheren Weg zum Himmel anzunehmen. Diese christliche Freimütigkeit des heiligen Apollonius erweckte zwar in den Gemütern der Anwesenden große Bewegung, aber ohne weiteren Erfolg. Der Richter Perennius sprach mit der Einwilligung der anderen Ratsherren das Urteil: Apollonius solle durch das Schwert hingerichtet werden. Der heilige Mann beteuerte öffentlich, als ein Christ zu leben und zu sterben; denn ohne Christus sei keine Seligkeit jenseits zu hoffen, und bat alle, dies wohl zu bedenken. Apollonius hat um das Jahr 185 am 18. April sein Leben durch einen Schwertstreich als Märtyrer beendigt. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 285 – S. 286

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