Der hl Justinus lehrt in seiner Schutzschrift

Aus der Schutzschrift für das Christentum des hl. Justinus des Märtyrers

Was der hl. Justinus in seiner Schutzschrift lehrt

Zur Nachfolge laßt uns folgende Lehren des heiligen Justinus beherzigen, der um das Jahr 167 die Krone der Märtyrer erhielt, … Er sagte:

„Nichts verlange ich mehr, als für den Glauben zu sterben.“

In seiner Schutzschrift für das Christentum an den damaligen Kaiser in Rom lehrte er:

„Wir genießen das heilige Abendmahl nicht wie gewöhnliches Brot und gewöhnlichen Trank, sondern, gleich wie unser Erlöser Jesus Christus durch Gottes Geist zu unserem Heil Mensch geworden ist und Fleisch und Blut gehabt hat, ebenso ist, nach unserer Lehre, jene Speise, über welche das Dankgebet mit seinen eigenen Worten gesprochen worden ist, dieses Mensch gewordenen Jesus Fleisch und Blut. Gott wird durch keinen Ort eingeschlossen; er, der Unsichtbare, erfüllt Himmel und Erde, wird von den Gläubigen überall angebetet, und seine Herrlichkeit wird überall gepriesen. –

Wir Christen wollen uns in diesem Leben keiner Lüge schuldig machen (durch ein unchristliches Leben); denn im Verlangen nach dem ewigen Leben streben wir nach einem Wohnsitz, der uns bei dem Schöpfer aller Dinge verheißen ist. Wir sind überzeugt und glauben, daß nur jene Gott wohl gefallen, welche das Gute, die Mäßigkeit, die Gerechtigkeit, die Menschenliebe und die übrigen Eigenschaften Gottes nachahmen. Weil unsere Hoffnungen nicht auf auf dem gegenwärtigen Leben beruhen, achten wir den Martertod nicht, da der Tod ohnehin unvermeidlich ist. Würden die Sünder glauben, daß es unmöglich sei, Gott einen Gedanken, ich will nicht sagen, eine Tat zu verheimlichen, so würden sie, wenigstens der unglückseligen Zukunft wegen, sich bestreben, nach der Lehre Jesu zu leben. Christus verwirft sowohl den, der die Ehe in der Tat bricht, als den, der sie brechen will, weil vor Gott Handlungen und Gedanken gleich offen daliegen. Unter denen, die von Kindheit an in der Lehre Jesu unterrichtet worden sind, leben viele in unbefleckter Keuschheit bis ins siebenzigste Jahr. Eine zahllose Menge (Heiden) hat sich (als Christen) der Unzucht entrissen, und befolgt nun die Lehre Christi von der Keuschheit. Gott will, daß wir die Bösen nicht nachahmen, sondern durch Geduld und Belehrung alle von Schandtaten und bösen Begierden abhalten. Christus hat nicht dem mündlichen Bekenntnis (allein), sondern jenen das zukünftige Heil versprochen, die sich auch im Werk als Christen zeigen. Nur jene gelangen zur seligen Unsterblichkeit, die sich Gott durch ein tugendhaftes Leben nähern; die Lasterhaften und Unbufertigen verurteilt unser Glaube zur Strafe des ewigen Feuers (d.h. Gott verurteilt sie, wie unser Glaube lehrt).“ –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 284 – S. 285

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