Das Pontifikat des Papstes Eugen III.

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

 Die Päpste und das hl. Grab in Jerusalem

Das Pontifikat des seligen Papstes Eugen III. (regierte von 1145-1153)

Wegen der in Rom herrschenden Unruhen versammelten sich die Kardinäle sofort noch am Todestage Lucius II. und wählten den frommen Mönch Bernhard von Pisa. Er war ein Schüler des hl. Bernhard und Abt von St. Anastasius in Rom. Im Anfang des Pontifikates des Papstes Eugen kam Arnold von Brescia nach Rom und bat den Papst um Aussöhnung mit der Kirche. Nach einer Buße, die in Fasten, Nachtwachen und Gebeten bestand, wurde er auf Grund seines Gelöbnisses der Treue und des Gehorsams wieder in die Kirchen-Gemeinschaft aufgenommen. In äußerer, demütiger Unterwürfigkeit vollzog er die an ihn gestellten Anforderungen. Kaum aber hatte er sich eingeschmeichelt und sich eines bedeutenden Anhanges versichert, so warf er die Maske ab und trat wieder offen mit seinen revolutionären Ansichten hervor. Er stachelte die ohnedies gereizten Römer noch mehr zum Trotz und zur Empörung gegen die weltliche Herrschaft des Papstes auf und predigte ihnen von der alten Herrlichkeit der Stadt, von ihren Kaisern und ihrem Senat. Dadurch ganz fanatisiert, ließen sich die Römer zu den größten Ausschreitungen hinreißen; sie plünderten die Häuser der Kardinäle und jener Vornehmen, die der neuen Regierung keine Sympathien entgegen brachten, beraubten sogar die Peterskirche und verübten selbst an frommen Pilgern Gewalttaten.

In väterlicher Nachsicht bemühte sich Eugen die Römer zur Vernunft zu bringen, aber vergebens. Nun unterwarf er sie mit Waffengewalt und zwang sie, ihm als ihrem rechtmäßigen Herrn Gehorsam zu leisten. Unter dem Jubel der wetterwendischen Römer zog Eugen dann in Rom ein. Doch die Ruhe hatte keinen Bestand. Die über Tivoli erbitterten Römer forderten von Eugen, daß er die Mauern dieser Stadt nieder reißen lasse. Da der Papst einem solchen Ansinnen sich widersetzte, entstanden neue Unruhen und empörende Auftritte. Diese veranlaßten den Papst, der Stadt den Rücken zu kehren und sich nach Frankreich zu begeben, indem er klagte, daß er in Rom nicht Schafe, sondern Wölfe, Drachen und Skorpione zu weiden habe. In Frankreich wurde Eugen von Ludwig VII. auf das feierlichste empfangen. Statt dafür Sorge zu tragen, daß den Römern ihre verdiente Züchtigung zuteil werde, nahm der Papst ein höheres Interesse in Anspruch. Die Türken hatten mittlerweile Edessa eingenommen und bedrohten die heiligen Stätten… (siehe dazu den Beitrag: Der zweite Kreuzzug unter Papst Eugen III.)

Eugen hielt i. J. 1147 eine Synode in Trier und kehrte 1149 über Frankreich nach Italien zurück, unterwarf sich mit Waffengewalt, von König Roger unterstützt, die Römer, sah sich aber bald zum dritten Mal genötigt, die aufrührerische Stadt zu verlassen. Mittlerweile schickten die Römer Abgeordnete an König Konrad, wie sie es schon früher getan, und ließen ihm ein Schreiben einhändigen, in welchem sie, statt ihre schwäche und Ohnmacht zu gestehen, sich als die Herren und Gebieter der Welt gebärdeten. Konrad wollte die Krone nicht aus den Händen der Meuterer, sondern aus der Hand des Papstes; deshalb empfing er auch die Abgesandten Eugens mit allen Ehren und unterhandelte mit ihnen über die Kaiserkrönung. Eugen erwies sich sehr geneigt und forderte die Geistlichen und weltlichen Großen auf, dem Könige zu seinem Römerzuge Beistand zu leisten; aber bald darauf, noch vor der Ausführung seines Planes, starb Konrad (15. Februar 1152). Auf dem Sterbebett empfahl er mit Umgehung seines minderjährigen Sohnes seinen Neffen Friedrich Barbarossa zum Nachfolger, der auch zu Frankreich einmütig gewählt und zu Aachen (9. März 1152) gekrönt ward.

Dieser Fürst zeigte sich gleich am Anfang seiner Regierung höchst eifersüchtig auf seine Rechte und war mit Zähigkeit bestrebt, sie zu erweitern. Damals jedoch hielt er sich noch in Schranken, schrieb dem Papst in verbindlicher Weise, wie auch dieser ihm freundlich entgegen kam. Im März 1153 wurde zu Konstanz ein Vertrag abgeschlossen, in welchem Friedrich versprach, die Herrschaft des Papstes im Kirchenstaat wieder herzustellen, die Gerechtsame des hl. Petrus zu schützen, den Griechen keinen Besitz in Italien zu gestatten, sowie ohne Einwilligung des Papstes keinen Frieden mit König Roger und den Römern zu schließen. Der Papst hingegen verhieß Friedrich als teuersten Sohn des hl. Petrus zu ehren, ihm bei seiner Ankunft in Rom die Kaiserkrone zu überreichen, gegen Reichsfeinde ihn mit geistlichen Waffen zu verteidigen und die Ansprüche des griechischen Hofes auf Italien zurück zu weisen. Da die republikanischen Römer durch den päpstlich gesinnten Landadel ins Gedränge kamen, konnte Eugen nach Rom zurück kehren, worauf eine bleibende Aussöhnung stattfand. Eugen wurde als Vermittler und Wohltäter wieder freudig begrüßt.

Durch sein einnehmendes Wesen und seine Mildtätigkeit gewann er immer mehr die Liebe des Volkes, starb aber schon am 8. Juli 1153 zu Tivoli. Der hl. Bernhard hatte ihm in 5 Büchern: „Von der Erwägung“ eine treffliche Anleitung zur gottgefälligen Verwaltung des päpstlichen Amtes verfaßt. Mit aufrichtiger Liebe und edlem Freimut stellte er ihm das Ideal eines Papstes als des Statthalters Christi vor Augen, wie auch die schwere seiner Pflichten. Er beschwört ihn, die Übelstände am römischen Hofe, die Bestechlichkeit, die Ehrsucht vieler Beamten und Geistlichen energisch zu beseitigen. Dieses Werk hielten der hl. Papst Pius V. und andere große Päpste so hoch, daß sie sich täglich bei Tisch vorlesen ließen. –
aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, II. Band, 1907, S. 383 – S. 387

Bildquellen

  • Hattler Das Leiden Der Kirche: Bildrechte beim Autor
Category: Papsttum
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