Heiliger Epiphanius Bischof von Salamis

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

12. Mai

Der heilige Epiphanius, Bischof von Salamis

Leben und Gelehrsamkeit des heiligen Epiphanius

Heiliger Epiphanius, Bischof von Salamis, Kirchenvater, wurde etwa um 315 in einem Flecken bei Eleutheropolis in Judäa geboren und widmete sich von früher Jugend auf dem Studium der heiligen Wissenschaften. Zugleich verlegte er sich mit besonderer Vorliebe auf die Erlernung fremder Sprachen, und nach dem Zeugnis des hl. Hieronymus (Apol. Adv. Libros Rufini 2, 22) war er des Griechischen, des Syrischen, des Hebräischen, des Ägyptischen und in etwa auch des Lateinischen kündig. In Palästina war es namentlich der heilige Einsiedler Hilarion, welcher auf seine geistige Entwicklung großen Einfluss übte und, wohl auch auf dessen Anregung geschah es, daß er sich zu seiner weiteren Ausbildung nach Ägypten begab. Hier suchte er die berühmtesten Einsiedler auf, kam aber auch mit Gnostikern in Berührung, welche vergebliche Versuche machten, ihn für ihre Lehren zu gewinnen. Etwa 20 Jahre alt, kehrte er ins eine Heimat zurück und errichtete bei Eleutheropolis ein Kloster, welchem er, nachdem er Priester geworden, einige dreißig Jahre vorstand.

Der Ruf seiner Gelehrsamkeit und seiner Frömmigkeit bestimmte die Bischöfe Zyperns, ihm 367 den Metropolitanstuhl von Konstantia, dem alten Salamis auf Zypern, zu übertragen. Als Metropolit leuchtete er durch Strenge und Heiligkeit des Lebenswandels, durch warmes Interesse für die Hebung und Ausbreitung des Mönchstums und durch glühenden Feuereifer für die Reinerhaltung der kirchlichen Lehre. Dieser Eifer, welcher seiner ganzen Wirksamkeit ihr eigentümliches Gepräge aufdrückte, war leider nicht immer mit besonnener Ruhe und auch nicht mit einer tiefen Welt- und Menschenkenntnis gepaart. Bei Lebzeiten erfreute sich indessen Epiphanius in den weitesten Kreisen seines ganz außerordentlichen Ansehens. Selbst den Arianern flößte er, wiewohl er sie unablässig bekämpfte, eine große Ehrfurcht ein, und wie rücksichtslos auch Kaiser Valens (364 bis 378) gegen die katholischen Bischöfe vorging, so wagte er es doch nicht, an Epiphanius Hand zu legen.

Die origenistischen Streitigkeiten trüben seine letzten Lebensjahre

Seine letzten Lebensjahre sollten durch die origenistischen Streitigkeiten getrübt und verdunkelt werden. Epiphanius war von jeher in Rede und Schrift mit besonderem Nachdruck für die Bekämpfung des Origenismus tätig gewesen, und das Verlangen, diese, wie er glaubte, gefährlichste aller Häresien an einer ihrer Haupt-Pflegestätten wo möglich zu unterdrücken, führte ihn 394 nach Palästina, wo Origenes mehrere ebenso warme als einflussreiche Verehrer zählte. Zu diesen gehörte insbesondere der Bischof Johannes in Jerusalem (386 bis 417), Hieronymus im nahen Bethlehem und deren Freund und Gast Rufinus. In Gegenwart des Bischofs hielt Epiphanius in der Auferstehungs-Kirche zu Jerusalem vor einer großen Volksmenge eine Predigt gegen Origenes und seine Irrlehren, und als Johannes sich weigerte, Origenes zu verdammen, hob Epiphanius die Kirchengemeinschaft mit ihm auf. Rufinus trat auf Johannes` Seite, Hieronymus hingegen bekannte sich zur Ansicht des von ihm hoch verehrten papa Epiphanius (Adv. Ruf. 3, 6). weitere Nahrung ward dem Streit zugeführt, als Epiphanius unweit Eleutheropolis, im Sprengel des Bischofs von Jerusalem, gegen den Letzteren Willen Paulinian, den Bruder des hl. Hieronymus, zum Priester weihte. Erst nach mehreren Jahren kam, namentlich durch die Bemühungen des damals noch vorwiegend origenistisch gesinnten Patriarchen Theophilus von Alexandrien, eine Aussöhnung zustande. Bald nachher (399) trat der verschlagene Theophilus als der gehässigste Anti-Origenist auf, geriet in Folge seiner Maßnahmen gegen die zu Origenes haltenden Mönche Ägyptens in bitteren Zwist mit Chrysostomus und wußte auch Epiphanius gegen Chrysostomus als angeblichen Origenisten in die Schranken zu rufen. Im Jahre 401 versammelte Epiphanius die Bischöfe Zyperns zu einer Synode, welche die Schriften des Origenes verwarf und ihre Lektüre verbot; mit den Akten dieser Synode begab er sich nach Konstantinopel, um persönlich Theophilus` Angelegenheit zu betreiben. Der wohlmeinende, aber kurzsichtige Greis eiferte Anfangs gegen Chrysostomus, ward dann aber seines Unrechts überführt und erkannte, daß er von Theophilus hintergangen und missbraucht worden. Ohne das Conciliabulum ad quercum abzuwarten, schiffte sich sofort nach Zypern ein und ward auf dem Meer 403 vom Tod ereilt. Seine Name findet sich im römischen Martyrologium zum 12. Mai. –
aus: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 4, 1889, Sp. 1886 – Sp. 713 – Sp- 714

Die Bekämpfung der Häresie durch Epiphanius

Epiphanius von Salamis (Konstantia) wurde um 315 zu Besanduk in Judä von christlichen und wohlhabenden Eltern geboren und von Jugend an lernbegierig, sittenstreng und fromm, entwickelte er sich einerseits zum viel bewunderten“papa E. …“, übte andererseits mit Eifer die „Philosophie“ des Mönchtums, wofür ihn wohl besonders Hilarion von Gaza begeisterte. Aus dem klassischen Mönchsland Ägypten zurück gekehrt, gründete er, ungefähr 20-jährig, in seiner Heimat ein Kloster und bekleidete, zum Priester geweiht, durch 3 Jahrzehnte das Amt eines Archimandriten. 367 wählten ihn die Bischöfe von Zypern zum Metropoliten von Konstantia. Auch als Bischof bewährte er seinen Eifer für die rechte Lehre, seine Gelehrsamkeit und aszetischen Strenge. (Buchberger, Bd. III, 1931, Sp. 728-729)

Die größten und grimmigsten, aber auch gefährlichsten Feinde der heiligen katholischen Kirche waren von jeher die Ketzer. Von Hochmut geblendet, waren sie Werkzeuge der Hölle, um gegen die heilige Kirche anzukämpfen und sie zu vernichten. Aber niemals gelang ihr Unternehmen, denn die glorwürdige Gottesmutter hat, wie die Kirche in ihren Tagzeiten singt, alle Ketzereien auf dem Erdkreis überwunden.

Es haben aber alle Ketzer, was sehr bemerkenswert ist, mehr oder minder auch gegen die Verehrung der Gottesmutter angekämpft, und sie, die reinste Jungfrau, verachtet. – Im vierten Jahrhundert tauchte eine Ketzerei auf, welche die Frechheit hatte, die immerwährende Jungfrauschaft der Gottesmutter anzustreiten. Man nannte die Anhänger dieser Ketzerei Antidikomaraniten, „Widersacher Mariä“. Dagegen trat im selben Jahrhundert eine Ketzerei auf, deren Anhänger in ihrer Verblendung so weit gingen, daß sie die heiligste Jungfrau als eine Gottheit verehrten, und ihr zu diesem Ende gewisse Kuchen, denen sie den Namen Collyridias beilegten, gebacken und geopfert hatten, daher man sie Kollyridianer hieß. –

Sein Kampf gegen die häretischen Antidikomaraniten und Kollyridianer

Gegen diese beiden garstigen, widersinnigen Sekten stritt tapfer der heilige Bischof Epiphanius.

Im Jahre 310 im heiligen Land geboren, verlegte er sich schon in seiner Jugend auf fleißige Schriftforschung, und besuchte von Zeit zu Zeit die gottseligen Einsiedler, um sich an ihrem frommen Beispiel und ihren frommen Reden zu erbauen, ja von ihrem schönen Beispiel angezogen, faßte er den Entschluss, noch sehr jung, in ein Kloster zu gehen. Nachdem er eine Zeit lang einsam in der Wüste gelebt, baute er in der Nähe seines Geburtsortes Eleuthopolis ein Kloster, wo er gegen sich solche Strenge übte, daß man ihm deshalb Vorwürfe machte. Er aber gab zur Antwort: „Gott wird uns das Himmelreich nur dann geben, wenn wir aus allen Kräften um dasselbe ringen; und Alles, was wir tun können, steht in keinem Vergleich mit der Krone der Herrlichkeit, die uns aufbehalten ist.“ Während der grausamen Verfolgungen, welche die arianischen Ketzer, die Feinde Christi und seiner göttlichen Mutter, gegen die Rechtgläubigen verübten, verließ er öfters seine Zelle, um die Verfolgten zu trösten, und sie zur Standhaftigkeit zu ermuntern. Zum Bischof von Salamin gewählt, übte er ganz besonders eine unbeschreibliche Liebe zu den Armen. Mehrere fromme Personen erwählten ihn zum Ausspender ihrer Almosen. Wer hegte von Jugend auf eine große Verehrung gegen die allerseligste Jungfrau. Als die oben genannten Ketzer ihre Ehre angriffen, schrieb und predigte er dagegen, und setzte genau auseinander, welche Größe und Würde Maria besitzt, und welche Ehre ihr gebührt. Ja er fühlte die der heiligsten Jungfrau zugefügten Unbilden so tief, daß er ausrief: „Wie dürfen es die elenden Leute wagen, die Gottesmutter anzugreifen? Wie darf es ihre rasende Bosheit mit Jener aufnehmen, Die aus so viel tausend Geschöpfen zum Gefäß der Ehre und zur Wohnung de Sohnes Gottes ist erwählt worden?“

In einer Rede, die er zu ihrem Lobe verfaßte, spricht er unter Anderem: „Maria übertrifft an Herrlichkeit die vornehmsten Herrschaften im Himmel, Gott allein ist ober ihr, alles Übrige, was nicht Gott ist, sieht sie unter ihren Füßen.“ Er nennt sie den Tempel, den Thron der Gottheit, die unschätzbare Perle des Paradieses, die Mittlerin zwischen Himmel und Erde. Endlich fügte er hinzu: „Durch dich, o heiligste Jungfrau, ist der himmlische Friede der Welt gegeben worden; durch dich sind die Menschen den Engeln ähnlich geworden; durch dich haben sie den Ehrentitel der Diener, Freunde und Kinder Gottes erhalten; durch dich wurde der Tod und die Hölle besiegt; du hast die Götzenbilder zerstört und den Menschen die Wissenschaft himmlischer Dinge zuwege gebracht; durch dich haben wir den Sohn Gottes erkannt, welchen du, o heiligste Jungfrau, geboren hast!“
Aus diesen Worten tritt klar zu Tage die überaus hohe Verehrung dieses heiligen Bischofs gegen die Liebe Frau hervor. Ein heiliges Leben und ein seliger Tod war sein Lohn. Er starb im Jahre 403. (Buttler Abelly.) –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 1174 – Sp. 1176

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