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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Valens

Valens, Flavius, oströmischer Kaiser, * um328 zu Cibalae (Nieder-Pannonien), Sohn eines früheren römischen Befehlshabers Gratianus, verweigerte als Offizier das von Julian geforderte Götteropfer, wurde aber doch in seiner Stellung belassen; 28.3.364 von seinem älteren, unterdessen zum Kaiser ausgerufenen Bruder Valentinian I. zum Mitregenten für den Osten (Asien, Ägypten und Thrakien) bestellt. Er unterdrückte 365-366 den Aufstand des Kronprätendenten Prokop und 374 die Verschwörung des Geheimschreibers Theodor.

Im wesentlichen vermochte er das Reich gegen die Perser und Goten zu schützen. Er gewährte den Juden und mit Einschränkungen (Verbot nächtlicher Mysterienfeier, Stellungnahme gegen die von Julian begünstigten Götterpriester, Sophisten u.a.) auch dem Heidentum Religionsfreiheit. Anfänglich nicänisch gerichtet, wurde er unter Einfluss seiner Gattin Dominika und besonders des Bischofs Eudoxius von Konstantinopel, von dem er vor dem Gotenkrieg 367 die Taufe empfing, zum verfolgungssüchtigen Arianer (Homöer).

Die Beschlüsse der Synode von Lampsakus 364, die sich für die Wesensähnlichkeit, damit gegen Eudoxius aussprach, annullierte er, ersetzte die widerstrebenden Bischöfe durch Eudoxianer und veranlasste 366 eine Synode zu Nikomenien zur Stärkung des Homöertums. Die katholischen Bischöfe Meletius von Antiochien, Pelagius von Laodicea, Eusebius von Samosata, Barses von Edessa und zahlreiche andere wurden verbannt; auch Athanasius musste nochmals kurze in das (5.) Exil, und sein Nachfolger auf dem alexandrinischen  Stuhl hatte dem Arianer Lucius zu weichen.

Doch Basilius der Große blieb unbehelligt. Besonders war Valens gegen das Mönchtum eingenommen. In Konstantinopel und Antiochien kamen Martyrien vor. In Nikomedien ließ Valens 80 katholische Geistliche, auf einem Schiff dem Feuertod überantworten. Er unterstützte bei den Westgoten die Partei Fritgerns gegen Athanarich, wodurch viele für den Arainismus gewonnen wurden, und gewährte 376 dem ganzen Stamm vor den Hunnen Aufnahme südlich der Donau als Foederati des Reiches.

Doch ob der Bedrückungen durch die römischen Beamten empörten sich die Westgoten. Im Kampf gegen sie fiel Valens am 9.8.378 bei Adrianopel. Seinen angeblichen Tod durch Verbrennung in einem Landhaus betrachtete schon Rufinus (HE XI 13) als Gottesstrafe für die Verfolgung der Katholiken. Bei Faustus von Byzanz erscheint sein Tod durch die hll. Märtyrer Sergius und Theodor aus diesem Grund herbeigeführt (Ana Boll 1921, 65/88). –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. X, 1938, Sp. 476

Tags: Christenverfolgung
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Byzantinismus

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