Lapsi

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Lapsi

Lapsi, Christen, die vom christlichen Glaubens wieder abfielen, besonders jene, die sich in Zeiten der Christenverfolgungen schwach erwiesen und ihren Glauben entweder schon unter moralischem Zwang oder unter Einwirkung physischer Gewalt durch heidnische Opfer oder wenigstens eine entsprechende Handlung verleugneten. Bereits für die Frühzeit wird das von Plinius (Ep. X n. 97) und vom Pastor Hermae (Sim. VIII c. 6 n. 4; Vis. II c. 2 n. 2) bezeugt. Zur aktuellen Krise für die Kirche aber wurde diese Schwäche in der Verfolgung des Decius, als Darbringung von Opfern oder wenigstens Bereitwilligkeit dazu allgemein angeordnet war und amtlich bezeugt werden musste. Man unterschied solche, die förmlich opferten (sacrificati) oder einem Götter- oder göttlichen Ehre beanspruchenden Kaiserbild Weihrauch darbrachten (thurificati), ferner seit der decianischen Verfolgung die libellatici, die förmlich und eigenhändig oder durch andere einen Schein ausstellten, der bezeugte, daß sie geopfert hätten oder zu opfern bereit seien (Cyprian, Ep. 30(31)=CSEL III 1,550). Solcher Libelli sind ca. 40, sicherlich nicht alle von Christen, erhalten …

Lapsi sind Christen, die vom christlichen Glaubens wieder abfielen; dies ist eine Bescheinigung eines abgefallenen ChristenAndere ließen nur einfach von unzuverlässigen bzw. bestochenen Beamten ihre Namen in die Listen derer eintragen, die ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen waren (acta facientes). Endlich gab es traditores, die zufolge einem Edikt Diokletians vom 23.2.303 die heiligen Bücher und Gefäße auslieferten oder ausliefern ließen (CSEL 26, 185/97). Die Wiederaufnahme in die Kirche, von manchen Rigoristen ganz abgelehnt, erfolgte erst nach mehrjähriger Kirchenbuße, deren Größe sich nach Art und Grad des Falles richtete, deren Kürzung jedoch auch auf die Fürbitte von Märtyrern möglich war, später auch auf Ausstellung eines Friedensscheines (Libellus pacis) von Seiten eines Bekenners. Gegen eine solche, durch Missbrauch die kirchliche Disziplin schwer gefährdende Erleichterung der Aufnahme-Bedingungen vertrat der hl. Cyprian die strengere Praxis gegen einen großen, von Felicissimus und Novatus geführten Teil des Volkes und Klerus von Karthago und verlangte Regelung durch ein Konzil. Novatus suchte in Rom Anhang und Anschluß an Novatian, der dem andern Extrem huldigte, während die römische Kirche sich mit Cyprian für eine vernünftige Mittelrichtung aussprach. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VI, 1934, S. 390 – S. 392

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