Ein Katholik kann kein Freimaurer sein

Warum ein Katholik kein Freimaurer sein kann und darf

Wie die Freimaurer-Kirche ausschaut

In Rom hat es zur Zeit des Heidentums einen Tempel gegeben, wo gegen zweitausend Götter verehrt wurden, welche die Römer aus allen Enden und Ecken zusammen geklaubt haben; in diesem Tempel konnten auch die verschiedenen Völkerschaften ihren Götzendienst treiben. Gerade so schaut die Freimaurer-Kirche aus (siehe auch den Beitrag: Der giftige Kern der Freimaurerei); alle Religionen können in derselben beisammen stehen, wie auf dem Marktplatz alle Gattungen Tiere zusammen getrieben sind. Während also die wahrhaft allgemeine, das heißt katholische Religion als die einzig wahre alle andern Religionen als falsche von sich ausschließt und abwehrt, wie sie nicht anders kann, nimmt die Freimaurer „Allgemeine“ alle andern Religionen in sich auf und kümmert sich demnach um Wahrheit und Falschheit gar nichts. Glaub, was du willst, sagt sie, aber leb nur ehrlich. Darum ist es auch klar, warum ein katholischer Christ nie ein Freimaurer sein kann und sein darf. Wer darum fest hält, daß die katholische Religion die einzige und allein wahre ist, der kann bei gesundem Verstand nicht dafür halten, das Widerspiel der Wahrheit sei auch Wahrheit, während es doch nur Lug und Trug ist und sein kann. Und wer mit Überzeugung glaubt, nur die Wahrheit allein könne für den Menschen der Weg zum ewigen Heil sein, der kann bei gesundem Verstand nicht glauben, es liege nichts daran, ob man die wahre oder falsche Religion habe; es seien alle Religionen gleich gut.

Der Katholik betet an, den er als einzige Wahrheit kennt

Das Bild voran stellt den Jakobsbrunnen bei Sichar im gelobten Land dar. Es sitzt daran Christus der Herr, die ewige Wahrheit; ihm gegenüber steht die Samariterin. Sie hat dem Heiland die Frage vorgelegt: wer denn von Beiden im Gottesdienst die Wahrheit habe: die Juden oder die Samariter. Darauf sagt Er, die unfehlbare Wahrheit: „Ihr betet an, was ihr nicht wißt; wir beten an, was wir wissen.“ – Sieh, das kann der Katholik in aller Wahrheit auch heut zu Tage allen andern Religionen, besonders der Freimaurer-Religion gegenüber sagen: Ihr betet an, was ihr nicht kennt; sonst würdet ihr es nicht anbeten, weil es eben nur Schein, Täuschung, Irrtum, selbst gemachtes Wesen ist. Der katholische Christ aber betet den an, den er als die einzige und alleinige Wahrheit kennt.

Der geneigte Leser sagt als katholischer Christ zu allem dem sein: „Ja“ und „So ist`s“ und freut sich, die alleinige Wahrheit in seiner Religion und Kirche zu haben. Damit er sich noch besser freuen möge, will ich jetzt noch ein Wörtlein davon sagen, wie unsinnig und gedankenlos die Meinung sei: Was Einer glaubt, sei einerlei, auf den Glauben komme es nicht an, wenn man nur ein ehrsames Leben führe.

Der Glaube hat praktische Folgen

Die, welche so reden, wissen nicht einmal, was der Glaube ist, sei es der wahre oder der falsche. Ihrem Gerede nach wäre das Glauben nicht viel mehr, als etwa ein Gedanke, der Einem einfällt und den man in seinen Kopf kommen und wieder gehen läßt, wie man es mit tausend andern Einfällen macht; es sei Straßenstaub, den der Wind bei den Augen vorbei trägt. An einem Einfall liegt freilich nichts, so wenig als am Staub; der Glaube aber, der wahre wie der falsche, ist kein toter Staub, sondern kann lebendig werden und ist dann ein fruchtbarer Same ausgestreut auf fruchtbarem Boden; er schlägt Wurzeln hinab in Geist und Herz, und schlägt und treibt ins Leben hinaus Stamm und Ast und Blatt und Blüte und Frucht. Er ist lebendig und kraftvoll wie die Triebkraft in der Pflanze oder im Baum; diese Kraft bleibt sich gleich, ob die Pflanze ein scharfes Giftkraut oder ein seltenes Heilkraut, eine Brennnessel oder Pfefferminze, ein stinkender Knoblauch oder wohlriechender Rosmarin ist. So ist`s mit dem Glauben. Wo er einen Menschen erfaßt hat, treibt er ihn auch an, zu reden, zu wirken, zu leben nach dem, was er ihm sagt, sei es wahr oder falsch. Das ist noch immer und überall geschehen, wo der Glaube lebendig gewesen.

Im Heidentum

So haben zum Beispiel die Leute im alten Ägypterland geglaubt, gewisse Tiere, als Ziegen, Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, Wölfe, Spitzmäuse seien eine Art Gottheit. Das war ein falscher, irrtümlicher Glaube; die Leute aber haben es für wahr gehalten und darnach gehandelt. Wenn daher Jemand auch nur eine Katze auf der Gasse geschlagen hatte, so wurde er ergriffen, und ohne allen Pardon umgebracht, weil er nach dem Glauben der Leute eine Gottheit geschlagen habe.

Item haben die sonst so gescheiten alten Heiden in Rom unter den vielen hundert Gottheiten auch an einen Gott geglaubt, der schon als Kind Gaunerstreiche verübte, Rinder stahl und sich darüber listig hinaus redete. Nach diesem Glauben ehrten sie nun auch den vermeinten Gott; wenn Einer was stehlen wollte, betete er zu ihm um glückliches Gelingen des Diebstahls, und war er gelungen, so dankte er ihm und opferte ihm einen Teil des Gestohlenen; er meinte den Gott dabei nur zu ehren, wenn er sein Beispiel nachahmte, und das Stehlen auf pfiffige Weise anstellte, wie der Gott es ihm vorgemacht hat.

Im Islam

Detto haben die Türken den Glauben, wenn sie in der Schlacht recht viele Christen umbringen, eine Gott gefällige Tat zu tun; und wenn sie selber in der Schlacht sterben müssen, glauben sie damit allein schon gewiß in das türkische Paradies zu kommen. In früheren Zeiten, wo dieser Glaube bei den Türken noch stark war, hat er sie auch zu wilden Kriegen getrieben und sie angefeuert mit Todesverachtung zu kämpfen und zu siegen. Auch im letzten Türkenkrieg vor wenigen Jahren hat sich das noch gezeigt.

Ferner habe ich dieser Tage erst gehört, wie noch vor fünfzehn Jahren auf der Osterinsel weit drunten im großen Weltmeer die Heiden geglaubt haben, ihr Gott sei mitunter zornig, lasse sich aber durch Kinderblut besänftigen. Und diesem Glauben gemäß haben die Wahrsager oft kleine Kinder geraubt, getötet, gebraten und verzehrt und gemeint, damit eine ihrem Gott angenehme Tat zu vollbringen.

Bei den Atheisten und Pantheisten

Laß endlich einen Menschen glauben, es sei mit dem Tod Alles aus; er habe nach dem Tode nichts zu hoffen und nichts zu fürchten. Kommt über einen solchen Menschen ein großes Leiden, ein schwerer Kummer, eine unerträgliche Schande, so glaubt er nach seinem Glauben, daß der Tod all dem Elend ein Ende macht ohne weiteren Nachteil; und so wird er sich selber den Tod geben. Erst gestern ist in der Zeitung gestanden, daß ein namhafter reicher Herr sich selbst umgebracht habe, weil er dem Erblinden nahe gewesen, und er dem Jammer eines Blinden ausweichen wollte. Hätte er fest geglaubt, daß der Jammer mit dem Tod nicht aufhören, sondern wegen des Selbstmordes noch tausendmal furchtbareres Elend ihn drüben erwarte, hätte er sich gewiß nicht selber den Tod angetan. Was hätte er denn dabei profitiert? (siehe den Beitrag: Gottlose Philosophie bestärkt Selbstmord)

Der Glaube hat unwiderstehliche Triebkraft

Da sieht man handgreiflich, daß der Glaube unwiderstehliche Triebkraft hat, selbst wenn er der falsche Glaube ist. Wer darum behauptet, auf den Glauben komme es nicht an, glauben könne man, wie man wolle, wenn man nur ehrlich lebe, der sagt eigentlich so viel als: was ein Mensch unter das trockene Stroh hinein bringe, Wasser oder Feuer, das sei Eins, wenn`s nur nicht brennt; oder ob du einem Menschen süße Milch oder Gift zu trinken gibst, sei gleich, wenn er nur nicht daran stirbt. Aber du Narr, kann denn`s Stroh auf gewöhnliche Weise anders als brennen, wenn du Feuer darunter legst, und kann der Mensch anders als jämmerlich sterben, wenn er Gift bekommt? – Da hilft es nichts zu sagen: Ja freilich, brennen hätt` es nicht sollen, und sterben hätte der Mensch nicht sollen.

Und ebenso wenig hilft es, wenn der Freimaurer-Prediger sagt, stehlen, Kinder rauben, Menschen morden, dass sei freilich nicht das ehrsame Leben, wie er es meine. Wenn er einen Funken Vernunft hat, muss er einsehen, daß an solchen Schandtaten der Glaube der Leute die Schuld hat, und daß es folglich durchaus nicht einerlei sei, was man glaube.

Für dich, vernünftiger Leser, ist das Gesagte genug, um zur Einsicht zu kommen, wie falsch, wie unsinnig und wie schädlich eine solche Freimaurer-Lehre sei. –
aus: Franz Ser. Hattler SJ, Christkatholisches Hausbrod für Jedermann der gut leben und fröhlich sterben will, I. Band, I. Teil, 1892, S. 19 – S. 22

weitere Beiträge über die Freimaurerei:

Die Päpste und die Freimaurerei

Leo XIII. Das Wesen der Freimaurerei

Leo XIII. Die Gefahren der Freimaurerei

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