Der heilige Papst Eutychianus (275-283)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Die Päpste der Katakomben

Der heilige Papst Eutychianus (regierte von 275-283)

Der heilige Eutychianus, der Nachfolger des heiligen Felix, regierte acht Jahre. Er war in Luni in Tuscien in Italien geboren und ein zweiter Tobias. Mit eigenen Händen soll er nämlich über dreihundert Märtyrer begraben haben. Seine Wahl erfolgte am 4. Januar des Jahres 275. Schon zur Zeit dieses Papstes segnete man, wie noch jetzt, die Feld- und Gartenfrüchte. Diesen frommen Gebrauch soll der Papst Eutychianus ausdrücklich bestätigt haben. Das Andenken an diesen Papst feiert die Kirche am 7. Dezember, an dem er auch starb. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 57

Papst Damasus berichtet, daß Eutychianus in der Nähe von Savona in der Stadt Luni geboren wurde und daß sein Vater Marinus hieß. Als Papst habe er, wie berichtet wird, 342 Märtyrer beerdigt. Er wird als ein vom heiligen Geist erfüllter Mann gepriesen. Auch über deine Todesursache wissen wir nichts.

Um diese Zeit breitete sich die manichäische Irrlehre in Persien wie im römischen Reich aus. Sie trägt den Namen von Manes, einem christlichen Perser. Er gab sich als den von Christus verheißenen Tröster (Paraklet) aus und trug ein Gemisch der alten heidnischen persischen Religion und des Christentums vor. Er wählte zwölf Apostel, unter denen 72 Bischöfe standen. Unter diesen waren Priester und Diakonen. Die Anhänger wurden in Katechumenen und Eingeweihte eingeteilt. – Manes nahm gleich den Gnostikern – seine Lehre war überhaupt nur eine neue Auflage der gnostischen Irrlehre – zwei ewige Gottheiten an, den Gott des Lichtes und den Gott der Finsternis. Den Menschen erzeugte der Gott der Finsternis mit seiner Genossin Nebrod. Der Mensch vereinigte aber in sich zwei Naturen, Geist-Licht und Finsternis-Materie. Damit aber die Lichtnatur sich im Adam nicht frei mache, wurde er von Eva verführt, die ebenfalls der böse Geist erzeugte. Und so wurde der Mensch immer tiefer in die Materie verstrickt. Da erschien der in der Sonne thronende Christus in einemScheinleib und lehrte die Menschen, wie sie sich von der Materie befreien können. Das ist nach Manes die Erlösung… Manes wurde vom Perserkönig gefangen genommen, der ihn 276 lebendig schinden, seine Haut ausstopfen und vor den Toren der Hauptstadt aufhängen ließ. Diokletian verfolgte die Manichäer im römischen Reich wegen ihrer Unsittlichkeit, viele wurden enthauptet, einige sogar zum Feuertode verurteilt, die übrigen, welche als Manichäer erkannt wurden, verbannt. Dieses Dekret erließ Diokletian im Jahre 287. Ebenso erließen dann christliche Kaiser aus sittlich-religiösen Gründen wiederholt scharfe Gesetze gegen diese abscheuliche Sekte, die im geheimen bis spät ins Mittelalter fortwucherte; so die Kaiser Valentinian I., II. und III.; Theodosius I. d. Gr. Stellte im Jahre 381 „Inquisitoren“ gegen sie auf; sodann wieder die Kaiser Honorius, Theodosius II., Justinus und Justinian I., ein sicheres Zeichen, daß diese gefährliche Sekte immer wieder auftauchte. Ja, dieselbe begegnet uns mit Mittelalter unter dem Namen der Bogumilen auf dem Balkan, der Katharer in Oberitalien, der Albigenser und Waldenser in Frankreich, von wo diese verderbliche Irrlehre nach Deutschland kam. Weil die manichäischen Sektierer die Grundlage der Familie, des Staates und der Kirche unterwühlten, setzten die Päpste im dreizehnten Jahrhundert die Inquisition ein zum Schutz der christlichen Sittlichkeit und Gemeinwesen. –
aus: P. Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste I. Band, 1907, S. 125 – S. 126

Bildquellen

  • Hattler Das Leiden Der Kirche: Bildrechte beim Autor
Category: Papsttum, Stangl
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