Päpste der Katakomben Heiliger Cletus

Zur Zeit der Päpste der Katakomben: Taufe in einer Katakombe; Eine Frau wird vom Priester getauft, während Taufzeugen knien

Die Päpste der Katakomben

Heiliger Cletus (regierte von 76-88) *

Im gleichen Jahr mit Titus bestieg der dritte Statthalter Jesu Christi, der Römer Cletus den Heiligen Stuhl des Apostels Petrus. Seine Regierung begann in einer sehr bedrängten Zeit. Der Feuer speiende Vesuv hatte die süditalienische Städte Pompeji, Herkulanum und Stabiä verschüttet. Zu derselben Zeit, da diese Städte untergingen, erfuhr auch Rom schwere Heimsuchungen. Eine Feuersbrunst vernichtete das Theater des Pompejus und das Pantheon. Dazu kam noch die Pest, welche eine große Zahl von Menschen hinweg raffte. Die christliche Religion aber machte unter dem Papst Cletus glänzende Fortschritte. Weil sie vom Kaiser keine Verfolgung zu befürchten hatten, so konnten die Christen auch die den Heiden unbekannte Nächstenliebe ausüben, die Hungernden speisen und die Kranken pflegen. Selbst hohe Beamte aus der Umgebung des Kaisers bekehrten sich zum christlichen Glauben. Leider starb Kaiser Titus nach zweijähriger Regierung im einundvierzigsten Lebensjahr, wahrscheinlich an Gift, das ihm sein Bruder Domitian beigebracht hatte, um die Herrschaft der Welt zu erlangen. Domitian wurde Kaiser und vereinigte alle Laster seiner Vorgänger in seiner Person. Daß er ein heftiger Christenverfolger wurde, ist aus seinem Charakter klar. Vorerst verlangte er für sich göttliche Ehre, ließ seine Bildnisse anbeten, ihnen opfern, und gab dafür dem Volk blutige Schauspiele, bei denen viele Menschen das Leben verloren. Sogar Frauen zwang er im Theater zu kämpfen. Da die Christen sich weigerten, die silbernen und goldenen Statuen des Kaisers anzubeten, zogen sie sich den Vorwurf zu, daß sie die Obrigkeit nicht achteten. Daher starben viele von ihnen unter den grausamsten Martern. Einer der ersten war der heilige Papst Cletus, dessen Leben und Wirken in tiefes Dunkel gehüllt ist. Sein Fest wird am 13. Juli gefeiert. Das gleiche Los teilten Flavius und Domitilla, welche der kaiserlichen Familie angehörten. Zu eben der Zeit lebte nach den Mitteilungen des heiligen Irenäus in Rom ein Schüler und Begleiter des heiligen Apostels Paulus, ein Mann groß in Tat und Wort, von dem der heilige Paulus schon in seinem Brief an die Philipper spricht. Es ist Clemens I. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 31 – S. 32

Kaiser Domitian war der Urheber der zweiten allgemeinen Christenverfolgung. Im Römischen Reich hatte sich allenthalben bereits das Christentum ausgebreitet, zahlreiche Christengemeinden bestanden schon, andere bildeten sich tagtäglich.

Besonders groß war die Zahl der Christen in Rom, wo sie in den vornehmsten Kreisen, selbst am Hofe, ja sogar in der kaiserlichen Familie vertreten waren. So war der Vetter Domitians, der Konsul Flavius Klemens, wie auch seine Nichte Domitilla Christen. Den einen ließ der Wüterich martern, Domitilla aber schickte er in die Verbannung. Während dieser Verfolgung wurde nach dem Bericht Tertullians der Apostel Johannes in einen Kessel siedenden Öles und als er aus demselben gekräftigter hervor ging, auf die Insel Patmos verbannt… Die Todesart des Papstes ist uns unbekannt. Eine Ruhestätte fand sein Leichnam im Vatikan neben seinen Vorgängern.

(*) Cletus und Anacletus ist gleichbedeutend. Und da man bisweilen Anacletus für Cletus schrieb, glaubten spätere Schriftsteller, es handle sich um zwei verschiedene Päpste. –
aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, I. Band, 1907, S. 90 – S. 92

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