Papst Johannes XVII. (1003)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Freiheit und Knechtschaft

Papst Johann XVII. (regierte 1003)

Nach dem Tode des Papstes Silvester II. erhob sich wieder der Streit der Adelsparteien um die Herrschaft über Rom und den Papst. Der deutsche König Heinrich II. hatte in Deutschland Kampf und Fehde genug, so daß es ihm unmöglich war, nachdrücklich bei der Besetzung des päpstlichen Stuhles einzugreifen. So geschah es, daß Johannes XVII. zum Papst gewählt wurde. –
aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, II. Band, 1907, S. 324

Aus dem Gesagten geht hervor, daß der Nachfolger des Papstes Silvester, Johannes XVII., mit dem Beinamen Sicco, keine angenehme Stellung hatte. Er war im Schloss Repugnano im Bezirk Ancona von angesehenen Eltern aus dem Geschlecht der Grafen von Tusculum geboren und kam früh nach Rom, wo er im Hause des Stadtobersten Petronius seine Studien machte. Seine Wahl, die am 13. Juni des Jahres 1003 stattfand, verdankte er nur seinen großen Verdiensten um die Kirche. Aber sein früher Tod hinderte ihn, die Hoffnungen zu erfüllen, welche man in ihn gesetzt hatte. Er regierte nämlich nur fünf Monate und starb noch am 6. November des nämlichen Jahres, in dem Papst Silvester gestorben war.

Als der Papst Johannes aus dem Leben geschieden war, gab es bei der Neuwahl wieder große Streitigkeiten. Die siegreiche Partei setzte im Januar des Jahres 1004 Johannes XVIII. mit dem Beinamen Phasianus, einen Verwandten des berüchtigten Crescentius auf den Heiligen Stuhl. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 374

Über die Tätigkeit während seiner kurzen Regierung haben sich keine Nachrichten erhalten. Er wird unrichtig von Manchen als Johann XVIII. bezeichnet.

Anmerkung zum Gegenpapst Johannes XVI.

Johann XVI. (unrichtig XVII.), Gegenpapst 997 bis 998, OSB, Joh. Philagathos, Grieche aus Rossano in Kalabiren (Joh. Calaber), Günstling der Kaiserin Theophanu, Pate Ottos III., 980 bis 982 Reichskanzler für Italien, Abt v. Nonnantula, 982 bis 988 Erzbischof v. Piacenza. Hochgebildet, hatte Johannes unter Otto II., Theophanu und Otto III. als Ratgeber und Vermittler zwischen dem Abendland und dem byzantinischen Reich eine wichtige Stellung inne. Durch byzantinische Intrigen und durch Johannes Crescentius II. ließ sich der treulose, ehrgeizige Mann gegen den deutschen Papst Gregor V. aufstellen, wurde aber bei der Eroberung Roms durch Otto III. 998 auf der Flucht gefangen und trotz der Verwendung des hl. Nilus grausam geblendet und verstümmelt; er starb erst nach 1001 in einem römischen Kloster. (Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. V, 1933, Sp. 471 – Sp. 472)

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