Heiliger Dominikus Savio Bekenner

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

9. März

Heiliger Dominikus Savio

Die Bedeutung  der Heiligsprechung von Dominikus

Dominikus (italienisch: Domenico) Savio ist nicht nur einer der wenigen heilig gesprochenen Laien; er ist mit seinen nicht ganz fünfzehn Jahren des Lebens auf Erden der jüngste von allen heilig gesprochenen Bekennern. Seine Heiligsprechung soll in besonderer Weise alle daran erinnern, daß Selbstheiligung das oberste, wichtigste und entscheidende Ziel für jedes Menschenleben und für jedes Lebensalter ist und daß jeder in gewissem Sinn auf sich selbst das Wort anwenden soll, das Domenico Savio einem Freund schrieb: „Gott steh uns bei, daß wir uns heiligen, aber schnell heiligen, denn ich fürchte, daß wir nicht mehr viel Zeit haben werden.“

Dominikus kurzer Weg zur Heiligkeit

In ganz kurzer Zeit hat Domenico den an sich weiten Weg zur Heiligkeit durchlaufen. Äußerlich gesehen, ist er dabei ganz den gewöhnlichen Weg junger Leute seines Alters gegangen. Zwar hat er unleugbar auch außergewöhnliche Gnaden erhalten, aber es waren doch nicht die wundersamen und zuweilen seltsam erscheinenden Wege, wie zum Beispiel im Innenleben des heiligen Stanislaus Kostka. Er hatte keine Titel und keine Krone, auf die er hätte verzichten können wie Luigi Gonzaga – denn er war das Kind armer Eltern -, aber seine Gefährten nannten ihn doch bald ob seines ganz anderen Wesens eine „San Luigi“. Er konnte auch nicht durch Ordensgelübde und Ordensregeln sich Gott zum Opfer darbringen, wie es der heilige Johannes Berchmans oder der heilige Gabriel von der Schmerzhaften Mutter (Possenti CP) taten, aber Gott selbst hat auch durch Wunder bestätigt, mit welchem Wohlgefallen er auf diesen seinen Diener schaut und auf seine Fürsprache hört. Don Bosco sagt wohl mit Recht: die göttliche Vorsehung habe es gefügt, daß Savio an mehreren Orten verweile, damit sein Tugendbeispiel mehr bekannt werde, aber es handle sich schließlich immer um Orte im Umkreis von Castelnuovo d`Asti (das übrigens auch die Heimat der heiligen Johannes Bosco und Josef Cafasso war).

Auf der Suche nach besserer Lebensmöglichkeit waren Domenicos Eltern vorübergehend nach Riva bei Chieri gezogen, und dort wurde er am 2. April 1842 geboren. Nach weniger als zwei Jahren kehrten sie aber wieder nach Murialdo zurück, das zur Gemeinde Castelnuovo gehörte. Der dortige Kaplan berichtete: „Als ich meine Arbeit in Murialdo antrat, sah ich häufig einen Knaben von etwa fünf Jahren in Begleitung seiner Mutter zur Kirche kommen. Die Heiterkeit seines Antlitzes, seine bescheidene Haltung und sein andächtiges Benehmen lenkten meine und andere Blicke auf sich. Wenn er die Kirchentür verschlossen fand, geschah etwas Merkwürdiges: statt zu lärmen und zu schwatzen, wie andere Knaben dieses Alters, kniete er an der Türschwelle nieder, neigte sein Köpfchen, faltete die Hände auf der Brust und betete andächtig, bis die Kirchentür aufgemacht wurde; das tat er auch, wenn es regnete oder schneite und der Boden schlammig war. Verwundert erkundigte ich mich nach ihm und erfuhr, daß dieser Knabe der Sohn des Schmiedes Carlo Savio sei.“

Sein Tugendleben

Ausnahmsweise – für die Zeit vor etwa hundert Jahren – durfte Dominikus schon mit sieben Jahren zur ersten heiligen Kommunion gehen. „Das war für mich der schönste Tag und ein großer Tag“, gestand er später dem heiligen Don Bosco, und am gleichen Tag schrieb er als „Erinnerung“ nieder: „Ich will zur heiligen Beichte und Kommunion gehen, sooft es mir der Beichtvater erlaubt… Meine Freunde werden Jesus und Maria sein. Sterben, aber keine Sünde!“ – Damit ist eigentlich schon das Geheimnis seiner Größe und Heiligkeit angedeutet. – Um die Schule besuchen zu können, legte dann Domenico täglich den halbstündigen Weg von Murialdo nach Castelnuovo zurück. Welch ungewöhnliche Reife und Glaubenstiefe er damals schon sich angeeignet hatte, zeigen die Antworten, die er einer älteren Person gab, die ihn mitleidig ansprach: „Mein Lieber, hast du denn keine Furcht, so allein des Wegs zu gehen?“ – „Ich bin nicht allein; ich habe den Schutzengel, der mich begleitet.“ – „Aber es muss dir doch schwer sein, viermal am Tag bei dieser Hitze den Weg zu machen!“ – „Nichts ist schwer und nichts ist mühsam, wenn man für einen Herrn arbeitet, der sehr gut zahlt.“ – „Und wer ist dieser Herr?“ – „Es ist Gott, der Schöpfer, der auch ein Glas Wasser bezahlt, wenn es ihm zulieb gegeben wird.“ – Ein Lehrer von Castelnuovo aber, bei dem Savio die zweite Elementarklasse im Jahr 1852 besuchte, bezeugt von ihm: „Domenico war von zarter und schwächlicher Statur und hatte etwas Ernstes und zugleich Gefälliges an sich. Er war sehr sanft und gut und immer von gleicher, guter Laune. In seinem ganzen Verhalten machte er immer den besten und angenehmsten Eindruck.“ Dasselbe erklärte auch ein Lehrer (und zugleich Priester) in Mondonio, wohin die Eltern des Heiligen 1852 übersiedelten. Dieser erzählte auch, wie Domenico eine falsche Verdächtigung und schwere Anklage schweigend und ohne sich zu entschuldigen hinnahm. Als sich dann doch die Wahrheit heraus stellte und man ihn fragte, warum er denn geschwiegen habe, erwiderte der Heilige nur: „Ich selbst konnte leichter Verzeihung und Nachsicht erhoffen, als der wahre Schuldige, der schon vieles angestellt hatte. Zudem dachte ich an den göttlichen Erlöser, der so ungerecht verleumdet wird.“ Aich dieses Verhalten und dieses Wort verrät eine Seelengröße und ein Leben aus dem Glauben und aus der übernatürlichen Liebe in diesem zehnjährigen Kind, wie man es auch unter „guten“, erwachsenen Christen selten findet.

Seine Weihe an Maria

Durch die Empfehlung und Vermittlung jenes Lehrers von Mononio, Don Cugliero, wurde Savio im Jahre 1854 Don Bosco vorgestellt, der ihn nach kurzer Prüfung in sein Schülerheim in Turin („Oratorium in Valdocco“) aufnahm. Kaum drei Jahre konnte Savio noch dort weilen, aber Don Bosco erklärte, daß man in diesen Jahren nicht das Unbeständige und Sprunghafte der Knaben dieses Alters (von elf bis vierzehn Jahren) an Savio bemerkte, sondern daß „alle Tugenden, die wir in ihm keimen und wachsen sahen, sich immer wunderbarer entfalteten, ohne daß eine Tugend der anderen Eintrag tat“. Jenes Jahr 1854 galt in der katholischen Welt besonders der geistigen Vorbereitung auf die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Auch Domenico Savio erneuerte an jenem 8. Dezember 1854 noch inniger die Weihe an Maria, die er schon am Tage seiner ersten heiligen Kommunion gemacht hatte. Oftmals wiederholte er an jenem tage vor dem Altar Mariens diese Worte: „O Maria, ich schenke dir mein herz; mach, daß ich immer dein bleibe! Jesus und Maria, seid ihr immer meine Freunde! Laß mich aber lieber sterben als in das Unglück fallen, auch nur eine Sünde zu begehen!“ Immer zeigte er eine besondere Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens, und neun Monate vor seinem Tod stellte er die Satzungen einer „Gesellschaft von der Unbefleckten Empfängnis“ zusammen, die er zu Ehren seiner himmlischen Herrin und Mutter unter seinen Kameraden ins Leben rief. – Er selbst war ein vorbildlicher Kamerad, der in aller Einfalt und Wahrhaftigkeit weniger guten Vorschlägen anderer gegenüber erklären konnte: „eine schönste Unterhaltung ist die Erfüllung meiner Pflichten.“

Sein Streben nach Heiligkeit

Sechs Monate nach seinem Eintritt ins Oratorium hörte er eine Predigt, die für ihn noch eine entscheidende Wendung bedeutete: „Es ist Gottes Wille, daß wir Heilige werden, und es ist nicht schwer, dies zu erreichen“; das war das Thema der Predigt, die wie ein Funke im Gott erfüllten Herzen Savios zündete. Er schien ganz verändert und gestand auf Befragen Don Bosco: „Ich fühle eine Notwendigkeit, heilig zu werden; alles andere ist nichts. Gott will mich heilig, und ich muss heilig werden. – Jetzt, nachdem ich begriffen habe, daß man heilig werden kann, auch wenn man heiter bleibt, will ich unbedingt heilig werden.“ – Dieses erneute und vertiefte Streben zeigte sich vor allem in einem brennenden Verlangen, „alle Gefährten und alle Menschen für Gott zu gewinnen.“ Hörte er Fluchworte, so neigte er traurig sein Haupt oder nahm er den Hut ab und sprach innig in seinem Herzen: Gelobt sei Jesus Christus“ – Einmal bat er einen zornmütig fluchenden Mann freundlich um die Gefälligkeit, ihm einen bestimmten Weg zu zeigen. Die gütige Heiterkeit des Fragenden beschwichtigte den Zorn des anderen, der aufrichtig bedauerte, den Weg nicht zu kennen. „Oh“, fuhr das Savio fort, „dann könnten Sie mir einen anderen Gefallen erweisen?“ – „Gerne!“ – Und der Selige näherte sich möglichst dessen Ohr und sagte ihm leise, damit andere es nicht hörten: „Sie würden mir einen großen Gefallen tun, wenn sie in Ihrem Zorn andere Worte gebrauchen würden, statt den heiligen Namen Gottes zu lästern.“ – „Ja, du hast recht“, sagte der andere erstaunt und verwundert; „dieses Laster will ich um jeden Preis überwinden.“ – Das Wesen seiner Heiligkeit – wie übrigens im Grunde jeder Heiligkeit – bestand aber darin, daß er mit größtem Eifer danach strebte, sich Gott zulieb keine Übung der Tugend oder des Guten entgehen zu lassen, wozu sich ihm in den jeweiligen Umstünden und Lagen Gelegenheit bot, auch wenn es sich dabei nur um Kleinigkeiten handelte, wie etwa freiwillig die Schuhe anderer zu putzen oder irgendwelche ähnliche Dienste zu erweisen. Savio selbst sagte diesbezüglich sehr weise: „Jeder soll tun, was er kann. Ich bin nicht zu großen Dingen fähig; aber was ich vermag, das will ich zur größeren Ehre Gottes tun; und ich hoffe, daß Gott in seiner unendlichen Güte diese meine armseligen Gaben annehmen wird.“ – So sehr er auch nach Entsagung und Fasten verlangte, wurde es ihm doch durch den Gehorsam im Hinblick auf seine zarte Gesundheit verboten. „Die Liebe zu Gott aber und das verlangen nach den himmlischen Dingen brachte Domenico in eine solche Geisteshaltung, daß man sagen konnte: er war gewöhnlich in Gott versunken“, erklärte Don Bosco.

Das beste Heilmittel für Dominikus Savio `s Krankheit

Der den Heiligen behandelnde Arzt meinte, daß dessen Körperkräfte mehr und mehr aufgezehrt würden durch das frühreife Wissen und das ständig angespannte, geistige Streben nach Vollkommenheit. Als man den Arzt aber fragte, welches Heilmittel man dagegen anwenden könne, erwiderte er: „Das beste Heilmittel wäre, Domenico Savio in den Himmel eilen zu lassen, wofür er mir gut vorbereitet scheint.“ – Da aber Domenico immer schwächer wurde, wollte man es mit einer Luftveränderung versuchen und schickte ihn „für kurze Zeit“ nach Mondonio zu seinen Eltern, daß er wieder mehr zu Kräften komme. Der Heilige aber schien die Sicherheit zu haben, daß er sehr bald sterben werde. Das zeigten auch die Fragen, die er beim Abschied an Don Bosco stellte: ob er vom Himmel aus seine Gefährten im Oratorium sehen könne und ob er ihnen vielleicht einmal einen Besuch machen könne. – Tatsächlich blieben ihm nur noch acht Lebenstage in Mondonio, von denen er die ersten vier noch außer Bett verbrachte. Obwohl er dann selbst um die Sterbesakramente bat, wollte niemand ans ein nahes Ende glauben. Als man dennoch seinem Wunsch willfahrte, wiederholte Savio nochmals, was er nach seiner ersten heiligen Kommunion geschrieben hatte. Dann sagte er: „Nun bin ich froh..! Sagt es allen: Wer Jesus als Freund und Begleiter hat, der fürchtet nichts mehr, auch nicht das Sterben.“ Am Abend des 9. März 1857 sagte er seinem Vater Lebewohl; dann rief er: „Oh, was seh` ich doch Schönes!“ Hierauf schloss er für immer die Augen mit einer solchen lächelnden Ruhe, daß sein Vater wirklich meinte, er sei nur nochmals eingeschlafen.

„Was mich im Anblick des Todes tröstete“

Einige Zeit nach seinem Tode versicherten sowohl der Vater wie auch der heilige Johannes Bosco, einen himmlischen Besuch ihres teuren Domenico empfangen zu haben. Der Gründer der Salesianer erzählte selbst seinen Mitbrüdern folgendes Gespräch aus einem seiner geheimnisvollen „Träume“ (wie er sich ausdrückte): „Sag mir, mein teurer Savio (so fragte Don Bosco), was hat dich im Sterben am meisten getröstet?“ – „Was meinst du, daß es sein könnte?“ (erwiderte Savio) – „Vielleicht daß du die Reinheit unversehrt bewahrt hast?“ – „Nicht das allein.“ – „Vielleicht, daß du ein ganz ruhiges Gewissen hattest?“ – „Das ist schon etwas Großes, aber es ist noch nicht das Größte.“ – „Vielleicht die Hoffnung auf den Himmel!“ – „Auch das nicht.“ „Ja, was dann? Vielleicht, daß du einen Schatz von guten Werken hattest?“ – „O nein!… Was mich im Anblick des Todes tröstete und stärkte, das war der Beistand der mächtigen und liebenswürdigen Mutter Gottes. Sag deinen Söhnen, sie sollen nicht vergessen, zu ihr zu beten, solange sie leben!“ –
aus: Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 169 – S. 174

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