Die Kirchenväter an der Seite von Damasus I.

Die Kirchenväter an der Seite Damasus I.

im Kampf gegen die Irrlehren

Damasus arbeitete unablässig an der Hebung und Förderung des kirchlichen Geistes bei Klerus und Volk. Gleich seinem Vorgänger (s. Liberius ein katholischer Papst) kämpfte er mit ungebrochenem Mut gegen die Irrlehre, für die Reinhaltung des wahren Glaubens. Noch immer standen die Arianer Gefahr drohend da, zumal Valens, der Bruder Valentinian`s und Herrscher im Orient, dieselben begünstigte. Aber auch andere Irrlehren erzeugten Spaltung und Verwirrung. In diesen Kämpfen standen dem Papst die großen Kirchenväter zur Seite. Welche mit tiefer Gelehrsamkeit und feuriger Beredsamkeit die katholische Wahrheit verteidigten. Im Abendland hatte Hilarius, Bischof von Poitiers, nach ruhmvollem Kampf eben (366) die Augen geschlossen, aber an seiner Stelle erstand dem Papst ein ebenso kühner Mitarbeiter im hl. Ambrosius, dem Bischof von Mailand. Bekannt ist, wie Ambrosius dem Kaiser Theodosius dem Großen (379-395) die Teilnahme am Gottesdienst verwehrte, bevor er sich nicht von der Blutschuld, die er durch die grausame Strenge gegen die aufrührerische Stadt Thessalonika auf sein Gewissen geladen, gereinigt hätte. (siehe: ) Dieser mutige Bischof stellte sich im Kampf gegen den Irrtum nicht bloß mutig unter die Führung des Papstes, sondern wies auch alle dahin mit den Worten: „Ubi Petrus, ibi ecclesia.“ (Wo Petrus ist, da ist die Kirche.) Im Morgenland stand noch immer der hl. Athanasius auf dem Kampfplatz. Unter Valens wurde er zum fünften Mal verbannt, aber aus Furcht vor dem Volk bald wieder zurück berufen. Nachdem dieser Mann ein halbes Jahrhundert den geistigen Kampf gegen die arianische Irrlehre gekämpft und glücklich durchgefochten hatte, schloß er in Frieden die Augen (373), beweint und bewundert von der ganzen Kirche, von der Mit- und Nachwelt gepriesen. Außer Athanasius und vielen anderen edlen Bischöfen kämpften im Orient mit dem Papst für die Wahrheit gegen den Irrtum die Heiligen Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa und besonders Basilius der Große. Dieser war die glänzendste Zierde der orientalischen Kirche, so daß seine Heiligkeit selbst den Ketzern Ehrfurcht und Bewunderung einflößte. Valens bot daher alles auf, um ihn für seine Partei zu gewinnen. Vergebens. Endlich kam ein Abgesandter des Kaisers mit der Aufforderung, sich den Arianern anzuschließen, widrigenfalls wurde ihm mit Einziehung der Güter, Verbannung, selbst mit dem Tode gedroht. Der Erzbischof erwiderte: „Du wirst bei mir nichts finden, als diese abgetragenen Kleider und meine wenigen Bücher; die Verbannung kann mich nicht treffen, denn die ganze Erde gehört dem Herrn; den Tod fürchte ich nicht, da er mich nur um so bälder zu meinem Gott bringt.“ „So frei hat noch niemand mit mir gesprochen“, bemerkte hierauf des Kaisers Stellvertreter. „Du wirst dann noch keinen Bischof getroffen haben“, entgegnete Basilius. Er starb im Jahre 379 und hinterließ zahlreiche Schriften, die immer noch den Ruhm seiner Gelehrsamkeit, seiner feinen Bildung und tiefen Frömmigkeit verkünden.

Um diese Zeit traten neue Irrlehrer auf und unter diesen Macedonius, welcher die Gottheit des Heiligen Geistes leugnete. Kaiser Theodosius berief die Bischöfe (381) zu einer Kirchenversammlung nach Konstantinopel. Es wurden daselbst neuerdings die Entscheidungen des Konzils von Nicäa bestätigt, die Gottheit des Heiligen Geistes feierlich ausgesprochen und die entgegen gesetzte Irrlehre verdammt. Es gilt dieses Konzil als die zweite allgemeine Kirchenversammlung, da Papst Damasus derselben beigetreten und sie durch seine Autorität allgemein verbindlich und unfehlbar erklärt hat. Damasus hatte die Irrlehre schon auf den Synoden zu Rom, 369, 374 und 380 verurteilt. Unter diesem Papst wurde auf einem Konzil zu Rom 374 das vollständige Verzeichnis der heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes festgestellt und verkündigt. Wir sehen daraus, daß damals die gleichen heiligen Bücher, als unter dem Wirken Gottes geschrieben, in der Kirche gelesen und anerkannt wurden, welche wir auch heute in der Heiligen Schrift besitzen.

Damasus veranlaßte den hl. Hieronymus, mit dem er durch die Bande inniger Freundschaft verknüpft war, zur Übersetzung der heiligen Schrift ins Lateinische. Es gab allerdings schon damals Übersetzungen, aber infolge mangelhaften Verständnisses und auch ungenauen Abschreibens hatten sich mancherlei Fehler eingeschlichen. Es sollte daher der große Gelehrte und Sprachenkenner Hieronymus sich der Arbeit einer genauen Übersetzung der heiligen Bücher unterziehen. Er hat es geleistet. Diese Übersetzung wurde vom Konzilium von Trient als authentisch approbiert und ist noch immer im kirchlichen Gebrauch. Von diesem Papst datiert auf Anregung des hl. Hieronymus auch der Brauch her, daß in den kirchlichen Tageszeiten am Schluß eines jeden Psalmes das „Ehre sei Gott dem Vater etc.“ beigefügt wird.

aus: P. Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste I. Band, 1907, S. 149-151

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