Heiliger Hilarius Bischof und Kirchenlehrer

Christus mit dem Buch des Lebens in der Mitte, links der heilige Joseph mit der Lilie sowie den heiligen Mönchen; rechts sind die heiligen Jungfrauen, vorne knien auf der linken Seite Jünglinge und ein Mann, rechts Mädchen und eine Frau, Christus anbetend

Heiligenkalender

14. Januar

Der heilige Bischof Hilarius steht in seinen bischöflichen Gewändern gekleidet auf dem Marktplatz, er hält in der linken Hand seinen Bischofsstab, die rechte Hand hat er erhoben; das gläubige Volk kniet zum Teil, alle, auch zwei Ordensleute, die bei ihm stehen, hören dem Heiligen aufmerksam zu

Der heilige Hilarius Bischof und Kirchenlehrer

Der heilige Hilarius, den der heilige Augustin als einen vorzüglichen Lehrer der Kirche und unermüdlichen Verfechter des katholischen Glaubens so hoch preist, wurde in Frankreich von adeligen und wohl begüterten, aber heidnischen Eltern geboren. Diese unterließen nichts, was zur standesgemäßen Erziehung und Erlernung der Wissenschaften erfordert werden kann. Die Lesung verschiedener religiöser Bücher war seine meiste und angenehmste Beschäftigung in freien Stunden, und diese bahnten ihm auch den Weg zur Erkenntnis des wahren Glaubens. Denn nachdem er schon den Ehestand nach dem Willen seiner Eltern angetreten hatte, fühlte er ein Verlangen, das Christentum und seine Lehren kennen zu lernen. Demnach fing er an, die heilige Schrift mit Bedachtsamkeit zu durchlesen. Je mehr er solche las, desto mehr erkannte er die Blindheit des Heidentums und die Wahrheit des christlichen Glaubens. Voll heißer Sehnsucht begehrte er nach der heiligen Taufe, und empfing mit ihr eine solche Fülle des heiligen Geistes, daß er die heilige katholische Kirche, in welche er erst getreten, wider die Heiden und Irrlehrer kräftigst zu beschützen vermochte. Sein Lebenswandel war so tugendhaft und erbaulich, daß er allen und selbst den im Christentum Geborenen zum Vorbild diente. Ja, nach dem Tode des Bischofs zu Poitiers erwählte man ihn einstimmig zum Nachfolger desselben. Seine Ehegattin, die er auch zum christlichen Glauben bewogen hatte, trat mit Bewilligung des Hilarius in ein Kloster, um Gott dem Herrn daselbst eifrig zu dienen.

Zu jener Zeit verbreitete sich die Irrlehre des Arius unter dem Schutz des Kaisers Constantius II. auch in Gallien (Frankreich) mehr und mehr. Deshalb bot Hilarius alles auf, seine Herde vor dem Gift dieser schrecklichen Irrlehre, welche die Gottheit Jesu leugnete, zu bewahren und in dem heiligen Glauben zu erhalten. Saturnin, der Bischof von Arles, ein eifriger Anhänger des Arius, berief die Bischöfe seiner Partei zu einer Versammlung, Hilarius übersandte ihnen sein Glaubensbekenntnis und überwies die Arianer so klar des Irrtums, daß sie, darüber bestürzt, verstummten und das Zeugnis des Heiligen, das sie nicht widerlegen konnten, zu unterdrücken sich bemühten. Noch weiter ging Saturnin in seinem Haß; er verleumdete den Hilarius auf das schändlichste bei dem Kaiser, so daß dieser ihn nach Phrygien in Kleinasien ins Elend verbannte. Vier Jahre musste der heilige Mann daselbst verbleiben; er verwandte sie aber zum größten Nutzen der katholischen Kirche; denn er schrieb in dieser Zeit zwölf gelehrte Bücher über die allerheiligste Dreifaltigkeit, in welchen er die Wahrheit des katholischen Glaubens unumstößlich bewies und die gottlosen Lehrsätze der Arianer auf das treffendste widerlegte. Hierauf begab er sich zu der Synode der Katholiken zu Seleuca in Isaurien. Die allda versammelten Bischöfe schickten ihn nach Konstantinopel zu dem Kaiser, damit er diesem alles, was in der Versammlung verhandelt worden war, vortragen sollte. Nach seiner Ankunft verlangte er in Gegenwart des Kaisers eine öffentliche Disputation mit den Arianern zu halten, damit der Kaiser selbst die Falschheit ihrer Lehre erkennen möge. Ursacius und Valens, zwei arianische Bischöfe, hintertrieben jedoch dieselbe; sie fürchteten den heiligen Mann. Damit sie aber seiner Gegenwart mit Ehren los würden, beredeten sie den Kaiser, denselben wieder in sein Bistum einzusetzen. Ganz Frankreich frohlockte über seine Zurückkunft. Der heilige Martin, späterhin Bischof von Tours, suchte ihn unterwegs auf, begleitete ihn bis nach Poitiers, und hielt sich längere Zeit bei ihm auf, um den Unterricht eines so großen Lehrers der heiligen Schriften desto besser genießen zu können. –

Nach seiner Rückkehr fing Hilarius mit neuem Eifer an, seine Untergebenen in dem wahren Glauben zu stärken und zu einem wahrhaft christlichen Lebenswandel anzuleiten. Er schrieb noch mehrere Bücher zur Widerlegung der arianischen Ketzerei. An den Kaiser selbst richtete er ein Schreiben voll apostolischer Freimütigkeit, und stellte ihm klar das Unrecht vor Augen, dessen er sich durch Beschützung der Irrlehre und Verfolgung der Kirche Jesu schuldig mache. Der heilige Mann bedrohte ihn zugleich mit dem göttlichen Zorn, wenn er von solcher Gottlosigkeit nicht abstehen würde. So unerschrocken erwies sich der heilige Lehrer überall, wo es sich um die Verteidigung des wahren Glaubens handelte. So stritt er standhaft für den Glauben an den Gottmenschen und das Heil seiner Herde, alle Tugenden eines vollkommenen Bischofes übend, bis er von Gott dem Herrn durch einen sanften Tod in den Himmel gerufen wurde, den 13. Januar im Jahre 367. Der heilige Hilarius hat den Ehrentitel Kirchenlehrer.
Sein Verehrungstag ist der 14. Januar. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 36 – S. 37

Bildquellen

  • bitschnau-hl-hilarius-kirchenlehrer: Bildrechte beim Autor
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