Zunahme der Selbstmorde Kulturleistung?

Ist die Zunahme der Selbstmorde eine Kulturleistung?

Ungern-Sternberg schreibt …:

„Es muss doch etwas nicht in Ordnung sein, wenn eine uns instinktiv erschütternde und abschreckende Erscheinung anfängt, so stark um sich zu greifen. Man kann daher nicht umhin, die große Zunahme der Selbstmorde als eine westeuropäische Verfallserscheinung zu bezeichnen.“

Er hat auch recht, wenn er sagt, daß heute den Menschen die Sündhaftigkeit des Selbstmords nicht mehr viel schreckt und daß die dem Rationalismus verfallenen Menschen schwerlich Kraft und Wege finden, von dieser Verhaftung an die Selbstmord-Neigung sich zu befreien, die sich aus Individualismus und Selbsterlösung ergibt. Auch die Philosophie mit ihrer Zweifelssucht und ihrem Wirrwarr kann keine Rettung bringen…

Der Mensch ist nicht auf Erden, nur um seine „Pflicht“ zu tun, um durch „Kulturarbeit“ ein irdisches Paradies zu erwerben, um der Spielball philosophischer Launen und „Welträtsel“ zu sein, auch nicht nur um zu arbeiten, damit er essen könne. Das Leben hat nun einmal höhere Ziele, als sie der Materialismus kennt. Wenn das Leben keinen göttlichen Sinn hat, dann ist der Selbstmord kein Unsinn und keine Versündigung. Aber das ewige Glück und Heil, das hinter dem Leben steht, verlangt seine Erfüllung. Der Selbstmord ist ein Unglück für den Einzelnen und für die Völker. An dem Pegelstand ihrer Selbstmord-Statistik können die Kulturvölker den Wert oder Unwert ihrer philosophischen Systeme, ihrer wissenschaftlichen Errungenschaften und Anstrengungen, ihrer religiösen Grundhaltung und Reformen ablesen.

„Wollte man sich die Frage vorlegen“, schreibt Ungern-Sternberg, „ob denn dieses wissenschaftliche Zeitalter „glücklicher“ gewesen ist, ob ihm seine wissenschaftlichen Errungenschaften zu einem höheren Glücksgefühl verholfen haben, als es die vorhergehenden, von ihm „überwundenen“ Zeiten gekannt haben, so gibt die Selbstmord-Statistik eine unbedingt verneinende Antwort; und man muss doch zugestehen, daß – wenn es überhaupt einen objektiven Maßstab für den Grad des Glücksgefühl einer menschlichen Gemeinschaft gibt – der Stand der Selbstmord-Häufigkeit entschieden der zuverlässigste ist.“

Gerade an diesem Maßstab gemessen, erweist sich die katholische Kirche mit ihrem Grundsatz der Bindung als größte Wohltäterin der Menschheit. –
aus: Dr. Hans Rost, Die katholische Kirche die Führerin der Menschheit, o. J. S. 331 – S. 332

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