Unserer Lieben Frau Wunder zu Hardenberg

Unsere Liebe Frau, die Gottesmutter Maria, sitzt, umringt von vielen Heiligen, in der Mitte, ihren Sohn Jesus auf dem Schoß, eine Lilie in der linken Hand; unter ihr ist das Häuschen zu sehen, daß von Engeln zum Gnadenort Loreto getragen wird

Die Wunder Unserer Lieben Frau zu Hardenberg

Unter dem 27. September des Jahres 1688 stellte der kurkölnische Bürgermeister Christian Wiedefeld zu Hilden und Haan ein eigenhändig unterschriebenes und besiegeltes Attest aus, daß er selbst unvorsichtiger Weise sein vierjähriges Söhnlein am 13. Februar desselben Jahres mit einer Kugel geschossen und so stark verletzt habe, daß die Wunde von den herbei gerufenen Ärzten für unheilbar erklärt wurde. Als trostloser Vater habe er mit seinen übrigen Kindern seine Zuflucht und sein völliges vertrauen zu der Fürbitte der Mutter Gottes hingewendet und durch einen Boten eine Novene zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Mariens vor dem Gnadenbild zu Hardenberg bestellt, sowie auch ein Opfergeschenk mitgeschickt. Das todkranke Kind sei wieder zu sich gekommen und die Wunde habe sich zur Heilung gesetzt, so daß die Ärzte, welche protestantisch waren, nicht wissend, was vorgegangen, staunend ausgerufen: „An diesem Kind ist ein Wunder geschehen!“ Die Kugel sei zwar noch zwischen den Rippen des Kindes gesehen, aber von der Wunde nur noch zwei kleine Zeichen ohne schaden vorhanden und das Kind übrigens frisch und gesund.

Im Jahre 1695 fiel der Bürgermeister und Richter Johann Kremer zu Wipperfürth in eine schwere Krankheit, wurde schon von den Ärzten aufgegeben und lag drei tage lang sprachlos wie im Todeskampf. Sein Beichtvater, der Guardian des dortigen Klosters, P. Bonaventura Kemper, wollte für ihn das heilige Messopfer darbringen, erinnerte sich gleich anfangs des Gnadenbildes zu Hardenberg, und tat vor dem Altar ein Gelübde für den sterbenden, daß er, wenn er genesen würde, nüchtern nach Hardenberg wallfahrten und dort ein Dankopfer darbringen wolle. Nun fing er die heilige Messe zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Mariens an und begab sich nach Beendigung derselben wieder zum Kranken. Wie erstaunte er, als er den Bürgermeister, welchen er gleichsam in den letzten Zügen liegend verlassen hatte, wieder gesund und frisch und etwas essend fand. Bei diesem augenscheinlichen Wunder erkannte die anwesende lutherische Frau des Doktors Gladbach die Wahrheit des katholischen Glaubens und schwur bald darauf dem Irrtum ab. So ward diese Frau vom Tod der Seele, der Bürgermeister vom Tod des Leibes gerettet, und letzterer hat gesund noch mehrere Jahre sein Amt versehen.

Am 8. September 1738 kam mit der Wallfahrts-Prozession von Bochum ein von seinen betrübten Eltern mitgeführter 13jähriger blinder Knabe aus Henrichenburg. Als man ihn mit großem Vertrauen ganz nahe bei dem Muttergottes-Altar nieder setzte, und alle anwesenden mit eifriger Andacht laut für den Unglücklichen beteten, verlangte dieser auf einmal, daß man ihm das Tuch von den Augen weg nehmen möchte. Siehe da! Der Knabe konnte ohne Schmerz und Beschwerde der Augen wiederum in einem Buch lesen. Die ganze Versammlung weinte fast vor Staunen und Freude, und dankte Gott und seiner unbefleckten Mutter öffentlich. – aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 216

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