Was bedeutet Unbefleckte Empfängnis?

Die Unbefleckte Empfängnis, die Gottesmutter Maria, steht mit gefalteten Händen und mit einem Fuß auf der Schlange, zwei Engel halten eine Art Mantel hinter ihr als königliches Zeichen; links sieht man Adam und Eva die Hände ausgebreitet zu ihr hingewandt; auf der rechten Seite ist der Teufel mit seiner Forke zu sehen, der sich furchtsam abwendet

Was es um die Unbefleckte Empfängnis Marias für eine Bewandtnis hat

Nach der Lehre unserer heiligen katholischen Kirche bringt jeder Mensch eine alte Schuld mit zur Welt, die wie ein großer schwerer Himmelsriegel aussieht: es ist die Erbsünde. Jedes Kind aber, das zur Welt kommt, ist am Tage seiner Geburt schon neun Monate alt. Es hat also auch schon lange vor dem Tag seiner Geburt jene alte Schuld auf sich, die Makel der Erbsünde. Wann aber bekommt denn ein Kind die Erbsünde? – in jenem Augenblick, wo das Kind ein Mensch, ein Nachkomme Adams ist, d.h. in jenem Augenblick, wo sich die Seele mit dem Leib des Kindes vereinigt; denn weder die Seele allein ist ein Mensch, noch der Leib allein ist ein Mensch, sondern beide vereinigt sind ein Mensch, ein Nachkomme Adams und Evas. In dem Augenblick also, wo die von Gott erschaffene Seele sich mit dem Leib des Kindes im Mutterschoß vereinigt, in diesem Augenblick ist es nicht bloß ein Mensch, sondern auch schon ein Sünder, mit der alten Schuld beladen, mit der Erbsünde befleckt. Diesen Augenblick aber, wo sich die Seele des Kindes mit dem Leib vereinigt, der Leib des Kindes mit der Seele vereinigt wird, d.h. die Seele empfängt, nennt man die Empfängnis des Kindes. Es ist also die Empfängnis eines jeden Menschen, den Gott nicht aus besonderer Gnade ausnimmt, von der Erbsünde befleckt, wie dies Job bekennt, wenn er diesen mißgünstigen Augenblick seiner Empfängnis verflucht: Verloren sei die Nacht, in welcher man sprach: Ein Mensch ist empfangen; wie dies der König David in dem Psalm Miserere bekennt: Siehe, in Sünde schon empfing mich meine Mutter. Dieser für alle Menschen so unglückliche Augenblick war aber für Maria unaussprechlich glücklich; denn in diesem Augenblick, wo sich ihre Seele mit ihrem Leib vereinigt hat, war sie durch besonderen Vorzug der göttlichen Gnade von der Erbsünde verschont und befreit geblieben. Unter der Unbefleckten Empfängnis der seligsten Jungfrau versteht man nicht die Geburt Marias, noch weniger, wie viele unwissende Leute meinen, die Geburt oder die Empfängnis Christi, sondern man versteht darunter jenen Augenblick, wo sich die Seele Marias mit ihrem Leib im Mutterschoß vereinigte, aber von der Erbsünde befreit blieb, also jenen Augenblick, wo Maria zu leben anfing, ein Mensch, ein lebendes, wenn auch noch nicht geborenes Kind war, aber rein von jeder Makel der Schuld und Sünde. Und diese Lehre ist seit dem 8. Dezember 1854 Glaubenslehre in der Weise, daß, wer sie nicht glauben wollte, aufhören würde, katholisch zu sein. Dieselbe ist nur zu beglaubigt. –
aus: Philipp Hammer, Marien-Predigten, 1909, S. 14 – S. 16

Tota Pulchra es Maria – Andrés Flores

~ Baroque Music in the Cathedral of Sucre (La Plata, Bolivia)

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