Die sieben Bußpsalmen Der dritte Bußpsalm

Andacht zur Buße und Umkehr

Die sieben Bußpsalmen

Der dritte Bußpsalm

Inhalt: Ein Bußgebet Davids, worin er die Verfolgungen und Leiden, die er erduldet, als Strafen seiner Sünden erkennt und zu Gott um Verzeihung und Abnehmung dieser Strafen fleht. So sollen auch wir Gott bitten, daß er uns von unseren Sünden und ihren Folgen befreien wolle.

Herr! strafe mich nicht in Deinem Grimme, und züchtige mich nicht in Deinem Zorn.

Denn Deine Pfeile haben mich von allen Seiten durchdrungen, und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Es ist kein gesundes Glied an meinem Leib, das nicht die Wirkungen Deines Zornes erfährt; und meine Gebeine werden beständig wegen meiner Sünden beunruhigt.

Denn meine Missetaten sind über mein Haupt angewachsen, und sie beschweren mich wie eine unerträgliche Last.

Wegen meiner Torheit haben meine Wunden zu eitern und zu faulen angefangen.

Ich bin in die äußerste Armseligkeit verfallen; mein Elend hat mich ganz zu Boden gedrückt, und ich ging den ganzen Tag traurig herum.

Denn meine Lenden sind mit Spott erfüllt, und es ist nichts Gesundes an meinem Leib.

Ich bin sehr bedrängt und gedemütigt; ich habe vor Angst meines Herzens geheult.

All` mein Verlangen ist Dir bekannt, o Herr! und mein Seufzen ist vor Dir nicht verborgen.

Mein Herz ist in großer Verwirrung; meine Kräfte haben mich verlassen, und sogar das Licht meiner Augen ist von mir gewichen.

Meine Freunde und Nächsten näherten sich mir, und in meinem Elend standen sie vor mir da.

Die sonst um mich herum waren, blieben in der Ferne stehen; die mir nach dem Leben strebten, übten Gewalt wider mich aus.

Die mir Böses zufügen wollten, haben Verleumdungen über mich ausgestreut und den ganzen Tag gedacht, wie sie mich zu Grunde richten können.

Ich aber war die ganze Zeit zu ihren Reden gehörlos, ich war gleich einem Stummen, der seinen Mund nicht öffnet.

Ich bin einem Menschen gleich geworden, der nicht hört und sich mit keiner Widerrede verteidigen kann.

Denn ich habe meine ganze Hoffnung auf Dich, o Herr! gesetzt; Du, o Herr mein Gott! wirst mich erhören und für mich antworten.

Ich habe Dich, o Herr! gebeten, Du wollest nicht zulassen,daß sich meine Feinde über mich erfreuen; sie haben sich schon stolz wider mich erhoben, da sie mich wanken sahen.

Ich bin zu den Geißelstreichen bereit, mit denen Du mich züchtigen willst; denn mein Gemüt ist beständig von Reue über meine Sünden durchdrungen.

Deswegen will ich meine Missetat bekennen und sie durch aufrichtige Buße wieder auslöschen.

Meine Feinde aber sind noch am Leben; sie sind wider mich mächtig geworden; und die mich unbillig hassen, haben sich vermehrt.

Die das Gute mit Bösem vergolten, verleumden mich; weil ich nach dem Guten trachte.

Verlaß mich doch nicht, mein Herr und Gott! weich` nicht von mir.

Komm mir eilends zu Hilfe, o Herr, du Gott meines Heils!

Die Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist; wie im Anfang, jetzt und allezeit und zu ewigen Zeiten. Amen. –
aus: Johannes Croiset SJ, Die Andacht zum göttlichen Herzen unseres Herrn Jesu Christi, 1836, S. 438 – S. 440

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