Die Gaben des heiligen Geistes

Der heilige Geist wirkt siebenfach heilend

Der preiswürdige Kampf der 18-jährigen Jungfrau (siehe den Beitrag: Heilige Katharina von Alexandrien)  für Christus und seine Heilslehre, ist eine unverkennbare Bestätigung der Worte des hl. Paulus: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm. 5) und „Wisset ihr nicht, daß ihr ein Tempel Gotte seid, und daß der heilige Geist in euch wohnet?“ (1. Kor. 3) Diesen Ausspruch des Apostels erklären die heiligen Väter in dem Sinne, daß der heilige Geist nicht nur mit seinen Gaben, sondern auch seiner Wesenheit nach in der Seele des Gerechtfertigten wohnt.

Nach der Lehre des englischen Lehrers wirkt der heilige Geist siebenfach heilend entgegen den sieben Übeln, welche das menschliche Leben entehren und verderben. Beherzige seine Erklärung: „Das erste dieser Übel ist die kindische Art des Benehmens, wodurch so viele Menschen die Zeit ihres Lebens mit nichtigen und ganz kindischen Dingen hinbringen. Dagegen wirkt der heilige Geist mit der Gabe der Weisheit, indem Er die Menschen zu ernsten und großen Dingen antreibt. (So bei der hl. Katharina) – Das zweite Übel ist die sinnliche und tierische Art, womit die Menschen nur auf das Äußere und den Schein der sinnlichen Dinge sehen und mit allen Kräften danach streben. Dagegen hilft der heilige Geist mit der Gabe der verständigen Einsicht, welche uns tiefer eindringen und die Wunder, welche in den Geschöpfen, in denen Gott wohnt, verborgen sind, erkennen läßt. – Das dritte Übel ist die Vermessenheit, mit welcher die Menschen sich in die Gefahren dieser Welt hinein wagen. Dagegen verleiht der heilige Geist uns die Gabe der Klugheit und des Rates, das für die Ehre Gottes und das Seelenheil Ersprießliche zu wählen. – Da vierte Übel ist die menschliche Schwachheit, der Mangel an Mut und Entschlossenheit, nur allein das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen. Dagegen gibt uns der heilige Geist die Gabe der Stärke, die entgegen stehenden Hindernisse und Schwierigkeiten mit Zuversicht zu überwinden und das für Gott Unternommene zu vollenden. – Das fünfte Übel ist die Täuschung des Verstandes bei Unterscheidung der Dinge, vermöge welcher der Mensch Gutes für böse und Falsches für wahr hält. Dagegen erleuchtet uns der heilige Geist mit der Gabe der Wissenschaft, welche die göttlichen Lehren und Gebote der Wahrheit gemäß uns erkennen und ohne Täuschung und Irrtum unser Handeln danach regeln lehrt. – Das sechste Übel ist die Verachtung und Entweihung heiliger und himmlischer Dinge. Dieses Übel heilt der heilige Geist in uns durch die Gabe der Frömmigkeit, welche uns zu kindlicher Gesinnung und Liebe gegen Gott den Vater anregt und zu inniger süßer Andacht im Gebet erhebt. – Das siebente Übel ist eine törichte Sicherheit, in Folge deren die Menschen, unbesorgt um ihr Seelenheil, selbst in wirklich großen Gefahren nicht über sich wachen. Dawider hilft uns der heilige Geist mit der Gabe der Furcht, die uns einen tiefen Abscheu vor der Sünde und vor dem Mißfallen Gottes einflößt und in aufrichtiger Demut erhält.“

Bestrebe dich, wie die hl. Katharina, daß du – ein Tempel des heiligen Geistes – nie ein Tempel seines und deines Widersachers, des Satans, werdest: verleugne deine verkehrten Neigungen und lasse dich vom heiligen Geist leiten, damit alle deine Handlungen, von Ihm ausgehend, des übernatürlichen, ewigen Lohnes würdig werden. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 883 – S. 884

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