Stärkt euch dann gegenseitig im Glauben

Stärkt euch im Glauben: Zwei Männer und eine Frau knien in der Stube mit gefalteten Händen, die Oma sitzt den Gehstock in ihren gefalteten Händen Hand

Gemeinden ohne katholische Seelsorger

 

Buchtitel Der Tod ohne Priester Die vollkommene Reue Ein LEhr- und Trostbüchlein für römisch-katholische Christen

Vierter Teil

Stärkt euch gegenseitig im Glauben

III. „Stärket Euch dann gegenseitig im Glauben!“

Um im Glauben stark zu bleiben, muss man zunächst Alles meiden, was den Glauben schwächt. Dahin gehört der vertraute Umgang mit unkirchlich gesinnten Personen. Durch solchen Umgang wird eher zehnmal ein Gläubiger verführt, als einmal ein Ungläubiger bekehrt. Dahin gehört auch namentlich das Lesen kirchenfeindlicher Zeitungen. Wieviele, die am Glauben Schiffbruch gelitten, haben dieses Unglück ihrer die Kirche unausgesetzt bald offen bald verdeckt anfeindenden Zeitung zuzuschreiben! Aber es drohen noch andere Gefahren. Ja, nimm dich in Acht, katholisches Volk! Es werden vielleicht Wanderprediger kommen: höre sie nicht an! Man wird Traktätlein, Broschüren, Bücher umsonst oder für ein Billiges anbieten: kaufe sie nicht, und wenn sie Dir ohne dein Wissen in’s Haus gebracht sind, dann sofort in’s Feuer mit ihnen! Laß dich durch den Titel nicht täuschen, wenn es da heißt: „Von einem katholischen Priester. Mit bischöflicher Approbation.“ Überzeuge dich erst, ob das Buch von einem römisch-katholischen Priester verfaßt, von einem römisch-katholischen Bischof approbiert ist.

Um einander im Glauben zu stärken, müssen die Gläubigen sich gegenseitig durch einen frommen Lebenswandel erbauen und sich enge zusammen schließen. Rauschende Festlichkeiten schicken sich bei der gegenwärtigen Bedrängnis überhaupt nicht, am allerwenigsten aber in solchen Gemeinden, welche über den Verlust ihrer Hirten zu trauern haben. In geselligen Zusammenkünften aber möge man sich wechselseitig trösten, ermuntern, stärken. Bei Krankheits- und Unglücksfällen müssen Freunde und Nachbarn nach Möglichkeit die Stelle des Priesters vertreten. Sollte Jemand des Glaubens wegen Nachtheil erleiden oder gar Amt und Brot verlieren, dann müssen seine Glaubensbrüder ihm durch Unterstützungen, Zuwendung von Arbeit u.s.w. zu Hülfe kommen. Der Glaube muss ein lebendiger, der Glaubensbund zugleich ein Liebesbund sein. „Daran werden Alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr euch einander liebt.“ (Joh. 13, 35.)

Gemeinden ohne Seelsorger, Der Tod ohne Priester. Die vollkommene Reue. Ein Lehr- und Trostbüchlein für römisch-katholische Christen, Mit kirchlicher Approbation, 2. Auflage, 1874, S. 8 – S. 9

Bildquellen

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