Hl Lukas Verfasser des dritten Evangeliums

Der heilige Lukas sitzt auf einem Stuhl, sein Evangelium auf dem Schoß haltend, neben ihm der Stier als Sinnbild; auf dem Boden liegt eine Farbpalette; der hl. Lukas scheint mit geschlos

Das Lukasevangelium

II. Der hl. Lukas Verfasser des dritten Evangeliums

Daß der hl. Lukas der Verfasser des dritten Evangeliums ist, bezeugt die einstimmige Tradition der alten Kirche. Das Muratorische Fragment (*) gibt an, Lukas habe im Namen und nach dem Sinn des hl. Paulus ein Evangelium geschrieben. Irenäus berichtet: „Lukas, der Gefährte des Paulus, legte das von diesem verkündigte Evangelium in einem Buche nieder.“ Ähnlich äußern sich Tertullian, Origenes u.a.

Die Sprache der Abfassung

Im dritten Evangelium spricht ein Schüler des hl. Paulus, wie Sprache und Inhalt zeigen. Der Verfasser ist von ärztlichem Interesse beeinflußt und mit der Kunstsprache der griechischen Ärzte vertraut (vgl. 4, 23,38; 22,50). Die reine griechische Schreibweise und die sprachliche Gewandtheit lassen auf einen gebildeten Heidenchristen schließen. Dies trifft beim hl. Lukas zu.

Die Erzählung von der Stärkung Jesu durch einen Engel und seinem Blutschweiß am Ölberg (22,43f.) fehlt in einigen Handschriften und Übersetzungen. Doch haben andere wichtige Textzeugen diesen Abschnitt, auch kennen ihn schon Justin, Irenäus und Hippolyt. Die Auslassung bei manchen Textzeugen erklärt sich aus der Furcht vor Missverständnissen.

Lukas stand den von ihm geschilderten Ereignissen persönlich fern und war darum für seinen Bericht auf Quellen angewiesen. Woraus hat er nun geschöpft? In der Begleitung des Apostels Paulus hatte er reichlich Gelegenheit, Erkundigungen einzuziehen. Während seines Aufenthaltes in Jerusalem und Cäsarea konnte er mit jenen verkehren, „die die ersten Augenzeugen und Diener des Wortes waren“ (1,2). Auch sonst hatte er zuverlässige Quellen. Die Geschichte der Kindheit Jesu (Kap. 1 und 2) beruht wahrscheinlich auf einem aramäisch geschriebenen Bericht. Auch die früher geschriebenen Evangelien hat Lukas benutzt.

Zielgruppe waren die Heidenchristen

Die Schrift ist gerichtet an Theophilus, einen vornehmen Heidenchristen in Rom. Doch ist das Werk nur ehrenhalber diesem einen gewidmet, es war für weitere Kreise berechnet, nämlich für die vom Apostel Paulus gegründeten Kirchengemeinden, die sich zumeist aus Heidenchristen zusammen setzten. Diesen weiteren Leserkreis hat schon Origenes angenommen.

Der Hauptzweck der Abfassung

Der Zweck der Evangelienschrift besteht zunächst in der historischen Belehrung des Theophilus und der Heidenchristen. Sie kannten wohl die Hauptwahrheiten über Jesu Leben und Lehre, dennoch musste ihnen eine authentische Urkunde hierüber sicher sehr erwünscht sein. Sie alle sollten Sicherheit über die mündlich vernommenen Lehren erhalten. Darum berichtet Lukas der Reihenfolge nach und genau (1,3).

Mit der historischen Tendenz verbindet er zugleich einen dogmatischen Zweck. Er will nachweisen, daß Jesus der erbarmungsvolle Heiland ist, der sich aller Menschen, insbesondere der Verachteten, der Sünder und der Armen annimmt. Barmherzigkeit und Liebe durchziehen dieses Evangelium wie kein anderes.

Die Abfassungszeit

Das dritte Evangelium ist vor der Zerstörung Jerusalems (70) geschrieben, denn diese Tatsache ist noch nicht angedeutet. Da die Apostelgeschichte im Jahre 63 abgeschlossen sein muss, ist das Evangelium als „erstes Buch“ kurz zuvor entstanden. Der hl. Lukas schrieb es wahrscheinlich, als er beim Apostel Paulus in Rom weilte.
Der dritte Evangelist überschreitet den von den beiden ersten gezogenen Rahmen und behandelt abweichend von Markus die Geschichte der Kindheit des Heilandes, läßt aber diese im Unterschied von Matthäus bereits mit der Verkündigung der Geburt des Johannes beginnen. Sodann schildert er neben dem Wirken Jesu in Galiläa eine weitere Periode der Tätigkeit des Herrn, sein Wirken in Judäa und Peräa. Der übrige Stoff der Evangelienschrift deckt sich mit dem der beiden ersten Evangelien.

Entscheidung der Bibelkommission vom 26. Juni 1912:

Entscheidung der Bibelkommission vom 26. Juni 1912: Äußere und innere Gründe beweisen die Echtheit, auch von Luk. 1-2 und 22,43f. Das Magnifikat stammt von Maria. Lukas hat außer der Predigt des hl. Paulus noch andere Quellen benutzt und ist in seinen Mitteilungen durchaus glaubwürdig. Sein Evangelium ist das dritte und ist vor dem Ende der ersten römischen Gefangenschaft des hl. Paulus geschrieben. –
aus: Das Neue Testament, übersetzt und kurz erläutert von P. Konstantin Rösch O.M.Cap., ausgeteilt durch Kriegshilfe Nationale Katholische Wohlfahrts Konferenz New York, 1928, S. 115 – S. 117

Bildquellen

  • Auer Heiliger Lukas: Bildrechte beim Autor

Verwandte Beiträge

Meide alles was zur Unkeuschheit verleitet
Buch mit Kruzifix
Lukasevangelium Der heilige Lukas
Menü