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Antike

Cäsarea

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Cäsarea

Name und Beiname vieler Städte im Altertum, als Dank für kaiserlichen Wohltaten (bes. Augustus, Tiberius), mehrere auch Bischofssitze:

Cäsarea in Palästina,

am Meer gelegen (C. Maritima), als Stratonsturm (daher auch C. Stratonis) Gründung der Sidonier oder Ptolemäer; von Augustus dem Herodes geschenkt, der es nach dem großartigen Aufbau und nach Anlage eines guten Hafens Cäsarea nannte; durch Trajan römische Kolonie. Später Residenz der römischen Prokuratoren und Hauptgarnison, der z. B. Der Hauptmann Kornelius (Apg. 10) angehörte. Hier wirkte der Jünger Philippus (Apg. 21, 8ff.) und war Paulus gefangen (Apg. 23, 33ff.). Ende des 2. Jahrhunderts tagte eine Synode unter Theophilus wegen der Osterfeier. Um 232 gründete Origenes hier als Abzweigung von Alexandria eine Schule; an ihr wirkten Pierius, Achillas und Pamphilus; Eusebius, Gregor Thaumaturgus, Basilius d. Gr. und andere studierten dort; ihre im 7. Jahrhundert untergegangene kirchliche Bibliothek galt als die reichhaltigste des Altertums.

Seit Ende des 2. Jahrhunderts war Cäsarea Metropole von Palästina I mit 32 Suffraganen; gegen Nicaenum c. 7 wurde durch Chalcedonense s. 7 ganz Palästina unter das neue Patriarchat Jerusalem gestellt, Cäsarea als Metropole, aber unter ihm belassen. Cäsarea hatte eine Reihe berühmter Bischöfe, z. B. Theophilus, Eusebius, Akazius, in der diokletianischen Verfolgung mehrere Märtyrer (vgl. Eusebius, De martyribus Palaestinae), z. B. Agapius und Prokop, sowie im 6. Jahrhundert den Geschichtschreiber Prokop. –

638 von den Arabern, 1101 von Balduin I. erobert; Sitz eines lateinischen Erzbischofs (…); 1265 von Baibars zerstört. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 774 – Sp. 776

siehe auch den Beitrag: Palästina in christlicher Zeit

Cäsarea Philippi,

wo der Herr dem Petrus diese denkwürdige Verheißung gab, lag an einer der Quellen des Jordan, in der Nähe der Stadt Dan, am Fuße des majestätischen Hermon, 350 m über dem Meer, mitten in einer ungemein herrlichen, fruchtbaren und zugleich großartigen Umgebung. Diesen Ort schien sich der „Fürst der Welt“ (Joh. 12, 31) besonders erwählt zu haben, um seine Macht und Herrlichkeit zu offenbaren. Denn hier hatte der Stamm Dan seinen Götzendienst eingerichtet und Jeroboam das goldene Kalb aufgestellt. Hier stand zur Zeit Christi das Heiligtum des Pan, des Gottes der Hirten, nach dem ehemals die Stadt den Namen Paneas (davon der heutige Name Banijâs) trug. Hier stand ein von Herodes zu Ehren des Augustus erbauter Tempel.

Cäsarea Philippi, der Ort der heidnischen Verehrung von Pan

Des Herodes Sohn, der Vierfürst Philippus, erweiterte und verschönerte die Stadt Paneas und nannte sie von nun an zu Ehren des Kaisers Cäsarea (von Cäsar = Kaiser), und zwar im Unterschied von Cäsarea Palästina nach seinem Namen Cäsarea Philippi.

Hier hielten sich die Großen dieser Welt gern auf, Herodes, sein Sohn Philippus, sein Enkel Agrippa II., Augustus, Vespasian, Titus; hier waren ihnen Standbilder errichtet, ihre Namen in Marmor gemeißelt, zum Teil jetzt noch sichtbar. Hier mussten im Amphitheater nach der Zerstörung Jerusalems auf Befehl des Titus viele Juden miteinander und mit wilden Tieren kämpfen, wobei über 2500 getötet wurden (Josephus, Jüd. Krieg 2, 1; 8, 1.)

Hier aber war es auch, wo die fromme Dankbarkeit des vom Blutfluss geheilten Weibes dem Heiland eine eherne Bildsäule errichtete. Diese Stätte also wollte der Sohn Gottes wählen, um den armen Fischer als den unüberwindlichen Felsen seines Reiches zu bezeichnen, das die Aufgabe hat, das Reich des „Fürsten dieser Welt“ zu zerstören und alle irdische Herrlichkeit zu überdauern. Dieses Reiches Größe, Herrlichkeit und Segensfülle zu sinnbilden, war die herrliche, fruchtbare, großartige Umgebung so recht geeignet.

Zur Zeit Konstantins erhielt die Stadt einen Bischof. Zur Zeit der Kreuzzüge hieß sie Belinas und blieb im Besitz der Christen, bis 1465 der Kalif von Damaskus sie eroberte. Jetzt ist an der Stelle mitten unter den Trümmern der alten Herrlichkeit nur noch ein ärmliches Dorf, Banijâs, … Im Jahr 1886 wurde wieder der erste katholische (melchitische) Bischof von Banijâs geweiht, der seinen Sitz in ed-Dschedîde , westlich vom großen Hermon nahm. Von der Zitadelle steht noch ein großer Teil. Eine Stunde von Banijâs gegen Norden liegt über 350 m höher auf einem Berg das „Schloss von Banijâs“, auch genannt, auf einem gewaltigen Felsen erbaut, eine der schönsten Burgen in Syrien, wahrscheinlich von Herodes d. Gr. angelegt, seit dem 17. Jahrhundert ganz verlassen. Man hat dort einen reizenden Überblick über Banijâs, den Hermon und Libanon und das obere Jordangebiet. –
aus: Schuster/Holzhammer, Handbuch zur Biblischen Geschichte, Bd. 2, 1910, S. 293 – S. 294

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