Port Royal

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Port Royal

Port Royal, eigentlich Porrois (Porregium, Portus Regius), Zisterzienserinnen-Kloster bei Versailles, 1204 durch Mathilde de Garland gegründet, 1214 Abtei, mit reichen Gütern ausgestattet, seit 1609 durch die hoch begabte jugendliche Äbtissin Angelika Arnauld, von der auch die Mutter, 5 Schwestern und 6 Nichten eintraten, erfolgreich reformiert und schön aufblühend. Wegen ungesunder Lage wurde das Kloster mit 70 Nonnen 1626 nach der Pariser Vorstadt St-Jacques verlegt: P.-R.-de-Paris, im Unterschied vom ursprünglichen P.-R.-des-Champs, das erst 1648 von Angelika Arnauld mit 10 Schwestern wieder besiedelt wurde; seitdem bestanden beide Klöster nebeneinander. Der neue Beichtvater (seit 1635) Du Vergier de Hauranne (St Cyran) gewann die Nonnen für den Jansenismus. P.-R.-des-Champs, wo sich seit 1638 eine ganze Kolonie von Einsiedlern (Solitaites) niederließ, meist gelehrte, Betrachtung, Studium und Unterricht pflegende Männer aus den ersten Familien Frankreichs, wie Anton und Robert Arnaulds, Le Maître, Nicole, Lancelot, de Sacy, Pascal, wurde in der Folge eine Hochburg der kirchlichen Opposition; sein Einfluß auf das geistige und religiöse Leben der Zeit war bedeutend. Der Verurteilung von fünf Sätzen des Jansenius durch Innozenz X. 1653 stimmte man in Port Royal nicht zu und wollte nur „ehrfurchtsvolles Stillschweigen“ beobachten. Erzbischof Péréfixe von Paris verhängte 1664 über beide Port Royal das Interdikt. Port Royal de Paris brach mit dem Jansenismus; es bestand (mit Unterbrechung 1792-1807) bis 1841. Die Nonnen von Port Royal des Champs dagegen blieben trotz scheinbarer Unterwerfung im Klementinischen Frieden (1669) hartnäckig, weshalb 1679 ihre Schulen geschlossen und die Aufnahme von Novizen verboten wurde. Als die „Kirchenmütter“ daselbst die Bulle Klemens` XI. Von 1705 wieder nur mit Vorbehalt annehmen wollten, wurde das Interdikt durch Erzbischof Noailles 1707 erneuert, das Kloster mit Zustimmung des Papstes von der Regierung 1709 aufgehoben und die 22 Nonnen auf andere Klöster verteilt (alle unterwarfen sich bis auf 2). 1710/12 wurden die Gebäude samt Kirche und Friedhof zerstört. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VIII, 1936, Sp. 385 – Sp. 386

Jansenius
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