Der heilige Beda der Ehrwürdige

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

27. Mai

Der heilige Beda der Ehrwürdige, Kirchenlehrer

Beda Venerabilis, OSB, Kirchenlehrer, * 673 oder 674, † 26.5.735 zu Jarrow; wurde 7jährig dem hl. Abt Benedikt Biscop zu Wearmouth übergeben, siedelte mit Abt Ceolfrid in das neu gegründete Kloster Jarrow über, überlebte hier mit diesem allein die große Pest von 686, empfing im 19. Lebensjahr die Diakonats- und im 30. die Priesterweihe; verbrachte seine ganze Lebenszeit in treuer Erfüllung der Ordenspflichten und mit Lernen, Lehren und Schreiben, außerordentlich vertraut mit den alten christlichen und heidnischen Schriftstellern, umgeben von zahlreichen Schülern und hoch gestellten Freunden, dabei stets bescheiden und im Göttlichen verwurzelt. Die von Ceolfrid auf seinen Romreisen erworbene reichhaltige Klosterbibliothek bot seinem regen Geist Stoff zu umfangreicher schriftstellerischer Tätigkeit. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 82

Beda der Ehrwürdige, der Zeit nach zwischen Isidor von Sevilla und Alcuin stehend, vermittelt die Kontinuität zwischen den letzten Ausgängen des römisch-christlichen Weltalters und den ersten Anläufen der christianisierten germanischen Völker zur Begründung eines neuen Bildungslebens auf Grund der überlieferten christlich-römischen Bildung und Gelehrsamkeit. Die lebendigen Triebe dieses Bildungslebens waren unter die unmittelbar von Rom aus christianisierten Angelsachsen, deren vornehmste geistige Zierde Beda ist, aus Italien verpflanzt worden; der vom Papst Vitalian nach England entsendete Erzbischof Theodor von Canterbury (seit 668) und sein Freund Adrian waren die ersten Wecker eines schwunghafteren Studienbetriebes unter der angelsächsischen Geistlichkeit. Die seit dieser zeit ununterbrochen Unterhaltene Verbindung der Angelsachsen mit Rom wurde Anlass zu häufigen Pilgerreisen dorthin, welche nebenher regelmäßig auch zur Erwerbung und Sammlung von Bücherschätzen in Italien und Gallien benutzt wurden.

Er sammelte in seiner vieljährigen Lehrtätigkeit einen großen Kreis von Schülern um sich, aus welchen Huaetberct, später Abt von Weremouth (seit 716), und dessen Nachfolger Cuthbert, ferner Nothelm, später Erzbischof von Canterbury, hervor zu heben sind. Er tat in Beziehungen zu allen bedeutenden und hervorragenden Männern seines Vaterlandes, die ihn als Freund und Ratgeber ehrten und an seinen gelehrten Arbeiten den regsten Anteil nahmen; … Beda`s angelsächsische Kirchengeshcichte ist dem König Ceolwulf gewidmet, welcher sich für das Zustandekommen derselben auf das Lebhafteste interessierte und die einzelnen von Beda ausgearbeiteten Partien las, ehe noch das ganze Werk fertig war. Beda kam mit diesem Werk im Jahre 731 zu Ende und bezeichnet dieses Jahr als das 59. seines Lebens.

Von da an fühlte er eine allmähliche Abnahme seiner körperlichen Kräfte, während sein Andachtseifer, sein Erbauungs-Bedürfnis und seine Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterland sich fortwährend steigerte. Im Frühjahr 735 wurde er von seiner letzten Krankheit befallen; am 26. Mai desselben Jahres gab er seine Seele seinem Schöpfer zurück. Eine erbauliche Schilderung seiner letzten Lebenstage verdanken wir seinem vorgenannten Schüler Cuthbert, der auch eine in jener Zeit von Beda nieder geschriebene angelsächsische Versstrophe, die einzige, welche von ihm erübrigt, aufbehalten hat.

Beda`s schriftstellerische Arbeiten repräsentieren den Gesamtinhalt der klösterlichen Schulbildung in seiner Zeit und veranschaulichen uns die Anfänge der unter den christianisierten germanischen Völkern auf Grund der überlieferten christlich-römischen Literatur und Bildung aufblühenden geistigen Bestrebungen.

Die bedeutendste der metrischen Arbeiten Beda`s ist seine Vita S. Cuthberti episcopi Lindisfarnensis, des großen englischen Nationalheiligen, dessen Fürbitte Beda die wundertätige Heilung von einem Zungenleiden verdankte, und mit dessen heiligem Leib Beda`s Leichnam, der ursprünglich im Kloster Yarrow bestatte worden war, im 11. Jahrhundert in der Marienkirche zu Dunelm (Durham) in einem und demselben Sarkophag vereinigt wurde.

Zu Beda`s Zeit gab es noch keine in systematischer Lehrform ausgebildeten Theologie; der Betrieb der Theologie ging in der Pflege des Schriftstudiums auf, welches durchgängig auf die patristische Schriftexegese gestellt war. Beda hat das Verdienst, innerhalb der germanischen Welt zuerst das Geschäft der Schriftauslegung in umfassendem Maßstab betrieben und hiermit einem Rabanus Maurus und anderen namhaften Schriftauslegern der nächst folgenden Jahrhunderte kräftig vorgearbeitet zu haben. Man kann ihn schlechthin den Erneuerer der in der Väterzeit betriebenen Schriftauslegung im Bereich der christianisierten Germanenvölker nennen. Seine exegetischen Arbeiten verbreiten sich über die Mehrzahl der biblischen Bücher und bestehen teils in Kommentaren, teils in Abhandlungen über spezielle biblische Materien und Erklärungen einzelner schwieriger Stellen, teils endlich in Homilien, welche, zur Erbauung seiner Klostergemeinde abgefaßt, auch in anderen Klöstern Eingang fanden und zu Zeiten des Paulus Diaconus bereits auf Monte Cassino gebraucht wurden. – aus: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 2, 1883, Sp. 169 – Sp. 172

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