Unterricht für das Fest Mariä Geburt

Ein Engel mit einem Lilienzweig in der Hand steht auf einer Wolke; mit der linken Hand hält er ein Spruchband, auf dem mit schönen großen Buchstaben das Wort Maria steht

Goffine: Unterricht für das Fest Mariä Geburt

(8. September)

Was ist dieses für ein Fest?

Es ist die Erinnerung an jenen glückseligen und freudenreichen Tag, an welchem die allerseligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria das Licht der Welt erblickt hat. Deswegen singt die Kirche an diesem Tag: „Deine Geburt, jungfräuliche Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude verkündigt, denn aus dir ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus der Herr, welcher den Fluch lösend, Segen spendete, und den Tod überwindend, ewiges Leben verlieh.“

Wie hat die Geburt Mariä die ganze Welt erfreut?

Sie hat

1) ihre frommen Eltern Joachim und Anna erfreut, welche nach ihrer langen Unfruchtbarkeit durch die Geburt dieses glückseligen Kindes einen unaussprechlichen Trost empfingen;
2) die alten in der Gnade Gottes verschiedenen Patriarchen, welche auf die Nachricht, daß die Mutter des Messias schon wirklich geboren sei, ihrer baldigen Erlösung mit Freuden entgegen sahen;
3) die Menschen auf Erden, welchen sie als Morgenstern oder Morgenröte die bald folgende Sonne der Gerechtigkeit verkündigte, und ein glücklicher Vorbote des Heiles war;
4) die Engel, die in ihr eine Königin erblicken und die Mutter derjenigen, welche ihre Zahl ergänzen und die leeren Plätze der aufrührerischen Engel besetzen würden.

Warum feiert die Kirche den Geburtstag Mariens, hingegen den Todestag der übrigen Heiligen?

Sie feiert den Geburtstag Mariens, weil sie frei von der Erbsünde geboren wurde. Alle anderen Heiligen hingegen waren bei ihrer Geburt mit der Erbsünde befleckt und daher noch von Gott getrennt; deshalb hat die Kirche keine Ursache, diese Tage als Freudentage zu begehen.
Der hl. Bernhard sagt: „Die Kirche selbst hat mich gelehrt, den Geburtstag der seligsten Jungfrau mit aller Andacht und möglichster Feierlichkeit zu begehen, und dich glaube fest mit der ganzen Kirche, daß Maria schon von dem ersten Augenblick an, in dem sie das Tageslicht erblickte, ein würdiger Gegenstand unserer Verehrung sei, da sie schon im Schoße ihrer Mutter geheiligt worden ist.“

Wann ist das Geburtsfest Mariens eingesetzt worden?

In der morgenländischen Kirche wurde es schon im fünften Jahrhundert eingeführt. Allgemein aber wird es erst seit Anfang des elften Jahrhunderts von der Kirche gefeiert.

Was sollen wir also am heutigen Tag tun?

Wir sollen uns von Herzen freuen, daß uns in Maria die Mutter unseres Erlösers, eine Königin, Mutter und Fürsprecherin geboren worden; wir sollen sie daher kindlich verehren und zu dem Ende uns befleißen, ihre Tugenden nachzuahmen. So werden wir uns ihrer Fürbitte würdig machen.

Gebet des hl. Anselm zu Maria.

Mit zärtlichster Liebe und reinster Begierde seufze ich zu dir, o Maria, meine Mutter! O besäße ich Kraft genug, um dich würdig zu lieben! – Lehre du mich, unbefleckte Jungfrau, wie ich an dich denken und dich gebührend ehren soll. Denn ehren soll dich mein Gemüt, lieben mein Herz, in deinem Dienst verweilen meine Seele; mein ganzes Leben soll der Ehre Gottes und deinem Dienst gewidmet sein, o Maria! Amen. –
aus: Leonhard Goffine, Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 651 – S. 652

Messe „Cum Jubilo“ – Gregorianik

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