Schöpfungsdogma gegen Evolution

Schöpfungsdogma gegen Evolutionstheorie

Anmerkung: Der folgende Text dokumentiert den beständigen katholischen Glauben und die gesunde Vernunft für das Schöpfungsdogma und gegen die Evolutionstheorie. Im Motu proprio, “Praestantia Scripturae,” vom 18. November 1907 erklärte Papst Pius X, dass niemand von den Anweisungen der Päpstlichen Bibelkommission, daß der wörtliche, historische Sinn der ersten drei Kapitel nicht in Zweifel gezogen werden darf, abweichen könne ohne „schwere Sünde“.

Damit steht freilich die Meinung Neuerer im grellsten Widerspruch, wonach der Mensch nur das höchste Naturprodukt wäre und sich als „das letzte und höchste Produkt der Naturentwicklung“ in langen Jahrtausenden allmählich aus dem Tierreich entwickelt und dann als Mensch im Zustand tiefster Rohheit begonnen hätte. Diese Meinung beruht auf einer Anwendung der darwinistischen Entwicklungs-Hypothese auf den Menschen und seine Geschichte; sie ist die traurige Blüte einer falschen Philosophie, welche aller Wahrheit und Sittlichkeit widerspricht, den persönlichen, wahren, ewigen Gott leugnet, die Welt selbst zu Gott macht, der im ewigen Wechsel des Werdens und Vergehens der Dinge sich zu verwirklichen suche, ohne dies je vollkommen zu erreichen.

Menschliches Bewusstsein und Zeugnis der Geschichte

Unser menschliches Bewusstsein dagegen sowie das Zeugnis der Geschichte und das folgerichtige Denken, die wahre Philosophie, stehen entschieden auf Seiten der Offenbarung. Die Geschichte weiß wohl von Verwilderung einzelner Zweige der Menschheit; aber sie findet schon in den ältesten Zeiten eine hohe Kultur und namentlich viel reinere Begriffe von Wahrheit und Tugend, von Gott und Religion, als später. Unsere Vernunft sagt uns, daß die Welt einen allmächtigen, allweisen Schöpfer und Regierer haben muss, daß, wenn Gott den Menschen erschuf, er in dem ersten Menschen seine göttliche Idee vom Menschen verwirklichte, ihn also mit allen Vorzügen ausrüstete, die je in einzelnen Menschen sich finden sollten. Endlich sagt uns unser geistiges und sittliches Bewusstsein deutlich genug, daß wir uns nicht für Gott selbst halten können, oder wie jene Philosophen es ausdrücken, „für die höchste Stufe der Selbstverwirklichung des Unendlichen im Endlichen“. Eine Selbstverwirklichung ist ohnehin ein Unding; eine Verwirklichung des Unendlichen im Endlichen aber ist für den gesunden Menschenverstand ein Unsinn.

Statt menschlicher Höherentwicklung Niedergang

(1) „Das Dogma von der geradlinigen Entwicklung vom Niederen zum Höheren läßt sich am alten Orient nicht exemplifizieren. Was immer uns historisch erreichbar ist, erweckt viel mehr den Eindruck der Decadence (Niedergang) als den einer empor strebenden Kultur; überall, in Kunst, Wissenschaft und Religion, machen wir dieselbe Erfahrung… Man kann sagen, die vornehmste Frucht aller aus der unübersehbaren Fülle wieder entdeckter, den Ereignissen gleichzeitiger Zeugnisse neu gewonnenen Erkenntnissen ist das Bewusstsein völliger Aussichtslosigkeit, wenn wir an die historische alte Welt den Maßstab der stetigen, folgerichtigen Entwicklung vom Niederen zum Höheren anlegen wollen. Dieser Maßstab ist aber das Rückgrat der heutigen Wissenschaft“ (d. h. eben der evolutionistischen). (Schuster, Anm. 10, S. 57 – S. 58)

(2) Gegen die Behauptung ursprünglicher Rohheit des Menschen-Geschlechtes spricht auf das entschiedenste das Zeugnis der Geschichte, das uns in den ältesten Denkmälern einen Umfang und eine Fülle von Kenntnissen zeigt, die eher auf das Gegenteil schließen lassen, daß nämlich die Menschen mit einer hohen Stufe geistiger Bildung begonnen, von der sie unter dem Einfluß der Sünde mehr und mehr herab sanken. (…) Der Zustand der Wildheit ist nirgends der ursprüngliche, sondern eine infolge der Trennung von der gebildeten Menschheit und anderer ungünstigen Einflüsse eingetretene Verwilderung, wie denn die Überlieferungen dieser Völker, teilweise selbst ihre Sprachen, auf bessere Zeiten und Zustände zurück weisen. Ein furchtbares Beispiel solcher Verwilderung bieten die Eingeborenen von Neuseeland, bei denen der Kannibalismus erst lange nach der Einwanderung, erst in den letzten Jahrhunderten, aufkam, vorbereitet durch beständige Kriege und durch die dadurch herbei geführte Rohheit, endlich durch Mangel an Fleischnahrung und wirkliche Not. Erst mitten in den gebildetsten Teilen der Menschheit zeigt sich fortwährend dieser Hang zur Verwilderung, der eben die Folge der Sünde ist und nur mühsam durch Religion, Erziehung und Sitte bewältigt wird. (Schuster, Anm. 1, S. 155 – S. 156)

Die mechanistisch-monistische Entwicklungstheorie

(3) Die mechanistisch-monistische Form der Entwicklungstheorie (wie sie Haeckel und Genossen vertreten) scheitert an den Tatsachen. Aus Unorganischem kann nie Organisches von selbst entstehen; es gibt keine sog. Urzeugung; Pflanzen können sich nie und nimmer zu Tieren entwickeln. Über den Ursprung des Lebens kann die Naturforschung überhaupt keinen Aufschluss geben. Alles Leben und alle Entwicklung setzt einen Schöpfer und Gesetzgeber voraus, dessen Macht und Weisheit um so größer erscheint, wenn er mannigfaltiges Leben und und vollkommene Formen sich nach natürlichen Gesetzen entwickeln ließ. Auch die von Darwin vertretene der Entwicklungstheorie, wonach die Arten in der Hauptsache durch die natürliche Zuchtwahl und Auslese (Selektion) entstanden sein sollen, hat sich als wissenschaftlich unhaltbar erwiesen, wie aus Anlass des hundertsten Geburtstags von Darwin 1909 von allen Seiten festgestellt wurde. Für die heutige Naturwissenschaft steht jedoch außer allem Zweifel, daß den systematischen Arten nicht immer und von jeher durch Marksteine die Grenzen abgesteckt waren und sind; die Artverwandlung ist teils durch direkte Beweise nachgewiesen, teils sprechen für sie eine reiche Fülle von indirekten Zeugnissen, ohne daß jedoch die Frage beantwortet werden könnte, inwieweit und in welcher Weise eine solche Entwicklung stattgefunden hat und ob der Mensch ein Glied in dieser Entwicklungsreihe bildet. Diese gemäßigte Entwicklungstheorie, welche die natürlichen Arten in ihren Stammformen von Gott ursprünglich aus der Materie hervor gebracht sein läßt, ist mit dem Glauben wohl vereinbar. Die Ausdehnung der Entwicklungslehre auf den Menschen bildet eine Frage für sich, deren Lösung im Sinne der Affentheorie oder des „biogenetischen Grundgesetzes“ von Haeckel, wie sie vor der gesunden Vernunft nicht bestehen kann, so auch von den Hauptvertretern der betreffenden Wissenschaften auf das schärfste verurteilt wird. „Daß aus einer Affenspezialität das Menschengeschlecht hervor gegangen sein soll, ist der wahnwitzigste Gedanke, den Menschen dachten“, sagt Oskar Fraas, und vom geologischen Standpunkt aus erklärt Pfaff: „Alles, was wir vom Urmenschen wissen, zeigt uns denselben nach keiner Seite hin niedriger stehend als eine große Anzahl der jetzt auf der Erde lebenden Völkerschaften. Die ersten Spuren, die wir von ihm finden, zeigen uns den Menschen genau von derselben Organisationshöhe wie die jetzt lebenden; dieselbe weite Kluft trennt ihn von den der leiblichen Gestaltung nach ihm nächsten stehenden Tieren, den Affen. Die Annahme, daß er von einem Affen abstamme, entbehrt jeder tatsächlichen Begründung. Ist ja doch schon das Gehirnvolumen eines neu geborenen Kindes doppelt so groß als das eines ausgewachsenen Gorilla“ (Schöpfungsgsch. 722) Die ganze körperliche Organisation des Menschen trennt ihn schon durch eine große Kluft vom Tierreich, auf das vollkommenste und absolut aber seine geistige Natur und deren Ausdruck in Sprache und Schrift, wie in all seinen geistigen Tätigkeiten. Das lang und eifrig gesuchte Mittelglied (missing link) zwischen Mensch und Tier (Affe) ist noch immer nicht gefunden und wird auch nie gefunden werden, wie auf den Anthropologen-Kongressen (von Virchow u.a.) wiederholt auf das bestimmteste festgestellt worden ist.

Der berühmte Pithecanthropus erectus (=Affenmensch), dessen Knochenreste man 1891 auf Java gefunden hatte, ist als fossiler Menschenaffe und als Zeitgenosse (nicht Ahne) des Menschen erwiesen worden. „Die Würde der Wissenschaft entspricht es allein, zu sagen, daß sie über den Ursprung des Menschen nichts weiß“ (Reinke). Das hindert freilich Haeckel und seinen Anhang nicht, die tierische Abstammung des Menschen als ein Postulat und Ergebnis der Wissenschaft zu proklamieren; hat doch der Nachfolger Haeckels (Plate) zu Anfang 1909 in feierlicher Rede erklärt, jeder Biologe von Ruf sei von dem Haeckelschen Dogma überzeugt und müsse es sein! Solchem gemeingefährlichen und unwissenschaftlichen Unfug gegenüber kann man sich auf das nüchterne Zeugnis der paläontologischen Urkunden berufen, das Muckermann in StL LXXVI (1909) 30ff zusammen gefaßt hat. Nach dem Naturforscher Schwalbe wird wohl auf keinem Gebiet der Naturwissenschaften das Bestreben, aus einer Summe von Tatsachen allgemeine Schlüsse zu ziehen, so von der subjektiven Eigenart des Forschers beeinflußt, als in der Vorgeschichte des Menschen. Oft bilden sich hier auf Grund weniger Tatsachen, welche durch die überzeugte Art, mit welcher sie vorgetragen werden, von denen . Welche der Sache fern stehen, leicht für gesicherte wissenschaftliche Errungenschaften gehalten werden. (Schuster, Anm. 1, S. 154 – S. 155) –
aus: Schuster/Holzammer, Handbuch der Biblischen Geschichte, Bd. I, Altes Testament, 1910, S. 153 – S. 155

Das katholische Lehramt zur Schöpfungslehre

Pius XII. Enzyklika „Humani generis“ (1950)

Die päpstliche Bibelkommission: Der historische Charakter der ersten Kapitel der Genesis

zu finden bei: Katholische Schöpfungslehre

Weitere Websites für die katholische Auffassung gegen die Evolutionstheorie:

Kolbe Center (englisch)

siehe auch die Beitragsreihe: Die Erschaffung der Welt

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