Heiliger Maximinus Bischof von Trier

Christus sitzt in der Mitte, Löwe und Stier zu seinen Füßen, die Heiligen aus den Orden und Jungfrauen stehen in der oberen Reihe, in der unteren Reihe knien heilige Kinder und Ehepaare

Heiligenkalender

29. Mai

Der heilige Maximinus Bischof von Trier

Der heilige Maximinus ward in dem Dorf Sillé bei Loudun (Poitiers) in Frankreich als Kind reicher und vornehmer Eltern geboren und unter der Leitung des heiligen Agritius, Bischof von Trier, in den göttlichen Wissenschaften unterrichtet. Nach der Priesterweihe wendete er alle Kräfte zur Unterweisung der Katholiken und zur Widerlegung der Irrlehren an, unter denen die arianische die verderblichste war. Es lebte zu Trier ein heiliger Priester mit Namen Quiriacus. Diesem erschien in der Nacht ein Engel und befahl ihm, am folgenden Tage zu Maximin zu gehen und ihm mitzuteilen, daß Gott ihn zur Regierung der Kirche von Trier nach dem Tode des Agritius bestimmt habe. Der Priester befolgte den Befehl; Maximinus hielt aber diese Erscheinung für eine Täuschung, weil er sich eines so hohen Amtes für unwürdig erachtete. Bald darauf erschien auch dem heiligen Agritius ein Engel und gebot ihm, Maximinus zu seinem Nachfolger zu erklären. Agritius gehorsamte dem Befehl. Nach seinem Tode wurde Maximin von der Geistlichkeit und dem Volk zu dessen Nachfolger erwählt im Jahre 332.

Als Bischof nahm er sich der ihm anvertrauten Seelen mit allem Ernst und Eifer an und sorgte gewissenhaft für das Heil derselben. Gegen die Arianer, von denen einige Katholiken verführt worden waren, stritt er mit solcher Gründlichkeit, daß der große Kirchenlehrer Hieronymus kein Bedenken trug, ihn unter die vortrefflichsten Bischöfe jener Zeit zu zählen. Den heiligen Athanasius, welcher von seinem bischöflichen Sitz zu Alexandria durch Anstiftung der Arianer verstoßen worden war, nahm der heilige Maximinus mit größter Freude und Ehrenbezeigung auf und verpflegte ihn sorgfältig zwei Jahre und einige Monate. Den Anschlägen der Arianer begegnete er mutvoll und bemühte sich, diese reißenden Wölfe von seinen Schäflein abzuhalten; er sorgte auch für jene, die nicht zu seinem Bistum gehörten. Als der heilige Maximin vernommen hatte, daß der Bischof Euphrates von Köln durch Umgang mit den Arianern sich von diesen habe verführen lassen und ihre Lehre selbst öffentlich predigte, setzte er es durch, daß eine Kirchenversammlung zu Köln gehalten wurde, auf welcher Euphrates der Irrlehre überwiesen und deswegen seines Bistums entsetzt wurde. Es musste Maximinus zwar deswegen sehr Vieles von den Arianern erleiden, die ihn auch einmal von seinem Bistum vertrieben; allein er tröstete sich, weil er gewürdigt wurde, um des wahren Glaubens willen etwas zu leiden, und Gott fügte es, daß er wieder zum Besitz seines bischöflichen Stuhles gelangte.

Nach einiger Zeit unternahm er eine Reise nach Rom, um die Gräber der heiligen Apostelfürsten und anderer heiligen Märtyrer zu besuchen. Unterwegs kam er zu dem heiligen Bischof Martinus von Tours, mit dem er seine Reise bis nach Rom fortsetzte, und zwar auf die gottseligste Weise. Denn die meiste Beschäftigung dieser heiligen Männer bestand im Gebet, in geistlichen Gesprächen und im Psalmengesang. Nachdem beide heilige Männer ihrer Andacht zu Rom nach Wunsch Genüge getan, kehrten sie in ihre Bistümer zurück. Der heilige Martin übergab dem heiligen Maximinus seinen getreuen Jünger Lubentius, damit dieser noch vollständiger im geistlichen Leben unterwiesen würde. Als aber Maximinus bemerkte, daß sein Ende nahe, wollte er zuvor noch einmal sein Vaterland besuchen, um dort einige wichtige Geschäfte, die Ehre Gottes und das heil der Seelen betreffend, zu besorgen. Er kam zwar dahin, erkrankte aber und beschloß sein Leben den 12. September im Jahre 349 zu Poitiers, seinem Geburtsort. Seine Leiche wurde nach Trier gebracht.

Karl der Große, der durch die Fürbitte des heiligen Maximinus von einem tödlichenFieber genesen war, so daß er gesund von dem Bett aufstehen konnte, hat das sehr berühmte Kloster, welches von dem heiligen Maximinus den Namen hat, mit reichen Einkünften versehen, damit Gott der Herr von noch mehr Ordensmännern gelobt und gepriesen werden könnte. Durch Austreibung der bösen Geister aus den Leibern der Besessenen hat Gott der Herr diesen Heiligen besonders verherrlicht. – aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 399-400

Category: Bischöfe
Tags:

Verwandte Beiträge

Lügen gegen die wahre Abendmahlslehre
Das Wesen der christlichen Hoffnung
Menü