Heiliger Dominikus Stifter des Predigerordens

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

4. August

Im Vordergrund des Bildes knien der heilige Dominikus und die heilige Katharina von Siena mit der Dornenkrone auf ihrem Haupt; Dominikus empfängt den Rosenkranz aus der Hand der Mutter Gottes Maria, die in der Mitte erhöht in den Wolken sitzt; in der linken Hand ist ein Rosenkranz aus Rosen; Jesus als Kind steht vor ihr und gibt dem heiligen Dominikus den Gebets-Rosenkranz

Der heilige Dominikus Stifter des Predigerordens

Während des Waffenlärms der Kreuzzüge nach Palästina wurde im Abendland die religiöse Bildung mancherorts vernachlässigt. Üppig schossen die Ketzereien auf im nördlichen Italien und im südlichen Frankreich. Unter dem Namen Albigenser vereinigten sich die Irrlehrer in tödlichem Haß gegen die katholische Kirche. Unterdessen wuchs zu Calaruega in Spanien ein talentvoller Knabe – Dominikus – auf, der Sohn frommer Eltern, die die Weisheit Gottes auserwählt hatte, um den Fluch der Albigenser in Segen zu verwandeln. Zuerst unter der besorgten Pflege seiner Mutter und dann unter der weisen Leitung ihres geistlichen Bruders, überragte Dominikus weit seine Studiengenossen an Sittenreinheit und Wissenschaft. Zur Zeit einer Hungersnot gab Dominikus sein Geld hin, verkaufte seine Kleider und sogar seine Bücher, um die Hungernden zu unterstützen; und als man ihn deshalb tadelte, entschuldigte er sich: „Ach, was nützen mir tote Bücher, wenn meine Brüder vor Hunger sterben.“ Der Ruf solcher Frömmigkeit bewog den berühmten Bischof Diego von Osma, den Dominikus, welcher zu Palencia als Lehrer der heiligen Schrift wirkte, für seine Diözese zu gewinnen; er ernannte ihn zum Subprior der Chorherren. Der Gewählte übertraf die auf ihn gesetzten Hoffnungen.

Als Diego und Dominikus im Jahre 1203 im Auftrage des Königs Alphons IX. nach Paris reisten und die Gräuel der Albigenser mit eigenen Augen sahen, stand ihr Entschluss fest, an der Bekehrung derselben zu arbeiten: und gerne erlaubte Papst Innozenz III. dem Bischof, auf zwei Jahre seine Diözese zu verlassen. Sie vereinigten sich mit den drei päpstlichen Legaten und den zwölf Zisterzienser-Äbten, welche seit einem Jahr erfolglos sich abmühten, diese Ketzer zu bekehren: sie beredeten diese fünfzehn Missionare, allen äußern Glanz abzulegen, in apostolischer Armut, barfuß in die Städte und Dörfer zu gehen und das Evangelium zu predigen. Nun wurde der Fischfang ergiebiger, und Dominikus bewährte sich als den klügsten und glücklichsten Fischer. Aber zu bald traf dieses Unternehmen ein vernichtender Schlag: Bischof Diego musste zu seiner Herde nach Osma gehen, die zwölf Äbte erlagen den Strapazen und kehrten heim, der heiligmäßige Legat Peter wurde von den Ketzern gemeuchelt, und wegen dieses Mordes begann ein blutiger Krieg, in welchem beide Parteien durch Grausamkeit sich befleckten. Dominikus, welcher den Krieg verabscheute und über die tobenden Leidenschaften erhaben war, harrte aus in seinem gefahrvollen Apostolat.

Als nach der Eroberung von Toulouse die Waffen ruhten, eilte Dominikus mit etlichen Gefährten an diesen Hauptsitz der Ketzer, um den heiligen Glauben zu predigen; aber die Arbeit überstieg weit ihre Kräfte, weil die Unwissenheit und Verwilderung des Volkes geradezu unbegreiflich war. In dieser schwierigen Lage tröstete ihn Maria – wie die Überlieferung meldet, in einer huldvollen Erscheinung und lehrte ihn das Gebet des Rosenkranzes. Mit frischem Mut erklärte Dominikus dem Volk den Rosenkranz, betete denselben mit ihm, und erzielte dadurch einen wunderbaren Erfolg. (siehe auch den Beitrag: Leo XIII. Der Rosenkranz als Waffe gegen die alten und neuen Irrlehren)

Voll Freude darüber faßte er den Entschluss, einen Orden zu stiften, welcher der heiligen Kirche durch Wissenschaft und Gebet dienen sollte, und eilte nach Rom, um sich vom Papst zu diesem Unternehmen den Segen zu erbitten. Innozenz III. genehmigte den Plan, nachdem er in einem Traumgesicht die Laterankirche wanken, den Dominikus aber mit kräftiger Schulter dieselbe stützen gesehen hatte. Dominikus und seine Mitarbeiter wählten die Regel des hl. Augustin, machten noch einige Zusätze, wie es der Zweck ihrer Genossenschaft erforderte, und erhielten die kirchliche Approbation von Papst Honorius III. 1217. Am Fest Mariä Himmelfahrt desselben Jahres legten sie die feierlichen Gelübde ab und nannten ihren Verein „Orden der Prediger“.

Dominikus, der sich erst nach langem Widerstreben zum ersten General des Ordens wählen ließ, suchte mit klugem Scharfblick zuerst in den Universitäts-Städten Rom, Bologna und Paris festen Fuß zu fassen, weil es sein Hauptgrundsatz war, daß die Frömmigkeit nur im Verein mit gründlicher Wissenschaft Großes und Dauerhaftes zu leisten vermöge. Mit fast unbegreiflicher Schnelligkeit durchreiste er Frankreich, Italien und Spanien, gewann überall zahlreiche Schüler, junge Männer, ausgezeichnet durch Talent und Charakter, gründete Klöster und gab weise Verordnungen, wie an jedem Orte die religiösen Bedürfnisse zu befriedigen seien. Es ist ein Wunder zu nennen, daß in der kurzen Zeit von vier Jahren seine Ordenshäuser schon über das ganze christliche Europa ausgebreitet und in voller Tätigkeit waren, daß er schon auf dem General-Kapitel zu Bologna 1221 die ausgedehnte Genossenschaft in acht Provinzen gliedern musste.

Damit war sein Lebensberuf vollendet, aber auch seine Körperkraft aufgezehrt und die Stunde des Feierabends gekommen. Von den geliebten Brüdern, die mit heißen Tränen des Schmerzes und der Trauer um sein Sterbebett standen, nahm er Abschied mit den Worten: „Liebet einander, bewahret die Demut und trennt euch nie von der Armut; weint nicht, mir ist wohl, und dort oben werde ich euch mehr nützen, als hier“; dann eilte er dem Himmel zu am 4. August 1221. Schon nach zwölf Jahren versetzte ihn Papst Gregor IX. unter die Heiligen. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 579 – S. 580

Bildquellen

  • bitschnau-heiliger-dominikus-hl-katharina: Bildrechte beim Autor
  • bitschnau-jesus-mit-seinen-heiligen: Bildrechte beim Autor

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