Dominikus und sein Kampf gegen die Irrlehre

Hut, bischöflicher Krummstab, Kleidungsstücke eines Papstes

Papst Leo XIII. sitzt in seiner päpstlichen Kleidung in seinem Arbeitszimmer, links von ihm sieht man auf einem Art Altar ein Kruzifix, rechts ist ein Bücherschrank

Leo XIII.

Auszug aus: Parta humano generi (1901)

Der Rosenkranz als Waffe gegen die alten und neuen Irrlehren

Der heilige Dominikus und die Irrlehre der Albigenser

In diesem Jahr nun, von dem das 20. Jahrhundert seinen Anfang nimmt, würden Wir Uns einer Pflichtvergessenheit schuldig machen, würden Wir jene günstige Gelegenheit versäumen, die Uns Unser ehrwürdiger Bruder, der Bischof von Tarbes, sein Klerus und die Bevölkerung von Lourdes von sich aus dargeboten haben: Es handelt sich um die Errichtung von fünfzehn Altären in dem zu Ehren der Rosenkranz-Königin erbauten ehrwürdigen Gotteshaus, die auf die 15 Rosenkranz-Geheimnisse konsekriert werden sollen.

Wir ergreifen diese Gelegenheit um so lieber, weil es sich hier um jene Gegenden Frankreichs handelt, auf die sich so viele und so große Gnaden der seligsten Jungfrau herniedersenkten. Dieser Boden erhielt einst seine Berühmtheit durch die Anwesenheit des heiligen Ordensstifters, des hl. Dominikus, und hier finden wir auch die ersten Anfänge des heiligen Rosenkranzes. Es ist ja für keinen Christen etwas Neues, wenn Wir darauf hinweisen, dass der heilige Vater Dominikus aus Spanien nach Frankreich kam, um die Irrlehre der Albigenser zu bekämpfen; diese Irrlehre hielt sich aber gerade um diese Zeit in den Tälern der Pyrenäen auf und hatte sich gleich einer ansteckenden, Verderben bringenden Krankheit über fast ganz Aquitanien verbreitet. Da war es nun Dominikus, der durch seine erstaunliche Lehrtätigkeit und seine Predigt über die Liebe Gottes und die heiligen Glaubens-Geheimnisse in jenen vom Irrtum umdüsterten Gegenden wieder das Licht der Wahrheit entfachte.

Das sind in der Tat die Wirkungen, die die einzelnen Heils-Geheimnisse, die wir im Rosenkranz bewundern, hervorbringen. Dadurch, dass wir diese öfter erwägen und betrachten, nimmt der Christ geistig auf eine unmerkliche Weise allmählich auch den göttlichen Inhalt dieser Geheimnisse in sich auf, so dass sie ihm in Fleisch und Blut übergehen. Unmerklich entwickelt er in seinem Leben eine drängende Tatkraft, die aber mit völliger innerer Ruhe gepaart ist. Dies wiederum befähigt ihn, Schicksalsschläge tapfer und mit Gleichmut zu ertragen und seine ganze Hoffnung auf die unvergänglichen Güter einer besseren Heimat zu setzen. Vor allem aber erfährt der Glaube eine Verfestigung und Vertiefung, und ohne diesen sind wir schutzlos preisgegeben all den gegenwärtigen Bedrängnissen und nicht minder wehrlos ausgeliefert all dem, was uns bedroht. Dominikus kam nun unter Eingebung und Fügung Gottes als erster auf den Gedanken, die Gebete zu Maria mit den Geheimnissen unserer Erlösung in bestimmter Reihenfolge zu verbinden und das Ganze erhielt zutreffend den Namen Rosenkranz. Denn so oft wir mit dem Engelswort Maria als „die Gnadenvolle“ grüßen, bringen wir ihr dadurch, dass wir diese Lobgebete wiederholen, gleichsam herrlich duftende Rosen zum Geschenke dar. Und wenn uns die hohe Würde Mariens in den Sinn kommt, dann denken wir daran, dass ihr diese Gnade von Gott durch „die gebenedeite Frucht ihres Leibes“ zuteil geworden ist. Endlich erinnern wir uns im Rosenkranz an all die einzigartigen Verdienste Mariens, durch die sie mit ihrem Sohn Jesus an der Erlösung des Menschengeschlechtes mitgewirkt hat. Was war das doch für ein herrlicher, ganz in Liebe getauchter Gruß, als damals Gabriel sie grüßte und sie nun fühlte, dass sie vom Heiligen Geiste empfangen hatte! –
aus: Rudolf Graber, Die marianischen Weltrundschreiben, 1951, S. 124 – S. 125

Gesamter Text: Leo XIII. Marianische Weltrundschreiben: Parta Humano Generi

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