Beweis der Gottheit Jesu Seine Auferstehung

Der Beweis der Gottheit Jesu ist Seine Auferstehung

III.

Wir werden nun versuchen, die Hypothese von der Gottheit Christi zu einer These zu machen, das heißt, wir wagen es, den Beweis dafür zu erbringen, daß Christus wirklich Gott war und ist und immer sein wird. Mathematische Beweise zu verlangen, wäre nicht am Platz, wie wir auch nicht mit einer mathematischen Gewißheit rechnen können. Wir bewegen uns ja nicht auf dem Gebiet der Mathematik, sondern auf dem Gebiet der Geschichte, der Geisteswissenschaften, der Religion, der Theologie, und da wird mit anderen Maßen gemessen. Keiner unserer Beweise wird durchschlagend sein, aber alle in sich zusammen genommen führen zu der sicheren Behauptung, daß es durchaus kein Leichtsinn ist, wenn Menschen an Christus als an den Sohn Gottes glauben und ihr Leben auf diesem Fundament aufbauen.

Schon das Wort Glaube deutet darauf hin, daß es sich nicht um eine zwingende Erkenntnis handelt, sondern daß immer etwas zu wagen ist, daß immer ein Sprung zu tun übrig bleibt.Aus den Büchern apologetischen Inhaltes und auch aus den Religionsbüchern für die Mittelschulen setzen wir die Beweise für die Echtheit der vier Evangelien wie überhaupt der Schriften des NeuenTestamentes voraus. Die Frage wird von allen Wissenschaftlern, die vorurteilslos und mit den Mitteln der äußeren wie der inneren historischen Kritik an die Frage heran treten, im positiven Sinne gelöst. Mich persönlich bewegt am meisten die Tatsache, daß jene einfachen Männer aus dem Volke Palästinas, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, die Verfasser der vier Evangelien und der Apostelgeschichte, und dazu die anderen Apostel und Jünger des Herrn, nicht nur das berichten, was sie als Augen- und Ohrenzeugen wissen konnten, sondern daß sie mit ihrem Leben eingestanden sind für das, was sie berichten.

Die Gottheit Christi läßt sich aus den Wundern nachweisen, die Er gewirkt hat, in denen Er Seine Schöpfermacht über die Natur etwa durch den Befehl über den Sturm, durch das Verdorren des Feigenbaumes und durch die Heilung der verschiedensten Krankheiten offenbarte.
Die Erfüllung der Weissagungen über Sein Leiden, über Seine Auferstehung, über die Zerstörung der Stadt Jerusalem und andere weisen auf Kenntnisse hin, die ohne göttliches Vorherwissen nicht erklärt werden können.

Unter allen Wundern aber ist das größte Seine eigene Auferstehung, die Ihn zugleich mit Seinem Leiden und Seinem Opfertod von allen anderen Religionsstiftern wesentlich unterscheidet. Mit Halluzinationen, mit Betrugs- und Visions-Hypothesen ist die Tatsache des leeren Grabes nicht aus der Welt zu schaffen, ebenso wenig wie das Zeugnis der zwölf Apostel und fünfhundert anderer Jünger, die den Herrn nach Seiner Auferstehung gesehen haben, die ihre Wortverkündigung letzten Endes nur auf die Auferstehung Christi gründeten und für diese Tatsache ihr Leben dahin gaben. Statt auf diese Dinge im einzelnen einzugehen, was den Rahmen des Vortrages zu weit spannen würde, soll ein ganz wunderbares Wort des heiligen Augustinus aus dem „Gottesstaat“ hier erwähnt sein:

„Unglaublich ist es, daß Christus im Fleisch von den Toten auferstand und im Fleisch in den Himmel auffuhr.
Unglaublich ist, es, daß die Welt so etwas Unglaubliches geglaubt hat.
Unglaublich ist, daß so ein paar unbedeutende, einfache, unerfahrene Menschen der ganzen Welt und auch den Gelehrten der Welt diese so unglaubliche Sache beigebracht haben.

Das erste dieser drei unglaublichen Dinge wollen die nicht glauben, mit denen wir es hier zu tun haben.
Sie werden aber gezwungen, das Zweite anzuerkennen (da sie die Tatsache ja mit eigenen Augen sehen).
Wie das aber geschehen ist, können sie nur erklären, wenn sie das Dritte glauben.“ (S. Augustinus, De Civitate Dei, 1.22, c. 5)

Ganz lebendig bleibt dieser Glaube an Christi Auferstehung vor allem durch die alljährliche Feier des Osterfestes mit einer Vorbereitung von sechs Wochen und mit einer Nachfeier von 50 Tagen und mit einer Wiederholung des Festes an jedem Sonntag. Ostern war das erste aller christlichen Feste, es war von Anfang an der Kern des Kirchenjahres, ein Fest, um das sich alles andere kristallisierte, und es ist durch alle Jahrhunderte das Fest aller Feste und die Sonne unter allen Festen und es ist Ursprung und Vorbild aller anderen Feste gewesen. –
aus: Benedikt Reetz, Christus, die große Frage, Vortrag gehalten vor der Gemeinschaft der katholischen Akademiker in Graz am, 8. Mai 1946, S. 17-20

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