Asperges me und Vidi aquam

Das Singen von Asperges me und Vidi aquam

Simon:
Warum wird an den Sonntagen der österlichen Zeit nicht Asperges, sondern Vidi aquam gesungen, wenn der Priester das Weihwasser austeilt?

Pfarrer:
Jener Gesang, welcher mit dem Worte Asperges anfängt, ist eine Stelle aus dem bekannten Bußpsalm und lautet: „Besprenge mich, Herr, mit Ysop, und ich werde gereinigt werden; wasche mich, und ich werde weißer werden, als der Schnee.“ Sodann wird gesungen: „Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit. Ehre sei dem Vater“ usw. Mit diesen Worten flehen wir demütig, Gott wolle uns von unseren Sünden reinigen und uns seiner Barmherzigkeit teilhaftig werden lassen.

In der Osterzeit aber sind die Worte beim Austeilen des Weihwassers aus dem Propheten Ezechiel (Kap. 47) und dem 117ten Psalm entlehnt, und lauten also: „Ich sah Wasser fließen von der rechten Seite des Tempels, Alleluja! Und Alle, zu welchen dieses Wasser gelangte, wurden gerettet und werden Allelula singen (d. h. Gott lobpreisen). Preiset Gott, denn er ist gut, und seine Barmherzigkeit währet ewig. Ehre sei dem Vater“ usw. Dieser Gesang soll uns an das Wasser der hl. Taufe erinnern, durch welches wir von Sünden rein geworden sind, und wir preisen Gott wegen der Taufgnade, welche er uns einst schenkte. Es ist ja erst kurze Zeit vorher der Tod Christi in feierlichem Gedächtnis begangen worden, und wir haben uns erinnert jenes Stromes von Wasser und Blut, welcher aus der Seite Christi hervor drang und welcher so schön die heiligen Sakramente der Taufe und des Altares versinnbildet. Auch daß früher so viele in dieser Zeit die hl. Taufe empfingen, erinnert uns an die Zeit, wo wir selbst durch das Bad der Wiedergeburt von Sünden gereinigt und geheiligt wurden; und nicht allein das, sondern auch unsere österliche Beichte und Kommunion fällt in diese Tage, also abermals eine Heiligung unserer selbst. Wir bitten daher nicht sowohl Gott um Reinigung, als wir ihm vielmehr für die erhaltene Reinigung unserer Seele in diesem Gesang danken. –
aus: Gregorius Rippel, Die Schönheit der katholischen Kirche dargestellt in ihren äußeren Gebräuchen in und außer dem Gottesdienst für das Christenvolk, 1901, S. 84

Asperges me

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Vidi aquam

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