Das allerheiligste Altarsakrament

Zu Fronleichnam und zur allgemeinen Anbetung: Auf dem durch drei Bögen aufgeteilte Bild sieht man in der Mitte den Altar, auf dem Monstranz mit dem allerheiligsten Altarsakrament steht sowie vier brennende Kerzen; links knien zwei Nonnen in anbetender Haltung, rechts kniet ein Mönch; über ihm sieht man Engel in dem Bogen

P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung

Fronleichnamsprozession: Unter dem Baldachin geht der Priester mit der Monstranz, gefolgt von Ministranten und dem Volk; Frauen und Männer knien vor dem Allerheiligsten

Das allerheiligste Sakrament des Altars

Das allerheiligste Sakrament des Altars, zu dessen Erklärung wir nun übergehen, ist in vielfacher Hinsicht das vorzüglichste unter allen Sakramenten. Es übertrifft zunächst alle andern an Heiligkeit; denn während die andern bloß eine heiligende Kraft besitzen, enthält dieses den, der die Heiligkeit selbst ist. Es übertrifft auch alle an Erhabenheit, indem es wie kein anderes eine Fülle der erstaunlichsten Wunder in sich schließt. Das Altarssakrament ist ferner das Ziel und die Krone der übrigen Sakramente. Es ist deren Ziel, weil die andern Sakramente, ein jedes in seiner Weise, dazu bestimmt sind, uns auf die Vereinigung mit Christus im heiligsten Altarssakrament hinzulenken und vorzubereiten (S. Thom. 3. q. 65. a. 3); es ist die Krone der andern, weil es den zweck, der allen gemeinsam ist, nämlich die Lebensvereinigung mit Jesus, unserm Haupt, und mit den Nebenmenschen, unsern Brüdern, auf die vollkommenste Weise verwirklicht. Wie dies durch das heiligste Altarssakrament geschieht, werden wir später sehen. – Noch einen weiteren Vorzug dieses Sakramentes hebt das Konzil von Trient (Sitz. 13, Kap. 3) hervor. Während die übrigen Sakramente erst dann heiligende Kraft bekommen, wenn man sie empfängt, schließt dieses schon vor dem Empfang den Urheber aller Heiligkeit in sich. Jene gleichen einem Lichtstrahl, der aufleuchtet, eine bestimmte Wirkung hervor bringt und wieder verschwindet; dieses ist eine geistige Sonne, die dauernd leuchtet und ohne Unterlaß Kraft und Leben spendet in angemessener Fülle. – In diesem allerheiligsten, wunderbarsten und heilskräftigsten Sakrament ist demnach Jesus Christus wahrhaft Emmanuel, d. h. „Gott mit uns“, da ist er die Ursache unserer Freude, der Born des süßesten Trostes und wundersamer Kräftigung, da der Baum des Lebens inmitten des irdischen Paradieses, der hl. Kirche.

Entsprechend der Mannigfaltigkeit seiner Vorzüge hat dieses Sakrament auch mannigfache Namen. Es heißt Sakrament des Altars, weil es auf dem Altar vollbracht und aufbewahrt wird; Fronleichnam, weil es den hochheiligen Leib des Herrn enthält. Das altdeutsch Wort „Fronleichnam“ bedeutet nämlich „Leib des Herrn“. Wegen der Gegenwart Jesu, des allerheiligsten Gottessohnes, im Sakrament des Altars wird dasselbe auch einfachhin das Allerheiligste genannt. Und da Jesus zu unserm Besten in demselben weilt, so pflegt man es ferner als das hochwürdigste Gut zu bezeichnen. Der Name Eucharistie, den die hl. Väter diesem Sakrament geben, bedeutet „Danksagung“. Derselbe hat seinen Grund wahrscheinlich darin, daß Christus es nach dem Bericht der Evangelisten unter Danksagungs-Gebeten eingesetzt hat.

Indem wir nun zur genaueren Erklärung dieses heiligsten Sakramentes übergehen, haben wir vorzüglich drei Hauptwahrheiten nachzuweisen und zu erläutern: erstens, daß Christus in demselben wahrhaft zugegen ist; zweitens, daß er sich darin für uns dem himmlischen Vater aufopfert; drittens, daß er sich uns in demselben zur Speise darreicht. Deshalb zerfällt die ganze Lehre in folgende drei Abschnitte oder Paragraphen: 1. von der Gegenwart Christi im heiligsten Sakrament, 2. vom hl. Messopfer, 3. von der hl. Kommunion. --
aus: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Ein Hilfsbuch für die Christenlehre und katechetische Predigt, 3. Band Von den heiligen Sakramenten, 1912, S. 128 – S. 129

Tantum Ergo – Carlos Seixas (1704 – 1742)

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