Beherzigung aus dem Leben der heiligen Casilda

Was man aus dem Leben der heiligen Casilda beherzigen kann

Casilda zeigte ein herzliches Mitleid gegen die armen gefangenen Christen und unterstützte sie. Hätte sie dies nicht getan, so wäre sie wohl nie zur Erkenntnis des wahren Glaubens und zur Bekehrung und Seligkeit gelangt. Der Anfang ihrer Seligkeit war das Almosen, welches sie den Gefangenen brachte. Lerne, wie wahr es sei, daß unsere Seligkeit, manchmal von einem einzigen, dem Ansehen nach geringen guten Werk abhänge. Ein kleines Senfkörnlein erwächst zu einem großen Baum; und ein kleines gutes Werk erwirbt öfter eine große Gnade zu einem frommen Leben und zur ewigen Glückseligkeit, Wie sorgfältig sollen Sünder sein, zur Erlangung der Bußgnade, und überhaupt alle Christen, um die Gnade der Beharrlichkeit zu erlangen, daß sie keine Gelegenheit zur Übung guter Werke unbenützt lassen. Daß man durch Barmherzigkeit die Gnade der Buße, Verzeihung der Sünden und die Gnade der Beharrlichkeit erhält, lehrt Jesus selbst mit diesen Worten: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matth. 5,7) Der Psalmist sagte dieses schon im Namen des Herrn: „Selig ist derjenige, der sich des Bedürftigen und Armen annimmt. Am Tage des Unglücks rettet ihn der Herr. „ (Psalm 40,2)

Casilda wollte nach ihrer Bekehrung zum wahren Glauben nicht mehr in das väterliche Haus zurückkehren, wegen der Gefahr, den wahren Glauben zu verlieren, besonders durch etwaige Verehelichung mit einem Heiden. Diesem Beispiel der Casilda müssen alle Sünder, besonders die Gewohnheits-Sünder, nach ihrer Bekehrung durch eine reumütige Beichte folgen, wenn sie selig werden und nicht wieder in die alten schweren Sünden zurückfallen wollen. Wer die Bekanntschaft mit einer Person des andern Geschlechtes nicht aufgibt; wer, wenn er sich oft in Wirtshäusern durch Unmäßigkeit im Trinken, oder in andern Häusern durch Spielen gegen das zehnte Gebot aus Gewinnsucht versündigt hat, den Besuch der Wirtshäuser und den Umgang mit Spielern nicht verläßt, so wird er immer wieder in die alten Sünden zurückfallen. Aber nicht nur jene setzen sich der Gefahr aus, durch Erkaltung im wahren Glauben die ewige Seligkeit zu verlieren, die sich mit Irrgläubigen verehelichen, sondern auch Katholiken durch Verehelichung mit schlimmen Katholiken, besonders wenn sie der Habsucht oder einer anderen bösen Gewohnheit ergeben sind. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 266

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