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Katholische Kirche – Mystici Corporis
Von den himmelschreienden Sünden
P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung
§ 3. Von den verschiedenen Gattungen der Sünde
3. Von den himmelschreienden Sünden
Die besondere Bosheit der Sünde gegen den heiligen Geist besteht, wie wir sahen, darin, dass sie mehr als andere der Gnade des Hl. Geistes das Herz verschließen und darum meist mit dem ewigen Verderben enden.
Eine andere Art von Bosheit ist den himmelschreienden Sünden eigentümlich. Wie das Wort schon andeutet, schreien sie gleichsam zum Himmel um baldige Bestrafung. Sie verletzen nämlich die Ordnung, welche zum Bestehen der menschlichen Gesellschaft notwendig ist, in solchem Grade, dass die menschliche Gesellschaft einfach zugrunde gehen müsste, wenn diese Art von Sünden allgemein würde.
Um dies zu verhüten, ist daher die göttliche Vorsehung genötigt, die Bestrafung derartiger Sünden nicht auf das andere Leben zu verschieben, sondern dieselbe schon teilweise hier auf Erden eintreten zu lassen; denn die Strafen dieses Lebens, namentlich schwere und auffallende Strafgerichte Gottes, sind weit mehr geeignet, der menschlichen Leidenschaft Zügel anzulegen, als die Strafen im Jenseits, an welche viele nicht mehr glauben und viele andere nur selten denken.
Es gibt vier solcher Sünden, von welchen die Hl. Schrift selbst sagt, dass sie zum Himmel um Rache schreien und die deshalb im Katechismus als „himmelschreiende Sünden“ besonders aufgezählt werden.
1. Der vorsätzliche Totschlag
3. Die Unterdrückung der Armen, Witwen und Waisen
4. Die Vorenthaltung oder Entziehung des Tag- oder Arbeitslohnes
aus: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Ein Hilfsbuch für die Christenlehre und katechetische Predigt, 2. Band Lehre von den Geboten, 1912, S. 362
Fr. Was soll man unter den himmelschreienden Sünden verstehen?
A. Die himmelschreienden Sünden (in coelum clamantia) sind diejenigen, welche ihrer ungeheuren Größe wegen auf diejenigen, welche sich derselben schuldig machen, eine schnelle und schreckliche Rache von Seite des Herrn herabziehen. –
aus: Ambrosius Guillois, Historische, dogmatische, moralische und liturgische Erklärung des Katechismus, Bd. 2, 1849, S. 551
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