Böse Geister sind abgefallene Engel

Die bösen Geister sind abgefallene Engel

Stolz ist die Ursache des Falles der Engel gewesen. Einer von ihnen, Luzifer, also genannt, weil er der schönste, der vollkommenste, der reich begabteste von Allen war, gefiel sich selbst, geblendet von den glänzenden Eigenschaften, in denen er prangte. Darüber vergaß er, wie er Alles, was er besaß, nur von Gott hatte; der ihm von Gott angewiesene Rang genügte ihm nicht mehr. „Ich muss höher hinauf“, sprach er zu sich selbst in törichtem Hochmut, „ich will meinen Thron über den Sternen errichten und dem Höchsten gleich sein“. (Isai. 14, 14). Bald schlossen sich Millionen Engel seiner Empörung an. In fruchtbarer Verblendung zogen sie die Herrschaft dieses sinnlosen Führers der sanften Regierung vor, welche der Schöpfer über sie führte…

Fr.: Wie sind die von Gott abgefallenen Engel bestraft worden?
Antw.: Zur Strafe hat sie Gott aus dem Himmel verstoßen und zu ewigen Qualen verdammt.

Erklärung: Die Bestrafung der bösen Engel folgte unmittelbar auf ihre Empörung: kaum hatten sie gesündigt, so befand sich auch, wie ich euch schon erzählt habe, meine Kinder, ihr Platz nicht mehr im Himmel; sie wurden mit Schande verbannt und in die Hölle gestürzt, um da bis zum Tage des Gerichts gequält zu werden, wo ihre Bosheit und Beschämung den Augen aller Erschaffenen offenbar werden. Gott wird sie ihrer Macht, den Menschen zu schaden, berauben und für immer im Brunnen des Abgrunds verschließen (2. Petr. 2, 4). Dies drückt der heilige Apostel Judas mit den Worten aus: „Auch die Engel, welche ihren Vorhang nicht bewahrten, sondern ihre Wohnung verließen, hat er zum großen Gerichtstag mit ewigen Banden in der Finsternis aufbehalten.“ (Jud. 6)

Fr.: Wie nennt man sie?
Antw.: Man nennt sie böse Engel, Dämonen, Teufel, verstockte Geister, Engel der Finsternis usw.

Erklärung: Diese verschiedenen, den gefallenen Engeln beigelegten Namen drücken nicht bloß den schrecklichen Zustand aus, in den sie geraten sind, sondern auch das Übermaß ihrer Bosheit und Wut. – Man nennt sie zuerst böse Engel, im Gegensatz gegen die guten, ihrem Schöpfer treu gebliebenen Engel, während jene sich frech gegen denselben auflehnten. Man nennt sie auch noch Dämonen, Teufel, was so viel heißt als: Verleumder, Feinde; denn sie sind die geschworenen Feinde Gottes und der Menschen. Man heißt sie auch verstockte Geister, wegen ihrer Verhärtung im Bösen und im Haß gegen das Gute, und weil sie alle möglichen Kunstgriffe anwenden, um auch die ins Verderben zu locken, welche zur ewigen Seligkeit, welche sie verloren haben, bestimmt sind. Endlich auch Engel der Finsternis, weil sie, zur Strafe für ihren Hochmut, ihren Glanz und ihre Schönheit eingebüßt haben und in jenen Ort des Schreckens, der Qual und der Finsternis, wo eine ewige Verzweiflung herrscht, d. h. in die Hölle, hinab gestoßen worden sind. – Der Name Satan, der gleichfalls Einem jener verstockten Geister gegeben wird, bedeutet eben so viel als Dämon: es ist ein hebräisches Wort und bedeutet: Feind, Gegner, einen solchen, der sich wider uns erhebt und uns verfolgt. – Der Dämon wird auch noch Belial, d. h. Bösewicht, Rebell, Aufrührer genannt.
Man pflegt die bösen Engel, die Teufel, in Schlangengestalt vorzustellen, weil der Teufel diese Gestalt annahm, als er die Eva versuchte und verführte. Man stellt sie auch als häßliche wilde Tiere vor, um uns begreiflich zu machen, wie sehr sie zu fürchten sind, und wie unglücklich eine Seele ist, welche durch die Sünde eine Sklavin des Teufels wurde.

Fr.: Womit beschäftigen sich die bösen Engel?
Antw.: Sie beschäftigen sich damit, den Menschen zu versuchen, d. h. zum Bösen zu verlocken.

Erklärung: Obwohl alle bösen Engel auf ewig im höchsten Grad unglücklich sind, so sind sie doch nicht alle im Abgrund festgekettet. Einer großen Zahl derselben ist – wie Gott selbst uns belehrt – gestattet, sich über die Welt und in der Luft auszubreiten. Aus diesem Grund nennt sie der heilige Paulus die Mächte der Luft… Überallhin, wo sie sich zeigen, die Hölle in sich tragend, sind sie unausgesetzt und unermüdlich tätig, uns zu versuchen und zu verführen. Von Wut und Raserei entbrannt, setzen sie jede mögliche Triebfeder, jede denkbare List und Kunst in Bewegung. Nicht sobald entsteht ein guter Gedanke, eine gute Empfindung, ein guter Vorsatz in unserm Innern, als sie auch gleich bereit sind, sie imKeim zu ersticken. Diese, liebe Kinder, sind unsere wahren Feinde, die unablässig auf unsern Fall denken, und es sind starke und mächtige Feinde. Fürchten wir uns ja vor ihnen und ihrer Wut! Trifft nicht Jeder außerordentliche Maßregeln zu seiner Sicherheit, wenn er durch ein Land muss, das von Dieben wimmelt, oder durch einen Wald, der voll wilder und giftiger Tiere ist? Nun, liebe Kinder, ein solches Land, ein solcher Wald sind nicht im entferntesten mit den Gefahren zu vergleichen, denen wir hienieden von Seiten jener bösen Geister ausgesetzt sind; gehen wir daher ja mit Klugheit und Vorsicht unsern Weg, und geben wir beständig Acht auf uns selbst, damit der Feind uns nicht überrasche und in den Schlingen fange, die er überall uns legt.

Die drei Knaben des Herrn von Genoude

Man richtete einst an die drei Knaben des Herrn von Genoude, Heinrich, Renatus und Guido, die Frage: Wer hat die Engel erschaffen? Die Antwort war leicht: Gott. – „Aber wer hat den Teufel erschaffen?“ Das schien schwierig. Renatus will nicht noch einmal Gott sagen; der kleine Guido weiß nicht, ob er sich den Teufel als eine Person denken soll; Heinrich besinnt sich einen Augenblick und ruft dann wie begeistert aus: „Gott ihn zum Engel gemacht; aber er selbst sich zum Teufel.“ –
aus: Ambrosius Guillois, Erklärung des Katechismus Bd. 1, 1848,  S. 167; S.175-177; S. 180

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