Christen die ihre Götzen lieben

Das Bild zeigt die Sünde und ihre Folgen: Gottvater, ein Engel mit dem Flammenschwert zu Eva gewandt, ein anderer Engel mit einem Zweig zu Maria gewandt

Christen, die die Sünde des Götzendienstes treiben

Ohne Zweifel lobst du den heiligen Symphorian, daß er sich von der Anbetung und dem Dienst des einen wahren Gottes durch Marter und Tod nicht hat abhalten lassen. Du bedauerst die Blindheit der Heiden, die Geschöpfe, Statuen aus Gold und Silber als Götter anbeteten und ihnen dienten. Alle zwar getauften, aber nicht zur Nachfolge Jesu bekehrten Christen beten zwar zu dem einen wahren Gott, aber nicht, um ihn anzubeten und ihm allein zu dienen, sondern damit er ihnen ihre Götzen erhalten soll. Solche Götzen, die sie neben Gott lieben, sind die irdischen Güter, wie der heilige Apostel Paulus lehrt, das Wohlleben und sündhafte Menschen, mit denen sie in Unzucht leben, und vieles andere, an dem ihr Herz hängt. Warum bist du so oft dieser Blindheit der Heiden nachgefolgt, da du ein schnödes Geschöpf wie einen Götzen verehrt und mehr ihm, als Gott dem Herrn zu gefallen getrachtet hast? Gewiß, der heilige Apostel sagt von einigen Menschen, daß der Bauch ihr Gott sei, oder daß sie den Bauch für ihren Gott halten: weil sie alle ihre Sinne und Gedanken dahin richten, daß dem Bauch durch Essen und Trinken und andere Begierlichkeit wohl sei, und mehr besorgt sind, ihrem Bauch genug zu tun, als Gott; ja sie übertreten die Gebote Gottes und der Kirche ohne scheu, damit ihrer Sinnlichkeit nichts abgehe, was sie nur verlangt. Ebenso kann man von anderen Sünden reden; denn wie der heilige Isidorus lehrt, so gehört eine jede schwere Sünde auf gewisse Weise zu der Abgötterei; weil ein Sünder mit Verachtung oder Verlassung des wahren Gottes etwas anderes erwählt, welcher er Gott vorzieht. „Wer ein jeder mehr liebt als Gott, was er Gott vorzieht“, sagt Origenes, „das hält er für einen Gott.“ Daher, wie eben dieser Lehrer sagt, kann ein Sünder zu dem wahren Gott nicht sagen: „Du bist mein Gott“; denn sein Gott ist der Bauch, oder das Geld, oder die eitle Ehre, oder eine verächtliche Wollust. Welch eine Bosheit muss also eine jede Sünde in sich begreifen! Welch eine Strafe muss ein jeder Sünder von dem wahren Gott zu erwarten haben, den er auf diese Weise so schändlich verläßt und in dem Werk verleugnet. Hüte dich vor dem Gräuel einer so verdammlichen Abgötterei. Bekehre dich mit ungeteiltem Herzen zur Nachfolge Jesu, um jedem Götzendienst ganz zu entsagen.

Der heilige Hippolytus, Bischof und Märtyrer, † 235, lehrte: „Denke immer an die Zukunft der Ewigkeit, wandle untadelhaft nach der Lehre Jesu vor Gott und den Menschen und erwarte die Erleuchtung und selige Hoffnung unseres Gottes und Erlösers, wenn er, nach der Auferweckung seiner Heiligen, den Vater verherrlichend, mit ihnen sich freuen wird. Gott aus Menschenfurcht ungehorsam, den Menschen aber gehorsam sein, bringt ewige Höllenpein. Es ist besser, von Menschen getötet zu werden, um ewig bei Gott zu leben, als ihnen zu willfahren und von Gott verworfen zu werden. Laß dich von der Wollust nicht überwinden und von der Neigung zur Hoffart nicht beherrschen. Wasche dich rein von allen Makeln der Sünden und wirf die drückende Bürde der Sünden von dir durch wahre Buße. Entsage allen Werken des Satans und lebe nach der Lehre des Glaubens. Gott erhört die, die ihn mit bußfertigem Herzen anrufen.“ –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 664 – S. 665

Bildquellen

  • hattler-die-suende-und-ihre-folgen: Bildrechte beim Autor
Category: Christenlehre
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