Warum die Autorität des Papstes bedeutsam ist

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Wie notwendig die Autorität des Papstes ist

Versetze dich in die Lage der Christen zur Zeit des hl. Papstes Stephanus. Die Gemüter waren sehr aufgeregt und beschäftigt mit der Frage: Wie verhält es sich mit den Gefallenen, welche sich wieder der Kirche Christi anschließen wollen? Selbst Bischöfe waren sich nicht klar, unter welchen Bedingungen dieser Wiedereintritt in die Kirche zu gestatten sei. Die Berufung eines allgemeinen Konzils, um diese wichtige Frage der heiligen Religion zu beraten und zu entscheiden, war gar nicht möglich, weil die heidnischen Kaiser die Versammlung eines allgemeinen Konzils nichtgestattet hätten. Wer konnte also dem einzelnen Gläubigen auf diese so wichtige Frage eine endgültige Antwort geben, und wer kann noch heute bei Glaubens-Streitigkeiten dir Gewissheit bieten?

1. Der Protestant sagt dir: „Die Bibel, denn sie enthält die ganze Lehre Jesu, sie ist die alleinige Quelle des Glaubens.“ Diese Antwort kann dich nicht befriedigen; denn wie kann dich dieser Protestant überzeugen, daß ein Buch, welches in Zürich, Basel oder London gedruckt worden ist, die Bibel sei und die Lehre Jesu enthalte? Es gibt gar verschiedene Bücher, welche den Titel „Bibel“ haben: einige enthalten fünf, andere sieben Bücher Mosis: einige enthalten einen Brief vom Apostel Jakobus, andere nicht: die griechischen, lateinischen, deutschen, englischen Texte weichen sehr wesentlich von einander ab. Jesus hat selbst gar nichts geschrieben, und noch viel weniger hat Er eine andere Lehre den Griechen, eine andere den Lateinern, eine andere den Deutschen vorgelegt. Und zu alledem ist dir mit einer Bibel wenig geholfen, weil du vielleicht nicht studiert hast, also sehr Vieles nicht verstehen kannst ohne fremde Beihilfe, und weil die Gelehrten in Auslegung derselben gar nicht einig sind.

2. Der Altkatholik sagt dir: „Die Bibel und die mündliche Überlieferung. Diese Beiden enthalten die ganze Lehre Jesu: Du musst nachforschen: was haben die Apostel und ihre Nachfolger gelehrt, was haben die ersten Christen und ihre Nachfolger geglaubt. Das findest du in den Schriftwerken der apostolischen Väter, in den Märtyrerakten, bei den Kirchenvätern, in den ältesten gottesdienstlichen Büchern: du musst nur Acht geben, daß du keine unechten, verfälschten, ketzerischen Bücher in die Hände bekommst…“ Diese Antwort befriedigt dich noch weniger, als die des Protestanten, weil es tausendmal schwieriger ist, die ganze Überlieferung kennen zu lernen, als nur die eine Bibel, und weil du niemals gewiß bist, ob du die ganze Überlieferung kennst und auch richtig verstehst; denn die gleichen Zweifel, wie über die Echtheit einer Bibel kehren bei jedem Buch der Überlieferung wieder und zwar in verstärktem Maße.

3. Der Katholik sagt dir: „Der römische Papst, als der rechtmäßige Nachfolger des hl. Petrus; denn ihm hat Jesus selbst die Schlüssel des Himmelreiches und die Leitung der ganzen Herde (Lämmer und Schafe) übergeben: ihn hat Jesus versichert: „Ich habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht gebreche; und wenn du einst bekehrt bist, so stärke deine Brüder“ (Luk. 22,32): mit dem Papst kannst du, wenn du willst, persönlich sprechen und so lange sprechen, bis du über alle deine Zweifel in Glaubens-Wahrheiten im Klaren bist.“ An die Kirche, den Papst, haben sich alle heilsbegierigen Leute vom ersten Pfingstfest bis heute gewandt, welche die Lehre Jesu kennenlernen wollten, und dadurch bezeugt, wie notwendig und wie wohltätig die Autorität des römischen Papstes, des Stellvertreters Jesu Christi ist. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 588 – S. 589

Bildquellen

  • Hattler Das Leiden Der Kirche: Bildrechte beim Autor

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