Erziehe dein Kind von klein auf christlich

Die Notwendigkeit das Kind christlich zu erziehen

Jesus Christus in Seiner göttlichen Majestät lehrt die Kinder das vierte Gebot; der kleine Junge küßt den Saum des Gewandes Jesu, Vater und Mutter knien vor dem Heiland in frommer Ehrfurcht

Es scheint unglaublich zu sein, daß Kinder ihren eigenen Lehrer so grausam peinigen konnten (siehe den Beitrag: Heiliger Kassian, Schullehrer und Märtyrer); allein man weiß und die Erfahrung lehrt es, wie oft noch zarte Kinder schon zur Bosheit und grausamen Mutwillen geneigt sind. Schon die kleinen, noch unmündigen Kinder haben Freude am Zerreißen von Dingen, die man ihnen in die Hände gibt, und wer weiß nicht, wie die Kleinen oft vor Bosheit schreien, mit den Füßen um sich schlagen und auf dem Boden sich wälzen; wie sie so gerne zuschlagen und wenn sie heran wachsen, oft die kleinen Tiere quälen. Da übersehen es gar oft die Eltern aus blinder Affenliebe, und in der Meinung, die Kinder verstehen es noch nicht, diese gefährliche Neigung zur Bosheit und zum Mutwillen aus dem Herzen ihrer Kinder zu treiben, und ihnen dagegen Sanftmut, Bescheidenheit und zartes Gefühl einzupflanzen. Sie lassen die Bosheit und den ausgelassenen Mutwillen mit ihren Kindern aufwachsen, geben ihnen oft selbst das schlechteste Beispiel des Hasses, der Rachgierde, der Grausamkeit, und was Wunder also, wenn solche Kinder in späteren Jahren hartherzig und grausam werden und oft schreckliche Taten gegen ihre Mitmenschen verüben.

Daher ist es heilige Pflicht der Eltern, mit aller Sorgfalt das Unkraut des Eigensinns, der Bosheit aus den Herzen der Kleinen auszureuten. Sie sollen nie an den Kindern Eigensinn und Widerspenstigkeit dulden; und deshalb die Zuchtrute nicht sparen, denn, sagt der Weise: „Wer die Rute spart, haßt sein Kind.“ Sobald sie Bosheit oder irgend eine Hartherzigkeit an ihren Kindern bemerken, sollen sie ihnen die Schändlichkeit dieser Neigung vor Augen halten, sie mahnen und wenn es Not tut, strafen. Woher kommt es wohl, daß erwachsene Kinder gegen ihre Eltern so hart sind und es sogar wagen, sie zu mißhandeln? Daher, weil die Eltern es übersehen haben, die Kleinen Schlangen der Bosheit und des Eigensinnes im Herzen der Kleinen zu ertöten, und ihnen Liebe zu Gott und den Menschen einzupflanzen. Eltern, die ihre Kinder frühzeitig zu Jesus führen und ihnen die heilige Religion Jesu recht lieb und wert machen, dürfen keine solchen Ausbrüche der Rohheit und Grausamkeit erwarten. O, daß doch die Eltern nicht übersähen, welch hohe Pflichten sie auf sich haben,, und wie das zeitliche und ewige Glück oder Unglück der Kinder in ihren Händen liegt!“

Gebet.
Heiliger Kassian, treuer Diener des Herrn Jesus, bitte bei dem Thron des Allerhöchsten, daß er den Eltern die wahre, heilige Liebe zu ihren Kindern, und den Kindern Furcht vor der Sünde und Liebe zu allen Menschen einflößen möge. Amen. –
aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 2, 1904, Sp. 1401 – Sp. 1402

siehe auch den Beitrag: Die Kinder sind Gottes Eigentum

Category: Christenlehre, Ott

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