Papst Pius X. Des Opfers Vollendung

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Pius X.: Des Opfers Vollendung

Pius X. in weißer Papstkleidung sitzt auf dem päpstlichen Stuhl, die Arme auf den Stuhllehnen, im Gesicht ist ein leichtes Lächeln zu sehen

In den letzten Jahren seines Lebens, schon vom Jahr 1911 an, sagte Pius X. zuweilen zu seiner nächsten Umgebung: „Ich schaue einen großen Krieg.“ Besonders seinem Mitarbeiter, dem Kardinalstaatssekretär, sagte er mehr als einmal: „Eminenz, der große Krieg ist nahe. Gott hat schwere Geißeln ins eine Hand genommen. Der Krieg ist vor der Tür. Das Jahr 1914 wird nicht vorüber gehen, ohne daß er ausgebrochen wäre.“ Als dann am 29. Juni 1914 die Nachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Gemahlin eintraf, da rief der Papst unwillkürlich aus: „Eminenz, das ist der Funke zum großen Brand!“ Im Juli 1914 entsandte er noch einen Kardinallegaten zum Eucharistischen Kongress nach Lourdes, und bei dieser Gelegenheit schrieb er in seinem letzten Breve: „Niemals hat Maria aufgehört, jene mütterliche Liebe zu zeigen, die sie bis zu ihrem letzten Atemzug für die Braut hegte, die ihr göttlicher Sohn sich mit seinem kostbaren Blut erkauft hatte. Man möchte sogar sagen, ihr einziges Bemühen habe darin bestanden, Sorge zu tragen für das christliche Volk und alle zur Liebe Christi und zum Eifer ins einem Dienst zu führen.“ Am 2. August 1914 richtete der Papst eine Ermahnung an alle Katholiken der Welt, Gott zu bitten, daß er bald die schreckliche Fackel des Krieges abwenden und den Führern der Völker Gedanken des Friedens eingeben möge. Tag und Nacht litt er von nun an und rang er mit Gott als Hirt und Vater aller Völker. Oft hörte man ihn sagen: „Meine armen Söhne! … Gerne würde ich dieses mein armes Leben als Opfer hingeben, um den Schmerz so vieler Jugend, so vieler meiner Söhne zu verhindern!“ Oder man hörte ihn sagen: “Ich leide im alle jene, die auf den Schlachtfeldern sterben… Ich leide um ihre Seelen… Ich leide um ihre Familien… O dieser Krieg! Es scheint mir, ich träume einen schrecklichen Traum… Ich fühle, das wird mein Tod sein!“

Am 17. August 1914 fühlte sich der Papst nicht wohl, fuhr aber fort zu arbeiten. In der Nacht zum 18. verschlimmerte sich sein Zustand. Am 19. August empfing er die Sterbesakramente Der Krankenbruder bezeugte: „Beim Confiteor und Domine, non sum dignus nahmPius X. eine Haltung großer Demut an, die mich sehr erschütterte und mir Tränen erpreßte. … Dann wollte er wenigstens eine Viertelstunde lang ganz allein und von niemand gestört sein, um die sakramentale Vereinigung mit dem göttlichen Erlöser auszukosten.“ Während der letzten heiligen Ölung verlor er das Bewusstsein und trat in den Todeskampf ein. In der zweiten Morgenstunde des 20. August 1914 hatte er „seinen Lauf vollendet“, im Alter von 79 Jahren, zwei Monaten und achtzehn Tagen.

„Ein Heiliger ist gestorben“, sagten die Leute, zumal als zwei Tage später das Testament bekannt wurde, das er am 12. Juni 1911 geschrieben hatte und in dem es hieß: „Arm bin ich geboren, arm habe ich gelebt und bin sicher, ganz arm zu sterben.“ –
aus: Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 151 – S. 152

siehe auch den Beitrag auf englisch mit Original-Filmmaterial über den heiligen Papst Pius X.:

SAINT PIUS X: Giuseppe Sarto starb heute vor 100 Jahren in heroischer Heiligkeit

Dort sind auch weitere empfehlenswerte Links über Pius X. zu finden.

Bildquellen

  • Papst Pius X: Bildrechte beim Autor
  • bitschnau-jesus-mit-seinen-heiligen: Bildrechte beim Autor
Category: Bischöfe
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