Päpste der Katakomben Heiliger Cajus

Zur Zeit der Päpste der Katakomben: Taufe in einer Katakombe; Eine Frau wird vom Priester getauft, während Taufzeugen knien

Die Päpste der Katakomben

Heiliger Cajus (regierte von 283-296)

Cajus war aus Salona in Dalmatien gebürtig und soll, den erhaltenen Nachrichten nach, ein verwandter des römischen Kaisers Diokletian gewesen sein. Er hat die päpstliche Würde am 17. Dezember des Jahres 283 erlangt, als die römischen Soldaten den Diokletian zum römischen Kaiser erwählten. Papst und Kaiser waren aus ein und demselben Land und wie gesagt nahe Blutsverwandte. Der erstere verteidigte die Religion Jesu Christi bis zu seinem heiligen Tode, der letztere faßte den Entschluss, das heilige Kreuz in den Staub zu werfen und die christliche Religion auszurotten.

Papst Cajus starb am 22. April des Jahres 296 und wurde in den Katakomben des Calixtus begraben. Im Jahre 1631 hat einer seiner Nachfolger, Papst Urban VIII. das Andenken dieses Heiligen wieder erneuert; er ließ nämlich das Kirchlein, welches an Stelle des Wohnhauses des heiligen Cajus errichtet worden war, wieder neu herstellen. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 57 – S. 58

Er regierte die Kirche Gottes unter dem Kaiser Diokletian, der damals noch den Christen günstig gesinnt war. Es war ihnen die freie Ausübung der Religion gestattet und mehrere bekleideten höhere Ämter im Staat. Überall erhoben sich Kirchen, auch in Nikomedien ward auf einer Höhe im Angesicht im Angesicht des kaiserlichen Palastes eine mächtige Kirche erbaut. Die Kaiserin selbst mit ihrer Tochter, der Gemahlin des Cäsars Galerius, hatte das Christentum angenommen, und am kaiserlichen Hofe gab es viele Christen. Nach dieser Zeitlage scheint der Papst in Frieden die Augen geschlossen zu haben. Er ist der letzte des dritten Jahrhunderts, denn sein Nachfolger gehört schon mehr dem nächsten Jahrhundert an.

(Anm.: Mit den Verordnungen des Diokletian, beginnend im Jahre 303, fand diese Freiheit ein jähes Ende.)

Wenn wir die Reihe der Päpste dieses Jahrhunderts überblicken, wie sehr müssen wir uns nicht gehoben und erfreut fühlen! Wir wissen im allgemeinen sehr wenig von ihrem Leben und Wirken, doch das eine ist gewiß – sie waren insgesamt Heilige, so wurden sie von Anfang an genannt, von der Mitwelt, von Päpsten, Bischöfen, Priestern und Laien ohne Widerspruch – wohl ein Beweis, daß sie in treuer Hirten Sorgfalt den Menschen die reine Lehre und die Schätze der Gnade vermittelten, daß sie unerschrockenes Zeugnis ablegten für ihren Glauben, daß sie im Dienst der Wahrheit und der unsterblichen Seelen entweder den qualvollsten Tod oder wenigstens vielfaches Ungemach erduldeten.

Wie groß stehen diese Nachfolger des hl. Petrus da im Vergleich mit den römischen Kaisern des dritten Jahrhunderts! Wie das Christentum selbst, so tritt auch das Papsttum in der ersten Zeit nicht so hervor wie in späteren Jahrhunderten, doch erscheint es schon mit seiner Machtfülle, wenn die Umstände es erheischen. Die Päpste schreiben selbst in den Tagen blutiger Verfolgung, die ihnen immer mit dem schmerzlichen Tod droht, an auswärtige Kirchen, um ihres obersten Hirtenamtes zu walten, weil ihnen die Sorge für alle Kirchen anvertraut ist. Dies erscheint klar im dritten Jahrhundert, wie wir gesehen haben. –
Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, I. Band, 1907, S. 127

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