Das Pontifikat von Pius III. (1503)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Das Kreuz und der Halbmond

Papst Pius III. (regierte 1503)

Am 22. September des Jahres 1503 fand die Papstwahl statt, aus der ein Neffe Pius II., der Kardinaldiakon und Erzbischof von Siena, Piccolomini, als Papst hervor ging und am 8. Oktober unter dem Namen Pius III. gekrönt wurde. Der neue Papst war seiner Würde als der rechtschaffenste unter allen Kardinälen vollauf wert. Er beabsichtigte, das strenge Regiment seines Vorgängers zu beseitigen, eine Kirchenversammlung zu berufen und sowohl am päpstlichen Hof als in der gesamten Kirche heilsame Verbesserungen durchzuführen. Auch wollte er den Kampf gegen die Türken wieder aufnehmen, den Venedig allein fortgesetzt hatte.
Doch schon nach 26 Tagen, am 18. Oktober, starb Pius im 65. Jahr seines Lebens. Die schönsten Hoffnungen sanken mit ihm in das Grab. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 606

Nach dem Tode Alexanders wurde der Kardinal Piccolomini am 22. September gewählt, der den Namen Pius III. annahm, zur dankbaren Erinnerung an seinen Onkel Pius II. Von diesem Papst ins Kardinal-Kollegium berufen, hatte sich Pius III. durch Bildung, Tüchtigkeit und unbescholtenen sittlichen Wandel stets ausgezeichnet. Von ihm wird berichtet, daß er als Kardinal keinen Augenblick unbenützt verstreichen ließ; die Zeit vor Tagesanbruch war dem Studium, der Morgen dem Gebet gewidmet, zur Mittagszeit wurden Audienzen erteilt, zu denen auch der Geringste leicht Zutritt erhielt. In Bezug auf Speise und Trank war er so mäßig, daß er nur jeden zweiten Tag ein Nachtmahl zu sich nahm. Kein Wunder, daß alle Gutgesinnten diese Wahl mit lautem Jubel begrüßten. Gleich anfangs bezeichnete er als die Hauptaufgabe seiner Regierung: sofortige Reform der Kirche und Herstellung des Friedens in der Christenheit. Die Reform solle sich auf alle, den Papst, die Kardinäle, die ganze Kurie erstrecken; das Konzil soll in kürzester Zeit zusammen treten. Leider war Pius schon bei seiner Wahl leidend, die Anstrengungen bei der Krönung und die Sorgen, von denen er sich umrungen sah, schwächten ihn noch mehr, so daß schon am 17. Oktober der Zustand des Papstes hoffnungslos war. Er empfing mit rührender Andacht die heiligen Sakramente und entschlief am Abend des 18. Oktober. Die Trauer um ihn war allgemein. „Der Tod Pius III.“, lautet ein Bericht, „gereicht der Kirche, der Stadt Rom und uns zu großem Nachteil; aber vielleicht verdienten wir es unserer Sünden wegen nicht besser.“ –
aus: P. Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste III. Band, 1907, S. 523

In Deutschland war auf den trägen und untätigen Friedrich sein Sohn Maximilian I. gefolgt. Dieser edelste deutsche Kaiser, voll Eifer für die Herrlichkeit des Deutschen Reiches, voll Begeisterung für die Türkenkriege, voll wahrer Frömmigkeit, hat trotzdem wenig ausgerichtet, weil er in den ersten Jahren seiner Regierung an Alexander nicht den Papst hatte, den er gebraucht hätte. Und hernach vernichtete der rasche Tod des Papstes Pius III. jede Hoffnung. Mit Unterstützung dieses Papstes wäre Maximilian ein Fürst geworden, der die Geschichte des Deutschen Reiches zu einer glänzenden gestaltet hätte. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 606

Bildquellen

  • Hattler Das Leiden Der Kirche: Bildrechte beim Autor
Category: Papsttum, Stangl
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