Heiliger Wilfrik von Helesberg Priester

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

20. Februar

Heiliger Wilfrik von Helesberg (Wulfric of Haselbury), Priester

(Bund mit dem Teufel und Lösung)

Bekehrung von Wilfrik als Priester

Er war geboren vor 700 Jahren in England, und war Priester. Dessen ungeachtet schien er leichtsinnig und weltlustig gewesen zu sein und gab sich besonders mit der Jagd ab. Da er einmal eifrig im Jagen begriffen war, kam ein Mann zu ihm, der wie ein Bettler aussah, und begehrte von ihm ein neues Geldstück zum Almosen. Wilfrik sagte, er wisse nicht einmal, ob er ein neues Geldstück habe. Der Fremde sprach: such nur in deiner Tasche, du wirst zwei darin finden. Wilfrik verwunderte sich über diese Antwort, schaute nach, und fand es wirklich so; worauf er ihm eine Münze gab. Darauf sagte der Fremde: „Der möge es dir vergelten, dem zu lieb du dieses getan hast. Und ich melde dir in seinem Namen, daß du bald von hier in einen andern Ort wandern wirst, wo du Ruhe finden und bis ans Ende Gott dienen und zuletzt in die Gesellschaft der Heiligen gerufen werden wirst.“

Bald darauf wurde Wilfrik von seinem Obern auf einen Ort, Namens Helesberg, versetzt. Hier fing er nun ein so strenges Leben an, als nur je die strengsten Einsiedler geführt haben. Er aß niemals mehr Fleisch, seine vornehmste Speise war Haberbrot; Wein trank er nur noch an hohen Festtagen, mehr dem fest zu Ehren als seinem Leib zulieb; er wachte manchmal ganze Nächte hindurch, und wenn er schlief, lehnte er sich nur an eine Wand an. Oft stand er in kalten Nächten in das Wasser und betete daselbst die Psalmen, und zog dann einen eisernen Ringelpanzer an. Dieses tat er vorzüglich deshalb, um alle unreinen Versuchungen, von denen er geplagt war, recht gründlich auszurotten. Und so führte er in allen Beziehungen ein strenges heiliges Leben.

Der hl. Wilfrik rettet einen Sünder vor dem Teufel

Nun wird in einer alten Schrift Folgendes über Wilfrik erzählt: „Im nördlichen Teil von England lebte ein armer Mensch, der seine Armut nicht geduldig tragen wollte; deshalb ergab er sich dem Teufel um durch diesen Geld zu bekommen. Später reute es ihn aber, und er offenbarte Jemanden seine schreckliche Sünde und daß er sich wieder losmachen wolle. Da zeigte sich ihm der Teufel in gewohnter Gestalt, und drohte ihm mit schrecklicher Pein, wenn er ferner damit umgehe, das Bündnis zu brechen. Jener Mensch merkte aber dabei, daß der Teufel seine Gedanken nicht sehe, wenn er sie nicht durch Worte ausspreche. Er sagte daher nichts mehr von seinem Vorhaben, machte sich aber auf den Weg zu Wilfrik, in der Hoffnung, daß ihm dieser heilige Diener Gottes helfen könne.

Als er an den Bach kam, welcher vor Helesberg vorbei fließt, kam der Teufel in großem Zorn, faßte ihn wütend an und sprach: „Was willst du da machen, Verräter? Du gehst damit um, unser Bündnis zu zerreißen, aber umsonst; denn jetzt musst du büßen für den Verrat, daß du zuerst Gott abgesagt hast und jetzt wieder mir absagen willst; du musst elend ersäuft werden.“ Dabei hielt ihnd er Teufel so, daß er sich nicht vom Platz bewegen konnte.

Während solches an dem Bach geschah, hatte der Mann Gottes Wilfrik eine Offenbarung davon und sagte zu seinem Priester: „Nimm ein Kreuz und Weihwasser, und geh` schnell zu dem Menschen, den der Teufel vor dem Ort gefangen hält, besprenge ihn mit Weihwasser und führe ihn zu mir.“ Jener ging und fand nun den Menschen unbeweglich im Wasser stehen, so daß er nicht vorwärts und nicht rückwärts sich bewegen konnte. Er spritzte Weihwasser im Namen Jesu auf ihn, jagte den Teufel in die Flucht, und führte den Menschen zu Wilfrik, der unterdessen für ihn betete. Allein da Wilfrik den Menschen an der rechten Hand nahm, zeigte sich alsbald der Teufel wieder und faßte ihn an der Linken und wollte ihn mit aller Gewalt an sich ziehen. Wilfrik sprengte aber Weihwasser gegen ihn, worauf er entfloh.

Wilfrik nahm nun den Sünder in seine Zelle und brachte ihn dazu, daß er reumütig seine Sünden bekannte. Er empfing dann die heiligen Sakramente, und wurde gestärkt im Glauben vom hl. Wilfrik entlassen.

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel

Solche Geschichten von Menschen, die sich dem Teufel verschrieben haben, hat man in alten Zeiten vielfältig erzählt. Will man nicht glauben, daß der Teufel in sichtbarer Gestalt dabei erschienen sei, so liegt nichts daran: aber ganz gewiß ist es, daß bis auf den heutigen Tag viele tausend Menschen mit dem Teufel in ein Bündnis sich einlassen und sich ihm verschreiben. Dieses tut nämlich Jeder, der wissentlich und vorsätzlich eine Sünde begeht. Der Apostel Johannes schreibt: „Wer Sünde tut, der ist vom Teufel, denn der Teufel hat von jeher gesündigt.“ Wer eine schwere Sünde tut, der tut, was der Teufel will, sucht und betreibt aus allen seinen Kräften. Könnte der Teufel über die Güter der Erde frei schalten, so würde er viel Geld, große Ämter, außerordentliche Lustbarkeiten, langes Leben und dergleichen anbieten, wenn man dafür eine schwere Sünde tun wollte. So aber ist der Teufel nicht Herr darüber; hingegen tun die Leute viel wohlfeiler die Sünde, um eine elende kümmerliche Lust, um eine kleine Erleichterung, um einige Kreuzer Geld, um ein armseliges Lob. Aber sie gehören dadurch eben so wohl dem Teufel an, wie wenn sie ihre Seele mit Blut auf Pergament de sichtbaren Teufel verschrieben hätten, und er ihnen ein Königreich für ihre arme Seele schenken würde. Er ist ihr Fürst, ihr Herr, ihr Gläubiger, so lange sie in der schweren Sünde bleiben.

Jeder der Sünde tut ist ein Sklave der Sünde

Wenn aber der Mensch, durch sein Gewissen geängstigt, gern von der Sünde sich losmachen möchte, da sucht ihn der Teufel auch, wie den Sünder am Bach von Helesberg, durch Drohungen und Gewalt zurück zu halten. Der Teufel droht ihm nämlich mit falschen Einbildungen, z. B. dem, der ungerechtes Gut besitzt: du gehst mit deiner Familie zu Grund, wenn du Alles ersetzen willst; – dem Verleumder: du brächtest sich um Ehre und guten Namen, wenn du deine Lüge widerrufen würdest; – dem Säufer: du bist schon ans Trinken so gewohnt, daß du krank würdest, wenn du es unterließest; – der gefallenen Person: dein Liebhaber läßt dich im Elend sitzen, wenn du ihm nicht mehr zu Willen bist; – dem Gottlosen: du würdest das Gespött der Leute werden, wenn du wieder in die Kirche gingest. – Mit solchen Drohungen sucht der Teufel den Sünder, der sich bekehren will, zurück zu halten in seinem Netz. Aber auch Gewalt übt er aus, er bannt gleichsam den Sünder. Der Heiland sagt: „Jeder, der Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde.“ Wie viele tausendmal geschieht es, daß der Sünder Jahre lang ein Sehnen und Verlangen hat, von der Sünde Jahre lang ein Sehnen und Verlangen hat, von der Sünde sich los zu machen und zu Gott zurück zu kehren, und kommt doch nicht vorwärts, sondern bleibt immer in seiner Sünde gebannt!

Was ist hier zu tun? Der Mensch, von welchem vorher erzählt wurde, fand, daß wenn er andern von seinem Vorhaben erzählte, der Widerstand und das Hindernis von Seite des Teufels dadurch stärker wurde. Desgleichen ist es oft sehr schädlich, wenn ein Sünder das Vorhaben sich zu bekehren und einen andern Wandel anzufangen seinen bisherigen Gefährten mitteilt. Denn diese werden durch Spott, falschen Trost, Verleitung zum Unglauben und dergleichen ihn abwendig zu machen suchen.

Wie ist dem Sünder zu helfen?

Wie ist aber da dem Sünder zu helfen, der sich von den Banden des Satans losmachen möchte und nicht kann? Auch dieses sieht man in der Geschichte des hl. Wilfrik. Ein Priester, das Gebet und nachher das Zureden des frommen Wilfrik, die kirchlichen Mittel, zumal die heiligen Sakramente haben ihn los gebunden von der Gewalt des Teufels. Desgleichen geht es jetzt noch bei dem Sünder. Er kann sich nicht selbst helfen, und das bloße Verlangen anders zu sein hilft auch noch nicht. Wenn du verlangst gesund zu werden, bist du deshalb noch nicht gesund, aber es kann dich doch dahin bringen, den Arzt zu suchen. So muss der Sünder suchen durch gebet frommer Menschen, durch Gebrauch kirchlicher Mittel, namentlich durch Besuch der Predigt und des Gottesdienstes, dann dadurch, daß er sich einem rechten Geistlichen anvertraut, und zuletzt durch den wohl vorbereiteten Empfang der heiligen Sakramente vollends loswinden von der Gefangenschaft des Bösen. – Darum darf auch kein Sünder, der wahrhaft bekehrt und wieder geheiligt ist, sich rühmen, als habe er sich selbst geholfen. Es ist jedesmal Gott gewesen, der ihn durch fromme Menschen, durch die Leitung des Priesters und durch die heiligen Sakramente erlöst hat aus der Gewalt des Satans.

Auch in anderer Weise offenbarte sich in der Geschichte des hl. Wilfrik, wie fromme Menschen und Priester gleichsam die Hand sind, durch welche Gott den Sünder los bindet aus seiner Sünden-Gefangenschaft.

Ein Traum des hl. Wilfrik

Wilfrik war einmal müde von seinen nächtlichen Andachts-Übungen eingeschlafen; da sah er im Traum über dem Altar drei Knaben aufgehängt, welche gerade daran waren zu ersticken durch das Seil, welches jeder um den Hals hatte. Einer derselben wendete sich zu Wilfrik und sprach: „O Wilfrik, mein Herr, warum zögerst du uns zu Hilfe zu kommen und los zu binden?“ Da dieser sagte, er wisse nicht, wie er solches im Stande wäre, antwortete der Gehängte: „Steig` auf den Altar und lege Hand an, uns los zu knüpfen.“ Solches tat nun Wilfrik und rettete sie vom Tod.

Da er wieder erwachte, dachte er darüber nach, was dieses Traumbild wohl bedeuten möge; während dessen kamen drei Geistliche zu ihm, angetrieben durch Bangigkeit und Reue über ihre verübten Sünden. Sie bekannten bußfertig, womit sie ihre Seelen befleckt und ins Verderben gebracht hatten, und baten um Lossprechung, und daß der hl. Wilfrik ihnen nun eine heilsame fromme Lebensordnung vorschreiben möge. Dieses geschah dann auch, und der hl. Wilfrik löste auf diese Weise jene Sünder aus dem Untergang in ewigen Tod, welcher ihnen vermöge ihres Priesterstandes gleichsam am Altar selbst schon nahe stand. –
aus: Alban Stolz, Legende oder der christliche Sternhimmel, Bd. 1 Januar bis März, 1872, S. 261 – S. 265

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