Andachtsübungen für die Verstorbenen

Andachtsübungen für die Verstorbenen nicht vernachlässigen

Über die Vernachlässigung der Andacht für die Verstorbenen spricht der berühmte Prediger Bourdaloue in einer Predigt sich folgendermaßen aus:

Die Andachtsübungen für die Verstorbenen vernachlässigen, heißt – gar keine Liebe zu Gott haben, dessen Ehre durch die Befreiung dieser gerechten Seelen befördert wird. Gott will sich Seine Ehre durchaus verschaffen und ist berechtigt, die Schuld uns beizumessen, wenn es nicht geschieht. – Die Andacht für die verstorbenen vernachlässigen heißt ferner – ein ehernes Herz haben gegenüber diesen Seelen. Sie betrachten uns als ihre Befreier, sie wissen, daß Gott ihre Begnadigung in unsere Hände gelegt hat und daß ihre endliche Gelangung zur ewigen Seligkeit gewissermaßen von uns abhängt; mit hl. Ungeduld harren sie, daß wir ihnen diesen großen Liebesdienst erweisen. – Die Andacht für die Verstorbenen vernachlässigen heißt drittens – auch unseren Vorteil hintan setzen und unendliche Güter verlieren, welche auf uns zurückfallen würden. Güter, die uns so wenig kosten und wozu uns der Liebesdienst für die Verstorbenen verholfen hätte.

Nicht minder ergreifend ruft der hl. Franz von Sales aus:

Wir vergessen nur zu sehr unsere lieben Verstorbenen! Man tut oft Werke der Barmherzigkeit und gern – aber in dem Bestreben, den Armenseelen Erleichterung zu verschaffen, vereinigen sich alle Werke der Barmherzigkeit. – Heißt das nicht in der Tat: „Betrübte trösten, Kranken beistehen?“ Heißt das nicht: „Gefangene besuchen, ihre Last erleichtern, ja sogar – sie befreien?“ Heißt das nicht: „Gastfreundschaft üben“ – wenn man diese Kinder Gottes in das Haus ihres himmlischen Vaters einführt? – Du gibst einem Armen Kleider – Du tust wohl! Aber tust du nicht noch besser – diese leidenden Glieder Jesu Christi mit unsterblicher Herrlichkeit zu bekleiden? –
aus: P. Bonifacius Schneider, OSB, Ablass-Brevier oder vollständiges Ablassgebet- und Andachtsbuch, 1881, Einleitung

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