Von den Leugnern der Gottheit Jesu

Was die Leugner der Gottheit Jesu sind

Die Macht Jesu Christi nimmt nie ein Ende; sie dauert ewig, wie er selber ewig ist, so sprach die heilige Eulalia und mit diesen Worten bekannte sie, daß Jesus, der Sohn Gottes, allmächtig und ewig ist wie der Vater. Daraus kannst du sehen, was die ersten Christen von Jesus geglaubt, wie sie auf seine Macht all ihr Vertrauen gesetzt haben. Sie glaubten, daß Jesus der eingeborene Sohn des Vaters, daß er ewig, heilig, gerecht allmächtig, allwissend, allgegenwärtig, gütig und barmherzig etc. etc. wie der Vater sei und für diesen Glauben gaben sie ihr Leben hin. Für einen Betrug, für eine Unwahrheit stirbt man nicht. –

Nun höre, christlicher Leser: Es gibt in unserer Zeit eine ziemliche Anzahl von Menschen, die sagen: Jesus sei ein bloßer Mensch, ein weiser Mann gewesen; er sei ein Sohn Gottes gewesen, wie wir auch Kinder Gottes sind. Was sagst du zu solchen Lästerungen des göttlichen Heilandes? Ist Jesus ein bloßer Mensch, so war er ein Lügner, denn er nannte sich selbst Gottes Sohn und forderte, daß man ihn anbete, ihm diene, ihm gehorche, ihm Ehre erweise wie Gott dem Vater. Ist Jesus ein bloßer Mensch, dann haben alle Apostel gelogen, denn sie lehrten einstimmig, daß Jesus wahrhaft Gott ist und gleiche Macht mit dem Vater hat. Ist Jesus ein bloßer Mensch, dann ist die katholische Kirche eine Lügnerin, denn diese lehrt seit 1800 Jahren, daß Jesus Gott, daß er in Allem dem Vater gleich ist. Ist Jesus ein bloßer Mensch, dann waren alle heil. Märtyrer und Bekenner Narren, weil sie für den Glauben an die Gottheit Jesu gelitten haben und gestorben sind.

Du siehst also, nur Menschen, ohne Glauben, nur Menschen, welche keine noch so bewährten Zeugnisse gelten lassen, können behaupten, daß Jesus nur ein Mensch gewesen. Aber warum behaupten sie es dennoch? Deshalb, weil sie lasterhaft und gottlos sind. Die Lehre Jesu verdammt ja ihren Lebenswandel; sie möchten gerne leben nach ihrem eigenen Willen; sie möchten alle ihre Leidenschaften befriedigen und ungestraft alle Vergnügungen der Welt genießen; aber gerade ein solches Leben verdammt Jesus und bedroht es mit der Strafe der Hölle. Weil er Gott ist, kennt er sie und ihre Werke. Weil er ein heiliger Gott ist, verabscheut er ihr Leben; weil er ein gerechter Gott ist, richtet er ihre Werke, und straft sie einst gewiß mit ewigem Feuer. Das fürchten sie und darum leugnen sie, daß Jesus wahrhaftiger Gott ist, und darum sind sie schon gerichtet! Wie bist nun du gesinnt, meine Seele, was glaubst du von Jesus Christus? Du glaubst, daß Jesus der Sohn Gottes, daß er Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit ist; halte fest an diesem Glauben; er wird dich trösten und aufrichten in Not und Tod. Jesus spricht den selig, der sich an ihm nicht ärgert, das heißt, der ihn auch als kleines Kind im Stall zu Bethlehem und hängend am Kreuz als seinen Gott und Herrn erkennt. Sprich daher oft mit dem heiligen Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ und mit Thomas: „Mein Herr und mein Gott, ich glaube!!“

Gebet.
O mein Jesus, wie sollte ich nicht glauben an dich und deine ewige Gottheit; du hast ja Worte des ewigen Lebens, du bist mein Gott und Herr, mein Heiland und Erlöser, zu wem soll ich gehen, bei wem Trost und Hilfe finden? Du bist mein Alles; deine Macht ist ewig, dein Reich nimmt kein Ende, o lasse mich deines seligen Reiches teilhaftig werden. Amen. –
aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 221 – S. 222

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