Heilige Eulalia Jungfrau und Märtyrerin

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

12. Februar

Die heilige Jungfrau und Märtyrerin Eulalia steht neben der Feuerstelle und den Marterwerkzeugen, hat in der rechten Hand die Siegespalme und in ihrem Gewand trägt sie Rosen

Die heilige Eulalia Jungfrau und Märtyrerin

„Ich bin eine Christin. Ich leide als eine Christin Jesu zu Liebe.“

„Stärker als der Tod ist die Liebe“: diese Worte der heiligen Schrift bestätigt die zarte Jungfrau Eulalia. Unweit der Stadt Barcelona lebte sie auf einem Landgut unter den Augen ihrer Eltern in kindlicher Einfalt dahin. Frühzeitig schon hatte sie die Süßigkeit der Liebe Jesu kennen gelernt und sich mit Leib und Seele seinem Dienst geweiht. Als sie 14 Jahre alt geworden, hörte sie von den Martern erzählen, mit welchen der Statthalter Dazian die Christen quälte, um sie zum Abfall zu bringen. Da erwachte in ihr das Verlangen, auch für Christus zu leiden und zu sterben. Da sie wußte, daß ihre Eltern und Verwandten sie davon abhalten würden, verließ sie heimlich das Landgut, eilte in die Stadt und trat vor den Tyrannen. Mit männlichem Freimut verwies sie ihm seine unmenschliche Grausamkeit gegen die Christen. Erstaunte über den Mut der Jungfrau fragte er, wer sie sei, und wie sie es wagen dürfe, einem kaiserlichen Statthalter Verweise zu geben, der Macht habe, sie zu töten.

Da bekannte sie: „Ich bin eine Christin, eine Dienerin Jesu Christi, des Königs der Könige. Alle Macht eines Menschen, fuhr sie fort, währt nur eine kurze Zeit, wie der Mensch selbst, der heute ist und morgen stirbt! Aber die Macht Jesu Christi, meines Herrn, nimmt nie ein Ende; sie dauert ewig, wie er selbst ewig ist.“

Erzürnt über diese Worte, befahl Dezian, den bereit stehenden Henkern, ihr die Kleider vom Leibe zu reißen und sie auf das schärfste geißeln. Aber die zarte Jungfrau läßt standhaft ihren Leib zerfleischen und ruft den Henkern zu: „Schlagt solange ihr wollt; ich empfinde eure Streiche nicht, Gott ist mit mir, Gott stärkt mich.“ Voller Wunden am ganzen Körper wird sie nun auf die Folter gespannt; mit eisernen Kämmen wird ihr Leibe zerrissen, mit Fackeln wird sie gebrannt, zerschmolzenes Blei wird über ihr Haupt und ihre Glieder gegossen, und ihre gräßlichen Wunden werden mit Essig ausgewaschen, endlich die Augen mit Wachslichtern ausgebrannt.

In diesen schauderhaften Peinen rief die unerschrockene Jungfrau dem Henker zu: „Brenne, schneide, zerteile die aus Erde gebildeten Glieder; eine gebrechliche Sache ist leicht zu zerstören. Der wütende Schmerz durchdringt nicht das Innere des Geistes. Ich bin eine Christin; ich leide als eine Christin, Jesu, meinem Geliebten, zu Liebe. Jesus stärkt mich. Ich bleibe ihm getreu.“

Da nun der Statthalter sah, daß keine Pein die Standhaftigkeit der Jungfrau besiegen könne, verurteilte er sie zum Kreuzestod. Mit heiliger Freude über dies Urteil rief sie aus: „Ich danke dir, Herr Jesus Christus, und preise deinen heiligen Namen, weil ich meinen Wunsch, für dich zu leiden, erfüllt sehe! Ich hoffe, daß du durch deine Gnade meinen Willen unterstützest.“ Sie wurde nun an das Kreuz geschlagen, von wo herab sie noch laut das Bekenntnis ihres Glaubens ablegte und bald darauf ihren Geist aufgab. Sie wird abgebildet mit einem Kreuz in der Hand. –
aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 220 – S. 221

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